seen from United States

seen from United States
seen from Russia

seen from United States
seen from United States
seen from Russia

seen from Singapore

seen from Maldives
seen from United States
seen from China

seen from Singapore
seen from United States
seen from United States

seen from Singapore
seen from United States

seen from United States
seen from United States

seen from Maldives
seen from China

seen from United States
ein für diesen roman gemachtes cover, wie es an sich besser nicht sein könnte! ansprechend, den roman widerspiegelnd, zurückhaltend und dadurch ins auge springend... schade, dass innen nicht zu sehen ist, wer der designer dieses umschlages ist. hätte ich hier ein mitspracherecht, so würde dieser einband nominiert für die besten des jahres. mal abwarten... so sehenswert das cover, so lesenswert übrigens der roman.
qimmik
roman von michel jean
erschienen 2024
im wieser verlag
isbn: 978-3-99029-652-3
(von tobias bruns)
qimmik erzählt parallel zwei geschichten aus nunavik, dem land der inuit - eine spielt sich in den sechziger jahren ab, die andere in der gegenwart. alle protagonisten des romans gehören dem volk der inuit an. in den sechziger jahren reist der jäger ulaajuk in ein kleines dorf im süden québecs, um felle zu verkaufen. er fällt mit seinem aussehen und seinem verhalten direkt der jungen saullu ins auge. sie verlieben sich und ziehen gemeinsam mit ihren hunden in den hohen norden, wo sie jahrelang trotz der widrigen klimaverhältnisse in der region sehr glücklich von der jagd und im einklang mit der natur leben. als saullu schwanger ist, will sie in ihr dorf zurückkehren, damit das kind im kreise der familie zur welt kommt - doch das dorf in das sie zurückkehrt, hat nichts mehr mit dem zu tun, was sie vor ein paar jahren verlassen hat: hässliche neue häuser, neue straßen und die abwesenheit von hunden prägen das bild. wie sie erfährt haben beamte der sécurité du québec alle für ihre kultur so wichtigen tiere erschossen. das drama nimmt mit der ankunft im dorf erst so richtig seinen lauf... die parallele geschichte handelt von der erfolgreichen jungen anwältin ève, die es schafft jedem den freispruch einzubringen sie ist eine inuk, die von weissen adoptiert wurde und nicht weiss, wer ihre wahren eltern sind. von ihrer kanzlei wird sie in den norden geschickt, um den vermeintlichen mörder mehrerer polizisten in ruhestand zu verteidigen. der mann möchte partout nicht reden und für die verhandlungen sieht es nicht gut aus. mit hilfe einer assistentin versucht sie selbst zu ermitteln und kommt den gründen des verbrechens langsam auf die spur - eine spur, die sie nicht erwartet hätte.
kurz gesagt: das buch ist genial! eine einzige lesefreude, wenn auch das ende ein wenig abrupt zu kommen scheint. die szenen in der rauen natur, der kalte im norden québecs, im leben des jungen pärchens dort, sind so lebendig beschrieben, dass man die kälte auf ihren jagden durch schnee und eis buchstäblich spüren kann (wunderbar erfrischend in diesen heissen sommertagen). das symbiotische leben, dass die inuit mit ihren tieren und der natur führen - oder geführt haben, ehe der kanadische staat so vieles zerstört hat - fasziniert und zeigt, wie weit sich der mensch im allgemeinen vom verständnis der natur abgewendet hat... michel jean verbindet in seinem roman mehrere katastrophen, die über die inuit im 20. jahrhundert hereingebrochen sind, wobei die zweite die für den roman namengebende ist - zum einen die massenweise staatliche entführung von inuit-kindern, die in heime kamen, um an weisse kanadier gegeben zu werden und zum anderen die vernichtung der für die inuit so wichtigen schlittenhunde, deren rasse dadurch sogar lange als ausgestorben galt - alles nur um eine funktionierende zivilisation zu zerstören, um ihr eine vermeintlich bessere zivilisation (die der "eroberer") ungefragt überzustülpen. wunderbar geschrieben verbindet michel jean historische ereignisse und tatsachen mit mitreißender fiktion und schafft es mit zwei strängen gestern und heute zu verbinden.