Vor mir das leere Glas Wein. Eine entleerte Flasche Schein. Und irgendwo dazwischen dein Schatten. Und dann denke ich: ein Sonnentanz, den man alleine tanzt, ist ein trauriges Vergnügen, denn pflanzt du glücklich eine Saat, die nicht keimt, musst du dich schon selbst betrügen, um von einem Erfolg zu sprechen, denn es erfordert Kraft, etwas umzupflügen, in dem Hoffnung liegt und so tendiert man zu verlogenen Höhenflügen. Und alle Vernunft verstummt unter deinen Blicken, neue Keime beginnen einzuknicken, sämtliche Unabhängigkeit erscheint mir erlogen und in deiner Anwesenheit zu ersticken, ich bin plötzlich so verdammt verletzlich, verharre nur mit zustimmendem Kopfnicken - in Augenblicken, die mir zuwider sind, kann ich mich nur in Wiedersprüchen verstricken. Ein Moment ist selten leuchtend, vor allem aus der Retroperspektive, weil wir dazu neigen, uns einem „hätte, wenn“ – Fall zu verneigen, so sollten wir doch lernen, mal die Feigen der Realität zu verspeisen, die Eigenheiten umarmen, die Vernunft und Rationalität meiden: auch wenn jedes Risiko angreifbar macht, muss man sich wohl manchmal dafür entscheiden. Das Wissen, keiner Formel folgen zu müssen, ein Plus zugleich auch Minus sein kann, macht uns doch stark! Verletzlich sind wir alle, aber eine Befreiung aus dem ewigen Bann falscher Ängste ließe doch den einsamen Teufelskreis zerbrechen, der uns nur entlang eines Wechselspiels bestehend aus Aufbau und Abriss von Schutzmauern führt und dann sah.ich.dich.an.und.in.meinem.kopf.brannte.die.frage: zeigst.du.dich.auch.mal.in.farbe? Vor mir das leere Glas Wein. Eine entleerte Flasche Schein. Und irgendwo dazwischen dein Schatten.