Tag 92 - Tahiti Rundfahrt
Eigentlich nochmal der gleiche Tag wie 91, da heute das gleiche Datum wie gestern ist. Aber natürlich liegt es daran, dass ich ja die Datumsgrenze überflogen habe und so am 9. losgeflogen und am 8. gelandet bin. Witzig.
Letztendlich bin ich erst gegen Mitternacht in meiner Unterkunft in Papeete, der Hauptstadt Tahitis, angekommen. In der Inaiti-Lodge habe ich ein schönes Zimmer und ich habe sehr gut geschlafen. Trotzdem bin ich recht zeitig aufgestanden und habe dann nach dem Frühstück bei einer nahe gelegenen Autovermietung für zwei Tage einen nagelneuen Peugeot 206 gemietet. 17000 XPF (1 €~ 120 XPF) hat mich der Spaß gekostet, dafür kann ich das Auto dann am Flughafen stehen lassen und spare mir damit die Taxikosten. Mit meinem Flitzer bin ich dann gleich zum Carrefour, um etwas zu essen einzukaufen. Es ist Sonntag und fast alles ist zu. Also eine gute Idee, die Insel zu erkunden. Ich bin einmal im Uhrzeigersinn um den größeren Teil Tahiti Nui gefahren und habe einen kleinen Abstecher auf den kleineren Teil Tahiti Iti gemacht, wo man von einem Hochplateau einen schönen Blick auf Tahiti Nui hat. WENN, ja wenn es eben klar ist und nicht laufend regnet. So blieb mir ein klarer Blick auf die schroffen Berggipfel (über 2000 m hoch) verwehrt. Auch die Strände zeigten sich nicht in ihrer ganzen Pracht. Dafür wollte ich ins Vallée de La Papeno‘o fahren, um mir einige der historisch wichtigsten Stätten anzusehen. Leider nur für 4x4 zugelassen. Ich bin trotzdem reingefahren und wurde nach einigen sehr holprigen Kilometern von einem der Fahrer der Jeeps, welche die Touristengruppen chauffieren, ziemlich deutlich des Feldes verwiesen. Wenn mich meine fast hervorragenden Kenntnisse der französischen Sprache nicht im Stich gelassen haben, hörte ich so etwas wie „ Ich rufe die Autovermietung an“, denn es ist verboten, mit Mietwagen diese Wege zu fahren. Ich bin gleich umgedreht, den Ärger wollte ich nicht. Man muss dazu sagen, dass es wirklich grenzwertig war und ich Glück (und Geschick) hatte, dass ich bei den unzähligen Pfützen und Schlaglöchern keinen Schaden am Auto verursacht habe. Mehr als Schrittgeschwindigkeit war eh nicht drin und wahrscheinlich wäre die Piste weiter oben noch schlechter gewesen. Als ich heil wieder unten auf der Hauptstraße war, habe ich erstmal das Auto umrundet, ob nicht doch irgendein Kratzer zu finden sei. Ist aber alles okay. Der nächste Stop waren die drei Wasserfälle bei Ti‘arei, les trois cascades. Nach dem Abstecher auf das Plateau bin ich dann die ganze Südküste abgefahren. Es gab einen permanenten Wechsel zwischen Regen und Sonne, so dass ich weder meine Badesachen noch die Drohne benutzt habe. Als ich gegen 17:00 zurück war, habe ich mich erstmal auf mein Baguette, den Camembert, die Salami und die Oliven gestürzt. Aufmerksame Lesende kennen das schon, na von wo wohl?
Ach, eine Episode habe ich glatt noch vergessen: als ich ins Tal von Vaihiria hineingefahren bin, hörte die geteerte Straße nach kurzer Zeit auf und es war wieder so eine Holperpiste wie schon heute Vormittag. Also wollte ich umdrehen, musste aber rückwärts fahren, weil die Straße zu eng war und zusätzlich noch von den Anwohnern durch aufgestellte Blumentöpfe enger gemacht wurde. Auf einem Grundstück saß ein Mann, dem gab ich Zeichen, dass er doch bitte den Strick vor seinem Grundstück wegmachen solle, damit ich dort wenden könnte. Hat ihn einen Feuchten interessiert und er hat einfach nur abgewunken, ich solle schön weiter rückwärts fahren. Ich war, gelinde gesagt, stinksauer und dann beim nächsten möglichen Grundstück das gleiche Trauerspiel. Ehe der alte Mann das Seil runtergelassen hat, musste ich alle meine Überredungskünste aufbieten. Was sind das für Menschen? Statt eines (durchaus angebrachten) Fluches quetschte ich mir ein „Merci, Monsieur“ heraus. Ich habe noch eine Viertelstunde vor mich hin geflucht. Solche Hornochsen.
Nach dem Essen bin ich dann noch mal in die Innenstadt gefahren, habe einen schönen Blick auf Moorea gehabt und mir das riesige Kreuzfahrtschiff angesehen, welches am Kai lag. Das Schiff überragte jedes Gebäude der etwa 30 000 Einwohner zählenden Stadt. Mir kommt Papeete viel größer vor, was wohl auch an der Stadtautobahn und der länglichen Ausdehnung liegt. Abends hatte ich eine schöne Unterhaltung mit meinen Nachbarn, welche in Sri Lanka leben. Ein Sixpack musste auch noch vernichtet werden und der Rückstau bei der Bildbearbeitung wurde leider durch technische Probleme verzögert. Ich habe noch nicht einmal alle Bilder von Tonga gecheckt. Deshalb landen hier manchmal noch gar keine oder verspätet Bilder. Das, was hier steht, ist schon der zweite Versuch, denn ich bekomme laufend eine Fehlermeldung „Tut uns leid, es gab einen Fehler bei der Verarbeitung deines Eintrags“. Welcher Fehler das sein soll, wird leider nicht mitgeteilt. Und das zig-mal hintereinander. Na danke!
Vokabel des Tages: groß - Nui