Gesprengte Ketten
Jeden Tag um Mitternacht, schleichen sich Ketten wie Schlangen um meine Lider; schlängeln sich um Kopf und Kragen; bilden ein starres Gefieder;
der Körper sinkt nieder, die Luft versiegt – die Gedanken werden von der Angst besiegt.
Der Sandmann ist in Anmarsch. Er riecht die Wärme, die Kälte zieht ihn magisch an.
Zieht Vergnügen aus dem Echo der letzten Atemzüge. Er wittert den Geist, der aus dem toten Käfig gleich entgleist.
Alles was ich noch sehe, berührt mich nicht mehr.
Ich spüre keinen Schmerz; doch gleich wie sehr ich flehe, loslassen fällt so schwer. Meine Haut zerbröckelt, er sammelt begierig, was zu meinen Füßen fällt. Der Rest schwindet zu einer Trophäe, die er als Mantel um seinen Körper bindet.
Seelig fliegt er wieder in die Nacht hinaus, zurück in sein Gespinst, in sein Zuhaus‘. Ich höre von fern die Trauernden, ihr erbittertes Geschrei. Ziehe am Grab des Namenlosen vorbei.
Hole gedankenfern ein Bild hervor, sehe mein Leben und bin frei. 090311












