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Es tut mir leid - oder nicht..
Ich will es dir erklären
Ich will es dir erklären, was für eine sinnlose Phrase! Was denn erklären? Wie soll das gehen? Wie sollst du MIR erklären, warum du mir wehgetan hast? Dazu müsstest du ja verstehen, dass du mir wehgetan hast. Da kannst du doch nichts erklären, das einzige was du tun kannst ist zuhören. Und dich entschuldigen. Stattdessen willst DU mir was erklären? Was kann das wohl sein, was du MIR da erklären kannst?
Ich will es dir erklären geht immer ganz genau in folgende Richtung: DU hast alles falsch verstanden. DU hast überreagiert. DU bist hysterisch. DU bist der Fehler. ICH habe es doch nicht SO gemeint - das hast DU falsch verstanden.
Achso ja, mein Gott! Danke! Danke, dass du mir erklärst, dass ich nicht auf meine Gefühle hören soll! Dass ich nicht Angst davor bekommen soll, dass du mich nicht mehr liebst. Natürlich. Ich Dummerchen. Es tut mir ja so leid, dass ich etwas für dich empfinde. Dass mir Dinge nahe gehen. Ich habe Emotionen, sorry. Wie peinlich. Wird nicht wieder vorkommen.
Ich will es dir erklären heißt übersetzt: ich will dir die Schuld geben.
Liebe Mädchen, liebe Frauen, liebe Männer und Burschen! Es gibt viele, viele Menschen, die ihr Leben dem verschrieben haben, ihre Gefühle außen vor zu lassen (und damit einhergehend die Fähigkeit für jemand anderen Mitgefühl zu empfinden). Das ist die Ich-will-es-dir-erklären- Fraktion. Andere leben ihr Leben nicht als Teflonpfannen (es prallt alles ab) sondern als Menschen. Selten bis nie werden die Lager getauscht. Viele glauben auch sie wären Menschen, sind aber Teflonpfannen. Es gibt keine Moral von der Geschicht. Noch nicht.
Fest steht nur: wenn dir jemand etwas erklären will, dann ist das, was du gesagt hast, niemals angekommen und wird auch niemals ankommen, und zwar egal wie oft du es wiederholst.
Leid tun
Man sagt es so Doch fühlt man dabei keinen Schmerz, keine Reue, kein Leid, ändert sich nichts. Und man verletzt immer und immer wieder.
Es tut mir leid
Was? Was ist "es"? Dass ich unwissentlich etwas getan habe, das dir weh tut? Wie könnte mir das leid tun? Inwiefern? Wenn ich es nachfühlen könnte, hätte ich es ja nicht getan.
Dass ich etwas gesagt habe, das dir weh tut? Wieso sollte ich denn wissentlich etwas sagen, das dir weh tut? Was wird mir da unterstellt?
Dass ich deinen Erwartungen nicht gerecht wurde? Was ist "es"?
Was es nicht ist
Wenn man im selben Moment zu lachen beginnt. Wenn man was Böses gesagt hat und in den Arm genommen wird. Wenn sich jemand mit dir freut. Wenn es kein Rechthaben oder Schuld sein gibt. Wenn jemand an dich denkt und es gerne zeigt. Wenn man wütend sein darf, traurig und vergrämt. Wenn man gemeinsam leichter ist als allein. Wenn man Freude verspürt, wenn man an ihn denkt.
Worüber kann man mit dir nicht #diskutieren? Was, wenn man es trotzdem versucht? Liegt das Problem darin, dass dir das Thema unangenehm ist oder daran, dass du dir so sicher bist, dass du im Recht bist? Wenn letzteres: Was macht dich so sicher? #wennmankeineahnunghat #diskussion #debattenkultur #mundaufmachen #rechthaben #argument #streitkultur
Wir verlangen von den Anderen, dass sie uns so akzeptieren, wie wir sind, doch selber sind wir nicht bereit, die Anderen so zu akzeptieren, wie sie sind.
Otto Morr
Je mehr wir reden, umso mehr verlieren wir die Dinge aus den Augen, umso mehr entfernen wir uns, von dem, was wir wirklich sagen wollten.
Otto Morr
Wir reden und reden, diskutieren, debattieren, streiten, texten uns gegenseitig den Kopf voll, labbern uns in einen Rausch und merken überhaupt nicht mehr, wie mehr wir uns vollabbern, umso weniger verstehen wir, umso mehr geht es Thema vorbei – einfach mal innehalten, entspannen und lauschen, der Stille lauschen und wir werden die Antworten erfahren, die wir wirklich suchen.
Otto Morr
Recht haben und Geduld.
Dieser Eintrag wirkt etwas kraus. Ich wollte eigentlich auf etwas Anderes hinaus, landete aber im Schreibfluss bei einem ganz anderen Punkt....
Es wird überraschen, aber: Ich habe immer Recht!
Ich bin überhaupt nicht stolz darauf und bestehe auch gar nicht darauf immer Recht zu haben, aber es passiert einfach.
Optimist oder Pessimist? Realist!
Während andere noch abwägen und andere Perspektiven einwerfen wollen, habe ich bereits nahezu alle Möglichkeiten im Kopf abgewogen und mich für die schlüssigste Lösung entschieden. Ich bin mir nicht sicher, ob die ADHS-Problematik hierbei auch eine Rolle spielt. Ich beiße mich nahezu an diesen Aufgaben fest und versuche mich hier an all möglichen Konstellationen - und wir erinnern uns außerdem an die überdurchschnittliche Arbeitseffizienz.
Ich neige dann auch zur Ungeduld mit Anderen und sollte mich wohl ein bisschen zurücknehmen, während diese noch überlegen. Solche Kollisionen gibt es häufig mit meinem Vater, wo ein gewisser Altersstarrsinn noch sein übriges tut - bei ihm natürlich, nicht bei mir.
"Hab versucht mich in Geduld zu üben. Habe es abgebrochen, ging mir nicht schnell genug. "
„Wessen Schuld war das?“ „Du bist Schuld!“ „Jetzt hab ich also die Schuld?“ „Immer bin ich Schuld!“ Warum ist es für viele Menschen so wichtig zu klären, wer der schuldige ist? Vermeintlich stehen dann die Seiten fest. Der eine hat Recht und der andere ist schuldig. Doch ist es damit getan? Ein schlechtes Gefühl bleibt. Und das sogar auf beiden Seiten.„Du bist schuld! Immerhin hast Du von der verbotenen Frucht gegessen!“ Das wirft laut Bibel schon Adam seiner Eva vor. Solche Anklagen sind also so alt wie die Menschheit. Um den Kreislauf von Schuld und Unschuld zu beenden, ist es wichtig, dass beide Seiten das Dilemma verstehen. Und das beide Seiten diese Situation beenden wollen. Es geht um die Suche nach Lösungen, anstatt sich auf das Problem zu konzentrieren. Auch hier gilt wieder einmal: Liebe es, lass es, oder verändere es. Wer es also verändern möchte, sollte ins Gespräch gehen. Gibt es keine Basis für eine Klärung, weil sich der vermeintlich „Schuldfreie“ im Recht sieht, ist auch das eine Entscheidung. Und Sie wissen, was zu tun ist.Achtung Ausnahme!Natürlich gibt es Schuld. Bei Gewaltverbrechen und Straftat gibt es eindeutig Schuldige. Davon möchte ich hier nicht schreiben. Mir geht es um die Schuldzuweisungen bei (meist privaten) Gesprächen, in Beziehungen. Für viele Menschen ist es wichtig, in Streitsituationen einen Schuldigen zu finden und so den Streit vermeintlich zu beenden. Weil, wenn einer schuldig ist, muss er sich endschuldigen und so Frieden stiften. Damit schiebt der andere die Schuld zum anderen und ist, so glaubt die Person, frei.Entstehung von Schuld – ein ErklärungsversuchOft haben wir bereits im Kindesalter gelernt, dass wir uns für unsere Taten entschuldigen müssen. Für Eltern ist es meist einfacher dem Kind die Schuld an der Situation zuzuschreiben und sie damit in eine demütige Haltung zu bringen. Bei Streitigkeiten unter Kindern wird immer nach einem Schuldigen gesucht. Wer hat angefangen? Viele sind also von klein auf so konditioniert und machen das genau so weiter.Worum geht es also bei der Schuldfrage? Um Recht und Unrecht? Um Macht und Ohnmacht. Vielen Menschen ist es sehr wichtig, das klar zu klären. Dann wird mit dem Finger auf den anderen gezeigt: „Du hast Schuld an dem Ganzen!“ Der eine bleibt als vermeintlicher Sieger zurück und der andere hat Schuldgefühle. Aber geklärt ist damit gar nichts. Es bleibt immer etwas zurück und diese Beziehung ist nicht auf Augenhöhe.„Du hast mir das angetan!“ Das klingt nicht nur wie eine Bedrohung, es ist eine klare Kampfansage. Die Schuld wird komplett auf den anderen geschoben. So brauchen wir nicht über uns und unsere Angst nachdenken. Nach dem Motto Angriff ist die beste Verteidigung. Doch gerade für Beziehungen ist es so wenig kommunikativ und zielführend. So entsteht immer eine Klassifizierung, die einer gleichberechtigten, ausgeglichenen Beziehung im Weg steht.Reflexion ist die LösungSchuld gibt es nicht (außer Ausnahmen s.o.). Es gibt nur verschiedene Sichtweisen, ungeschickte Handlungen und dadurch Missverständnisse. Niemand muss für beide Seiten die volle Verantwortung übernehmen. Beide Seiten haben zum Konflikt beigetragen, haben ihren Anteil. Vielleicht hilft Ihnen dieser Blick auf die Streitigkeiten, um etwas ändern zu können.Betrachten Sie die Situation doch einmal in Ruhe und mit etwas emotionalem Abstand.- Was hat zur Situation geführt?- Welchen Auslöser hat es gegeben?- Ist das, was ich über die Situation denke wirklich wahr?- Was habe ich dazu beigetragen? (eigenen Anteil)- Warum hat mein Gegenüber so reagiert?- Was könnte in meinem Gegenüber vorgegangen sein?Wenn Sie ehrlich mit sich sind, werden Sie schnell sehen, wie auch Sie durch Ihr Verhalten zur Zuspitzung der Situation beigetragen haben. Manchmal gibt es emotionale Ausnahmezustände, die einen nur noch handeln lassen. Dieser Aktionismus bringt aber meist keine Lösung sondern eher eine Verschärfung des Konflikts. Sehen Sie genau hin, was können Sie beim nächsten Mal anders oder sogar besser machen? Wie können Sie Emotionalität aus der Situation nehmen?Und selbst, wenn wirklich Sie mal allein an der Situation „Schuld“ sind, dann können Sie das zugeben und sich dafür entschuldigen. Fehler sind dafür da, gemacht zu werden. Sie sind nicht schlimm, wenn man daraus lernt. Aber bitte mit einer selbstbewußten Haltung, denken Sie an das Thema Selbstliebe. Es geht also darum, in angemessener Weise Verantwortung zu übernehmen. Ihr Gegenüber wird das sicher positiv überrascht anerkennen. Am besten ist es also, den begangenen Fehler als Gelegenheit zu sehen, es beim nächsten Mal anders zu machen.Fallbeispiel: Sarah und MichaelSarah ist es leid. Seit Monaten leben sie und ihr Mann Michael aneinander vorbei. Er hat ein wichtiges Projekt, macht viele Überstunden, kommt spät nach Hause und sieht dann nur noch fern. Die Gespräche, die früher ihre Beziehung bereicherten, gibt es kaum noch. Da platzt Sarah der Kragen: „Du bist schuld, dass wir keine richtige Ehe mehr führen!“.Michael verteidigt sich erwartungsgemäß wortreich. Er rechtfertigt sein Verhalten mit der Notwendigkeit, Geld zu verdienen und sieht gar nicht ein, dass er allein Schuld hat. Der Streit eskaliert und die Stimmung in Sarahs und Michaels Beziehung ist auf dem Tiefpunkt.Erkennen Sie sich in Sarah und Michael wieder? Haben Sie ähnliche Situationen schon erlebt und fragen Sie sich, wie Sie solche Anklagen und Streitigkeiten verhindern oder lösen können?Kommunikation oder Manipulation?Respektvolle, aufrichtige und liebevolle Kommunikation ist eine wichtige Grundlage für langfristig gelingende Beziehungen. Dem Partner die Schuld an Beziehungsproblemen oder eigenen Schwierigkeiten zu geben, ist daher kein Beispiel für gute Gesprächsführung."Der Satz ‚Du bist schuld‘ deutet auf einen Manipulationsversuch im Gespräch hin. Der Schuldige soll emotional erpresst und unter Druck gesetzt werden, um sich dann anschließend entsprechend verändern zu lassen. Allerdings wird diese Taktik vermutlich nicht aufgehen“„Du bist schuld!“ – Rechtfertigen Sie sich nicht!Der Anklage „Du bist schuld“ geht nämlich meistens eine längere Geschichte voraus. Oft entwickeln sich Konflikte aufgrund alltäglicher Probleme, wie unterschiedlichem Ordnungssinn oder Freizeitgestaltung. Wird sich zunächst noch über herumliegende Socken und mangelnde Hilfe im Haushalt aufgeregt, ist die persönliche Ebene der nächste Schritt.„Geben Sie nicht dem Drang nach, sich bei einer solchen Anklage sofort zu rechtfertigen. Versuchen Sie lieber, das Gespräch in eine positivere Richtung zu lenken und finden Sie heraus, was hinter den Vorwürfen steckt. Verständnis ist der Ausweg aus der Negativspirale“.Die Frage nach dem "Warum"Michael hätte auch anders reagieren und sich etwa fragen können, warum Sarah ihm vorwirft: „Du bist schuld!“. Er hätte versuchen können, nachzufragen, was Sarah wirklich bedrückt. Vermutlich hätte sie dann erzählt, dass sie die gemeinsame Zeit in der Beziehung vermisst und sich ungeliebt fühlt.„Eine Begründung für das Verhalten des Partners zu erhalten, ist wichtig. Denn dann können Sie selbst anfangen, Verständnis für den Anderen zu entwickeln. Und mit diesem Verständnis sehen Sie die Dinge positiver.“Verletzt? Der Satz: „Du bist schuld!“ verletzt zweifellos. Hinzu kommt, dass Vorwürfe von einem geliebten Menschen besonders schwer zu verkraften sind. .„Dazu kann es auch Sinn machen, sich Hilfe zu holen. Überlegen Sie auch, ob Sie hierzu nicht auch eine Paartherapie in Anspruch nehmen wollen“