Lautes Stimmengewirr schallt durchs Oberzent-Museum Beerfelden. Die Senioren haben sich viel zu erzählen, denn in einem Monat kommt allerhand zusammen. Jeden ersten Montag im Monat findet in den urigen Räumlichkeiten das Museumscafé der Generationenhilfe statt. Der Bedarf ist da: Schnell werden noch zusätzlich Stühle gestellt und mehr Gedecke auf die Tische platziert. Es wird voll und gemütlich…
Während der kleine Holzsteg davor immer noch wegen Renovierung gesperrt ist, hat das Café dahinter, das mit einer der schönsten Terrassen von ganz Köln, wieder geöffnet. Ich spreche vom Café im Museum für ostasiatische Kunst. Das ist wiedereröffnet, und zwar unter einem neuen Pächter, nämlich dem - jauchzet, frohlocket! - der/s Metzgerei/Salon Schmitz.
Mit der großartigen Folge, dass man dort jetzt nicht nur den wirklich schönen Blick auf Aachener Weiher und den angrenzenden "Woodstock"-Hügel genießen, sondern zur gleichen Zeit auch noch aus dem großartigen Kuchen- und Quicheangebot der Metzgerei Schmitz wählen kann...
Das ist insofern wirklich eine frohe Botschaft, als dass die Schmitz-Kuchen mit zu dem besten zählen, was man momentan in der Stadt zum Nachmittagskaffee bekommen kann. Meine Probiertips: die nach wie vor unglaublich gute Schokoladen-Torte, die Birnen-Marzipan-Tarte oder auch der eher französisch anmutenden Pflaumenkuchen mit Mürbeteig(!). Auch die zubereiteten Cafés sind genau wie im Mutterhaus ohne jeden Fehl und Tadel.
Beim Stichwort "wie im Mutterhaus": In den Anfangstagen der Metzgerei Schmitz litt die Kundenzufriedenheit der Gäste ja doch gerne einmal an der Tatsache, dass sich der Service - quasi in einem Akt geistiger Solidarität - genau jener bräsig-sorglosen "Was-mit-Medien"-Schluffigkeit anpaßte, die auch Teile des Publikums dort ...ziert. Mit der unschönen Folge, dass sobald der Laden brummte, definitiv gar nichts mehr lief. Jedenfalls nicht unter 45 Minuten, dann stand vielleicht einmal irgendetwas vor einem. "Irgendwas" wohlgemerkt, denn es war auch nicht immer zwingend das, was man auch bestellt hatte. Aber, nun ja, ob der Qualität nahezu aller Angebote sah man darüber eben von Zeit zu Zeit milde lächelnd hinweg. Jedenfalls bis zu dem Zeitpunkt, an dem der Thermoprint mit der Rechnung vor einem lag (was seinerseits nach dem letzten Schluck Kaffee durchaus noch einmal weitere 30 Minuten Zeit beanspruchen konnte) und man verblüfft zur Kenntnis nehmen mußte, dass Kausalzusammenhänge zwischen dem eben Verzehrten und dem auf dem Bon Gelisteten mitunter genauso schwer herzustellen waren, wie zwischen dem ursprünglich Bestellten und tatsächlich Serviertem).
Aber nunja, dies Zeiten sind lange vorbei, und genauso, wie sich der Service auf der Aachener Straße schon seit geraumer Zeit dramatisch verbessert hat, ist auch das Personal im Museum deutlich mehr als nur guten Willens. Vergangenen Sonntag war man zu viert, hatte angesichts des Besucher-Ansturms wirklich hart zu kämpfen. Man gab sein Bestes. Mit weitgehendem, wenn auch nicht vollständigem Erfolg. Das ältere Paar am Tisch neben uns zum Beispiel, dass mindestens 30, wenn nicht 40 MInuten geduldig auf seine Bestellung gewartet hatte, um dann vom Service die Nachricht überbracht zu bekommen, dass die bestellte Tarte leider aus sei, wird wohl so schnell nicht wieder kommen.
Überhaupt wird das in den nächsten Wochen sicherlich noch sehr spannend zu beobachten sein: Der für beide Seiten sicherlich nicht einfache Anpassungsprozess zwischen dem jetzt doch betont jung-legeren Servivepersonal einerseits und zumindest Teilen der älteren Stammkundschaft, die noch den Old-School-Kännchen-Kaffee-Service des Vorbetreibers-Cafés erwartet andererseits.
Aber wie auch immer der Verlaufen wird: Die Vereinigung der zur Zeit besten Schokoladentorte von Köln (ja, auch besser als die von Madame Miam Miam!) mit dem gerade im Herbst großartigen Blick aus den Panorama-Fenstern auf den Aachener Weiher ist auf jeden Fall einen Besuch wert.
Café im Museum für Ostasiatische Kunst
Universitätsstraße 100, 50674 Köln