Alle scheinen ihren Platz im Leben gefunden zu haben. Nur ich stehe daneben und frage mich, wo meiner ist.
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Alle scheinen ihren Platz im Leben gefunden zu haben. Nur ich stehe daneben und frage mich, wo meiner ist.
Mein Kopf steckt im Sand des Strandes den ich nicht kenne
Mein Herz schlägt im Takt eines unbekannten Liedes
Ich verlier gegen die Zeit renne dennoch weiter - Du, der Fels in der Brandung den ich nicht sehen kann.
Wenn du nicht weißt wo du hin willst, dann ist es egal welchen Weg du ein schlägst. Jeder wird falsch sein, solange du nicht weißt wo du hin gehörst.
Alice im Wunderland
Zerrissen zwischen hundert Welten streifst Du auf der Suche nach Dir umher.
Ich dachte immer dass irgendwann der Moment kommt, ich sitze in der Schule, in einem Vortrag, bei einem Praktikum oder mir erzählt jemand etwas und dann, plötzlich, denke ich mir: boah ja! Das ist es was ich unbedingt machen will, über das ich viel lernen möchte und für das ich, um es machen zu können, alles tun würde, wie zum Beispiel in eine fremde, weit entfernte Stadt ziehen. Dass mir mit einem Schlag klar wird, ja, das ist es was ich tun will, vielleicht sogar mein ganzes Leben lang.
Mittlerweile bin ich mir da nicht mehr sicher.
Ich habe vieles gelernt, ja, habe Praktika gemacht, Dinge ausprobiert und darüber gelesen. Habe andere gefragt, sie von ihrem Beruf erzählen lassen. Mir Vorschläge machen lassen, von Menschen die mich gut kennen.
Und jetzt...habe ich noch immer keinen blassen Schimmer, was mich begeistert, was ich machen will, womit ich mein Leben verbringen und nein Geld verdienen möchte.
Sollte mein Beruf nicht etwas sein, von dem ich voll und ganz überzeugt bin und das mich begeistert und immer neu motiviert weiterzumachen?
Klar, heutzutage muss man seinen Beruf nicht sein Leben lang ausüben, man tut seinen Job für eine Zeit lang, lernt dann Neues, steigt quer ein, beginnt völlig neu.
Aber andererseits... Warum sollte ich von Anfang an einen Beruf erlernen mit dem Hintergedanken, dass ich es nicht lange machen werde, sondern es nur eine auf gewisse Zeit begrenzte Beschäftigung ist?
Sollte ich nicht in der Uni sitzen und bei den meisten Vorlesungen glücklich sein vor Begeisterung und Interesse? Und völlig die Zeit vergessen wenn ich mich damit beschäftige?
Oder ist das alles nur Wunschdenken und man kann diese eine Sache, die einen völlig begeistert gar nicht finden?
Oder bin nur ich so kompliziert und für nur wenige Dinge zu begeistern?
10. August 2017 | Hamburg S-Bahn
Angriff der Orientierungslosen – The Return
Scheiße, denkst du, während du die schwere Einkaufstüte durch das unterirdische Labyrinth in Richtung S-Bahn schleppst. Du hast das Wichtigste vergessen: die Butter. Umdrehen und zurückgehen kommt dir albern vor, lieber eine Station mit der Bahn zum Hauptbahnhof fahren und dort in den nächsten Laden rennen. Dir entkommt ein Seufzer.
„Entschuldigung!“
Erschrocken erstickst du den Seufzer. Eine Frau hat sich vor dir aufgebaut, ihr Gesichtsausdruck ein einziges Fragezeichen.
„Wo geht’s denn hier zur U2?“
„Ähm…“ Du beginnst zu stammeln. Scheiße, das müsstest du wissen, du bist doch über zwei Jahre lang täglich mit der U2 gefahren. Doch in den unterirdischen Gängen sieht alles so gleich aus. Dein nervös umherirrender Blick fällt auf eine Anzeigetafel.
„Da, gerade aus“, deutest du und erkennst die Stufen, die nach oben führen. „Und dann rechts halten.“
Die Frau bedankt sich und eilt davon. Du willst soeben die Stufen hinunter zur S-Bahn betreten, als dich schon wieder zwei große Fragezeichen verzweifelt anblicken.
„Zur U3?“, fragt das eine. Du deutest in die Richtung, die dir der Pfeil auf der zuvor entdeckten Anzeigetafel verrät.
„Zur U2?“, fragt das andere. Easy.
Die beiden Fragezeichen lächeln dankbar und erleichtert und verschwinden jeweils in die entgegengesetzte Richtung. Du eilst die Treppe zum Bahngleis hinunter. Die S-Bahn steht schon bereit, du springst hinein und lehnst dich gegen die Tür.
Scheiße, denkst du eine Station später. Das ist gar nicht der Hauptbahnhof. Und auch die nächste nicht. Scheiße, denkst du, falsche Richtung. Du schulterst deine Einkäufe, springst aus der Bahn und hastest auf den gegenüberliegenden Bahnsteig.
Wenigstens die anderen finden den richtigen Weg, denkst du, wischst dir den Schweiß von der Stirn und seufzt.
Es ist schwer weiterzugehen, wenn man nicht weiß, wohin.