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Sınavda kağıt boş kalmasın diye zırvalarken skfkjfdjks
2020 wie Anno Tobak
Retrosport mit Retrotechnik
Kegelbahntechnik ist beständige Technik. Auf unserer Bahn wirft man mit elektronischer Erfolgsanzeige: Vorne bei den Kegeln leuchten die getroffenen Kegel auf einem Diagramm auf, hinten an der Abwurfstelle gibt es noch eine grafische Erfolgsanzeige. Die kann mehr; während hinten nur Lichter für umgeworfene Kegel leuchten, blinkt es vorne auch mit Spezialeffekten, wenn etwa ein Kranz geworfen wird. (Nur der innere Kegel steht noch.)
An einem Steuermodul lassen sich verschiedene Spielmodi konfigurieren. Dort gibt es auch einen Hinweis auf das Alter der Anlage: Die Postleitzahl ist vierstellig. 1993 wurden in Deutschland fünfstellige Postleitzahlen eingeführt, die Anlage ist also bestimmt 30 Jahre und noch älter.
Die Technik scheint mir Standard zu sein: Ich habe noch nie ein grundsätzlich anderes Kegelbahnsystem gesehen, mit einer Ausnahme. Im Kloster St. Peter im Schwarzwald ist man sehr stolz darauf, angeblich die älteste erhaltene Kegelbahn Badens vorweisen zu können. Die kommt ganz ohne Technik aus. Statt einem ausgeklügelten System zur Kugelrückgabe und zum Kegelaufstellen mußten, so erzählt man dort, die Novizen für die Mönche Kugeln holen und Kegel stellen.
Auch wenn sich unser Kegeclub per Facebook-Chatgruppe organisiert: Zur Mitgliederverwaltung und zur Aufzeichnung von Spielberichten und des Reglements greifen wir auf branchenübliches Papier zurück: In den einschlägigen Fachverlagen für Formulare gibt es dafür selbstverständlich (es ist Deutschland hier!) auch vorgefertigte Kegelbücher. Gut Holz!
(Felix Neumann)
Yakarsa dünyayı kendine olan saygısından sustuğu için zayıf sandığınız, nasılsa nazik davranıyor diye sabrını sınadığınız insanlar yakar.
Um 1990
Die Postleitzahlen waren noch vierstellig und ich brauchte das Geld
Als Student habe ich um 1990 herum einige Male Jobs über die studentische Arbeitsvermittlung der TU-Berlin ergattert. An das Vergabeverfahren der TUSMA (für TU-Studenten Machen Alles) erinnere ich mich wie folgt: Das Büro neben der Mensa in der Hardenbergstraße öffnet früh um 7. Schon ab 6 bildet sich in einem Vorraum im Erdgeschoss eine lange Warteschlange. Beim Öffnen des Büros bekommt jedeR eine Losummer. Ob diese Nummern drei- oder vierstellig waren, weiß ich zum Zeitpunkt des Aufschreibens (2019) nicht mehr.
Das Büro selbst liegt im 1. Stock und sieht ein bisschen wie irgendein Amt aus – gläserne Schalter, Wände voller Aushänge, Bänke für die Wartenden. Nur dass sowohl vor als auch hinter den Schaltern zerzauste Studenten herumhängen.
Die Nummern gelten für die Jobverlosung des jeweiligen Tages. Die Jobs werden ausgerufen und der- oder diejenige mit der niedrigsten Losnummer bekommt den Zuschlag in Form eines Vermittlungsscheins, den man dem Arbeitgeber vorlegen muss und über den später auch abgerechnet wird.
Manche Jobs, die spezielle Qualifikationen wie Computerkenntnisse, einen LKW-Führerschein oder ein Gesundheitszeugnis erfordern, und solche, die besonders unangenehm oder schlecht bezahlt sind, können im ersten Anlauf nicht vergeben werden und werden dann ausgehängt.
Ob und wie verhindert wird, dass eine Person zwei Nummern zieht oder dass Nummern weitergereicht werden weiß ich nicht mehr. Um an der Verlosung teilzunehmen, muss man TUSMA-Mitglied mit entsprechendem Ausweis sein. Vielleicht werden irgendwo Ausweisnummern und Losnummern notiert.
Aus dem System ergeben sich jedenfalls einige spieltheoretische Überlegungen. Unter anderem meine ich, die Nummern wären nicht fortlaufend vergeben worden. Wenn man also z.B. bei geschätzt 150 Kandidaten die Losnummer 14 von 999 hatte, war unklar, wie viele bessere Nummern im Rennen waren oder ob das vielleicht sogar das beste Los des Tages war. Dann waren die angebotenen Jobs natürlich von unterschiedlicher Dauer und nicht gleich angenehm und gut bezahlt. Und sie wurden nicht gleichzeitig ausgerufen. Es konnte gut sein, dass um 9 Uhr noch interessante Angebote hereinkamen, wenn der erste Ansturm längst abgeflaut war.
Selbst mit einer guten Nummer steht man also vor der Wahl, ob man lieber bei zwei Tagen Aushilfe in der Fabrik zuschlagen soll oder auf so etwas luxuriöses wie einen Komparsenjob oder das Überführen irgendwelcher Limousinen warten. Und bei der Warterei riskieren, dass am Ende doch noch jemand eine niedrigere Nummer hat. Je nach Vertrauen in ihre Chancen gehen die Leute auch irgendwann einfach und manche kommen nach einer Weile mit einem Kaffee zurück.
Einer der Jobs, an die ich auf diese Weise gelange, ist das Sortieren von Post in einem Postamt an der Möckernstraße. Man bekommt einen Sack Post, vermutlich direkt aus einem Briefkasten, und muss die Briefe und Karten entsprechend der ersten zwei Stellen der maximal vierstelligen Postleitzahl in Fächer sortieren. Die Wand vor mir sieht aus wie ein überdimensionaler Setzkasten und hat Fächer für alle bundesrepublikanischen Postleizahlgebiete, also "53" für Bonn, "46" für Dortmund, usw.
Die Berliner Briefkästen verfügen schon über zwei Einwurfschächte – je einen für Berlin (West) und den Rest der Welt. Gibt es in meiner Wand ein Berliner Fach oder sogar mehrere mit den Nummern der Zustellbezirke, z.B. "1000 Berlin 44" für Neukölln? Ich weiß es nicht mehr. Da diese Tätigkeit vor der Wende stattfindet, gibt es auch keine Fächer mit ostdeutschen Postleitzahlen.
Sendungen, die unvollständig, unleserlich oder erkennbar falsch adressiert sind, werden aussortiert und irgendwie gesondert weiterverarbeitet. Die sortierten Sendungen werden auf der Rückseite der Fächerwände von anderen Mitarbeitern eingesammelt und dann vermutlich für den weiteren Transport separat in einen Bonner, einen Dortmunder usw. Postsack gesteckt.
Manchmal kommt die Post auch nicht in Säcken, sondern säuberlich gestapelt in Kartons. Das sind dann Werbesendungen oder anderer Postausgang von Firmen. Diese Stapel nimmt man natürlich gern, weil die Briefe einerseits einheitlich groß und bereits sauber hintereinander gepackt sind und andererseits schon maschinell mit gut leserlichen Postleitzahlen bedruckt.
Ich mache diesen Job nur etwa drei Tage. Er unterscheidet sich deutlich von den Produktions- und Bauhelferarbeiten, die ich sonst in der Zeit so übernehme. Man ist drinnen, es ist leise und sauber, niemand gibt einem Anweisungen, es gibt keine Erfolgskontrolle. Die Arbeit findet zwar im Stehen statt, ist aber ansonsten nicht anstrengend und angenehm einförmig. Ganz in Tagträume abdriften darf man aber auch nicht, denn das stetige Entziffern der Zahlen erfordert so eine Art halber Konzentration.
Ob man diese Tätigkeit irgendwann so weit internalisiert bekommt, wie z.B. das Autofahren, und sich dann dabei unterhalten kann, finde ich nie heraus. Ich brauche nach Feierabend eine Weile, um abzuschalten und nicht instinktiv auf die Ziffern von Hausnummern und Nummernschildern zu fokussieren und keine Postadressen mehr zu sehen, sobald ich die Augen schließe.
(Virtualista)
7. November 2018
Schreibmaschinenpapier. Ein archäologischer Fund
Heute Abend will ich in Bielefeld anlässlich der “25 Jahre Schreiblabor”-Feier ein Quiz zum Thema Schreibtechnik der letzten 25 Jahre veranstalten. Da ich aus dem Haushalt der Mutter anreise, kann ich die Teilnahmebögen sogar selbst ausdrucken. Es ist ein bisschen mühsam, weil der Drucker sich beim Einziehen des Papiers häufig verschluckt, aber nach einer Stunde geduldiger Bastelei besitze ich 20 beidseitig bedruckte Blätter.
Ich suche nach einem verstärkten Umschlag, in dem ich sie unzerknittert nach Bielefeld transportieren kann, und finde auch gleich einen in der Kiste neben dem Schreibtisch, die Schmierpapier und andere Wiederverwendbarkeiten enthält. “Schreibmaschine” steht in der Handschrift meines Vaters darauf.
Im Umschlag ist etwas drin, und ich erhoffe mir schon eine Wiederbegegnung mit meinen Schreibmaschinen-Fingerübungen oder womöglich sogar denen des Vaters. Aber es ist dann nur leeres weißes Papier, etwas dünner als gewohnt, 70 Gramm pro Quadratmeter statt der üblichen 80. Mein Vater muss diesen Umschlag beschriftet haben, bevor man den Inhalt “Druckerpapier” nannte, wie ich es heute tun würde.
In den 1980er Jahren, vermute ich also, denn ich glaube, dass es schon in den 90ern einen Drucker im Elternhaushalt gab, einen von mir abgelegten wahrscheinlich. Aber der Poststempel ist von 1991:
Die 8000 auf dem Poststempel ist die Postleitzahl von München, die Zeit von Rolf und “Fünf ist Trümpf” war noch nicht gekommen. Das sieht man auch an der aufgedruckten Absenderadresse:
Bayerischer Landesverein für Heimatpflege e.V. Ludwigstraße 23, Rückgebäude 8000 München 22
Ich suche bei Amazon nach “Schreibmaschinenpapier”, um herauszufinden, ob sich dieser Sprachgebrauch irgendwo erhalten hat. Es gibt tatsächlich noch drei Angebote von Schreibmaschinenpapier, ansonsten aber vor allem Kopierpapier, Druckerpapier, Laserpapier (so vermutlich die Abfolge des Sprachwandels) und schließlich das äußerst zukunftssicher benannte “Brunnen 1032219 Büropapier”.
(Kathrin Passig)
1993 ff.
Wir haben ganz offiziell keine Postleitzahl
1993 werden in Deutschland die neuen fünfstelligen Postleitzahlen eingeführt, 1994 ziehen wir von Köln nach Leverkusen. Es gibt große Bücher von der Post, in denen man nachschlagen kann, welche Postleitzahl man hat. Dafür muss man seine Stadt suchen, dann die Straße und dann – je nach Länge der Straße – den passenden Hausnummernbereich.
Für die Straße, in der wir jetzt wohnen, gilt bis Hausnummer 57 die Postleitzahl 51379. Ab Hausnummer 61 hat man die 51381.
Wir haben die Hausnummer 59.
Ein paar Jahre lang haben wir keine offizielle Postleitzahl und suchen uns jeweils die aus, die uns besser gefällt. Die Post kommt trotzdem an, aber die Post kommt sogar an, wenn man noch nicht mal die genaue Adresse, sondern nur ungefähre Angaben zur Lage des Hauses auf dem Umschlag notiert. Wenn man der Leverkusener Post eines nicht vorwerfen kann, dann mangelnde Flexibilität.
Irgendwann stellt die Post auch die Existenz des Hauses mit der Hausnummer 59 fest und seitdem haben wir offiziell die Postleitzahl 51379. Es hat nur ein paar Jahre gedauert.
(Anne Schüßler)
Dezember 2021
Wenn es die Hausnummer gäbe, hätte sie diese Postleitzahl
Ich bestelle etwas bei einem niederländischen Buchhandel und lasse es an einen Freund von mir liefern, der in den Niederlanden wohnt. Als ich ihm die DHL-Trackingnummer gebe, die ich vom Händler bekommen habe, sagt er, die Empfängeradresse sei dort falsch angegeben. Straßenname und Postleitzahl stimmten nicht. Ich war schon mal bei ihm zu Besuch und bin ziemlich sicher, dass ich weiß, wo er wohnt. Eine nähere Überprüfung zeigt allerdings, dass ich bei der Eingabe der Adresse doch einen Fehler gemacht habe.
In den Niederlanden besteht eine Postleitzahl aus vier Zahlen und zwei Buchstaben. Ein Beispiel: Die Martinikirche in Groningen hat die Adresse Martinikerkhof 3, 9712 JG Groningen. Die Angabe der Straße (hier: Martinikerkhof) ist aber eigentlich überflüssig, wenn ich die Postleitzahl und die Hausnummer weiß. Es gibt nämlich im Unterbezirk JG des Postleitzahlenbezirks 9712 nur eine einzige Hausnummer 3, nämlich die am Martinikerkhof. Wenn ich die Buchstaben für den Unterbezirk ändere, kommt auch eine andere Adresse heraus. Hausnummer 3 in 9712 JK Groningen ist zum Beispiel Turfstraat 3 – eine Adresse in Laufnähe der Kirche. Es gibt also eine 1:1-Zuordnung von Adressen zu Kombinationen von Hausnummern und Postleitzahlen. Bei der Angabe einer Adresse wird man in den Niederlanden oft nur nach Hausnummer und Postleitzahl gefragt. Der Straßen- und Ortsname ergeben sich daraus von selbst.
Die falsche Adresse auf dem Paket ist vermutlich dadurch zu erklären, dass ich den zweiten Buchstaben der Postleitzahl meines Freundes falsch angegeben habe: HH statt HD. Ich weiß nicht, woher ich die falsche Postleitzahl hatte. Eine Suche in alten Chatprotokollen zeigt nur, dass sich der Fehler vor über zwei Jahren eingeschlichen haben muss. Als Quelle der falschen Postleitzahl scheidet Google Maps definitiv aus. Gibt man die Adresse meines Freundes dort ein, wird nämlich eine völlig andere Buchstabenkombination angegeben, die weder mit der korrekten noch der von mir angenommenen falschen übereinstimmt.
Fakt ist: Wenn man bei post.nl seine Hausnummer und die Postleitzahl mit den falschen Buchstaben eingibt, landet man bei der Adresse, an die laut DHL das Paket unterwegs war, das zu ihm sollte. Offenbar wurde die Adresse mit dem korrekten Straßennamen, den ich angegeben hatte, verworfen und durch eine neu aus der Hausnummer und der (falschen) Postleitzahl generierte Adresse ersetzt. Ein Abgleich mit der ursprünglich angegebenen Adresse scheint nicht mehr stattgefunden zu haben. Ob das ein manueller oder ein automatischer Prozess war, weiß ich nicht. Vielleicht war es eine Software – oder der Praktikant bei dem (nicht sehr großen) Buchhandel. In jedem Fall scheint es auch keine Überprüfung gegeben zu haben, ob die so generierte Adresse überhaupt existiert. Das ist in diesem Fall nämlich nicht so. In der falschen Straße gibt es die Hausnummer meines Freundes gar nicht. Aber wenn es sie gäbe, dann hätte sie wohl die fälschlicherweise von mir angegebene Postleitzahl.
So kompliziert das Adressproblem ist, so unkompliziert ist letztlich seine Lösung. Sobald die Zustellung kurz bevorsteht, hat man, wie in Deutschland, verschiedene Möglichkeiten, das Paket umzuleiten. Meine erste Idee ist, dass sich mein Freund als sein eigener Nachbar ausgibt und seine (korrekte) Adresse als neue Empfängeradresse angibt. Um weitere Verwirrung zu vermeiden, entscheidet er sich stattdessen dafür, um Lieferung an den nächstgelegenen DHL-Abholpunkt zu bitten. Dort kann er das Paket dann auch abholen.
Und ich habe jetzt endlich seine richtige Postleitzahl. Eventuell hätten wir dieses hehre Ziel auch auf einfacherem Wege erreichen können.
(Christopher Bergmann)
Liste mit allen Postleitzahlen in Deutschland A