✅ Mit ME/CFS zwischen Sehnsucht, Panik und neuen Ideen
Ich sehne mich nach Rab – nach der klaren, jodhaltigen Meeresluft, nach dem Rauschen der Wellen und dem weiten Blick über das Meer. Schon beim bloßen Gedanken an die Insel steigen Bilder von Erholung und innerem Aufatmen in mir auf.
Gleichzeitig spüre ich eine fast körperliche Panik, sobald ich an die Anreise denke. Wir könnten die Fahrt nur in der Urlaubszeit meines Mannes und in einer ruhigeren, touristenärmeren Phase wagen. Trotzdem jagt mir schon die Vorstellung von stundenlangem Sitzen, Lärm und Abgasen Angst ein. Selbst die Fährfahrt, die ich vor Ort an der Reling immer genieße – im sicheren Arm meines Mannes und mit den Hunden bei mir – wirkt aus der Ferne bedrohlich. Noch bevor ich losfahre, tauchen innere Bilder auf, in denen wir mit dem Auto tief im Bauch der Fähre stehen, hilflos und auf dem Meer eingequetscht.
So zeigt sich ME/CFS immer wieder. Was mich am Ziel stärkt, fordert schon lange vorher eine Energie, die ich weder steuern noch garantieren kann. Allein die Planung, das Packen und das Vorausdenken kosten Kraft. Aus diesem Mangel heraus brechen oft Symptome auf, die gleich mehrere Körpersysteme betreffen. Es sind nicht nur Muskelschmerzen und tiefe Erschöpfung, sondern auch neurologische Reaktionen: plötzliche Wortfindungsstörungen, ein Nebel über dem Denken, Gleichgewichtsstörungen, flackernde Seheindrücke, ein Summen in den Ohren. Manchmal spielt sogar der Tastsinn verrückt – die Haut reagiert auf jede Berührung wie auf einen lauten Ton. Diese Störungen tauchen unvermittelt auf und verschwinden ebenso unberechenbar.
Vorfreude und Angst liegen so dicht beieinander, dass es manchmal scheint, als verbrauche schon die Sehnsucht mehr Energie, als ich habe.
Trotzdem wachsen aus dieser Zerrissenheit neue Gedanken wie kleine, zarte Samen. Ich beginne mir vorzustellen, wie eine andere Form des Arbeitens aussehen könnte, ohne starre Stundenpläne und trotzdem kreativ und verbindend.
Ich könnte Texte und Bilder gestalten, die die Schönheit der Insel zeigen – die warmen Farben der Abendsonne, die stillen Buchten, die kleinen Läden mit ihren handgemachten Schätzen. Nicht als klassischer Job gegen Geld, sondern als Tausch: vielleicht Texte oder Fotos für ein Glas mildes Olivenöl, für ein paar Gläser Feigenmarmelade, für eine Unterkunft oder ein gemeinsames Essen. Ein Geben und Nehmen, das verbindet und nicht ausbrennt.
Damit ließe sich sogar meine Rente ein wenig aufbessern und die heilsamen Inselaufenthalte könnten leichter möglich werden. Mehr bräuchte es gar nicht – nur mein Handy, ein stabiles Internet und Menschen, die sich auf solch ein faires Miteinander einlassen. Trotz eingeschränkter Mobilität und ohne großes technisches Equipment könnte ich meine Ideen, Fotos und Texte einbringen und zugleich Gleichgesinnte finden, die an einem solchen Projekt Freude haben.
Gerade diese Vorstellung tröstet mich. Ich könnte meine Kreativität und meine Fähigkeit zu planen, zu vernetzen und zu erzählen nutzen, ohne mich zu überfordern. Es ginge nicht um Karriere, sondern darum, was ich trotz ME/CFS geben kann: Impulse, Geschichten und Bilder, die berühren und die Insel sichtbar machen.
Vielleicht ist das die leise Chance inmitten dieser Krankheit. ME/CFS bremst, ja, aber es öffnet auch den Blick für andere Formen des Miteinanders. Für Kooperationen, die nicht ausbrennen, sondern bereichern. Für eine Art Arbeit, die mehr Tausch ist als Handel und mehr Herz als Kalkulation.
Während ich diese Gedanken sortiere, merke ich, wie allein die Möglichkeit solcher Wege der Panik ein Stück ihrer Macht nimmt. Die Insel bleibt ein Sehnsuchtsort – und wird zugleich zu einem inneren Bild für ein neues, freundlicheres Miteinander.
C. 😘💕😘
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Den ungekürzten Text und weitere Gedanken findest du auf Tumblr bei @oculiauris
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Dieser Text spiegelt meine persönliche Erfahrung und Meinung wider.
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Text am 22.09.2025 von ©️®️CWG verfasst und von KI formatiert für Insta & Tumblr.
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