17.04.2020
Schon bestellt haben, bis man die Gegensprechanlage des Drive-In-Schalters erreicht hat
Ich bin bereits länger Nutzer der App des Schnellrestaurant-Marktführers, habe aber die praktische Bestellfunktion noch nie genutzt, weil man nur bar am Schalter (irgendwie witzlos) oder mit Kreditkarte bezahlen kann. Ich habe zwar zwei Kreditkarten, aber beide nicht für das Konto, von dem ich Restaurantbesuche bezahle.
Eigentlich funktioniert die aber so: In der App kann man seine Bestellung in Ruhe vorbereiten. Im Restaurant mit Tischservice oder auch zu Hause oder irgendwo. Wenn man mit der Bestellung in einem bestimmten Umkreis um das gewählte Restaurant ankommt, kann man die Bestellung abschicken. Sitzt man bereits am Tisch, gibt man die Tischnummer mit an, holt man ab, bekommt man eine Abholnummer, als hätte man an der Theke oder dem Bestellterminal bestellt, das im aktuellen Infektionskontext ganz sicher niemand benutzen sollte.
Nun ist aber Coronazeit und das eigentliche Restaurant hat geschlossen. Nur der von mir sonst gemiedene Drive-In-Schalter hat geöffnet, übrigens auch für Abholer ohne Auto. Die stehen dann zwischen den Autos in der Schlange, was mir mäßig attraktiv erscheint (also zwischen den Autos zu stehen, die Fahrradfahrerin, die gerade hinter mir meine Abgase einatmet, erscheint mir durchaus attraktiv). Das Restaurant erfreut sich auch während der Coronazeit einer großen Beliebtheit und so steht man am Drive-In-Schalter trotz ungewöhnlich schneller Abwicklung in einer ziemlich langen Autoschlange herum. Da fällt mir die App wieder ein und ich probiere mal aus, ob man damit auch seine Drive-In-Bestellung durchführen kann. In dem Fall erscheint mir die Barzahlung gar nicht mehr so witzlos, weil man am Bezahlfenster ohnehin vorbeikommt und dort dann einfach seine Karte ans Lesegerät hält. Und in der Tat, bis ich an der verhassten Gegensprechanlage ankomme, habe ich in aller Ruhe meine umfangreiche Bestellung zusammengetippt und muss nun nur noch dem Menschen einen vierstelligen Bestellcode durchgeben. Er freut sich, dass ich den Weg in die App gefunden habe und begrüßt mich mit meinem Vornamen. Das klingt so, als ob auch die andere Seite der Gegensprechanlage die Bestellung darüber als mühselig und lästig empfindet. Am nächsten Fenster bezahle ich wie geplant einigermaßen kontaktlos durch Anhalten meiner Girokarte an das Lesegerät (plus PIN-EIngabe) und am dritten Fenster sind meine Sachen bereits eingetütet und abholbereit. Ich bin beeindruckt von der reibungslosen Abwicklung, das bin ich bei dieser Filiale ganz anders gewohnt. So werde ich das wieder machen, aber dann bereiten wir die Bestellung schon zu Hause vor.
Warum man außer Barzahlung (gemeint ist verwirrenderweise Bar- oder Kartenzahlung an der Theke bzw. am Schalter) und Kreditkarten keine andere Zahlungsmethode in der App wählen kann, ist mir bis heute nicht klar. Und so wundert es mich auch nicht, dass ich noch nie jemanden mit der App habe bestellen sehen. Praktisch alle, die ins Restaurant reinkommen, gehen direkt zu den Terminals oder der Bestelltheke und wer ohne Essen am Tisch sitzt, hat einen dieser Wartenummeraufstellern vor sich stehen, deren Nummer mit der Bestellung verknüpft ist und über die der Tischservice die gebrachten Tabletts zuordnen kann: Während man am Terminal oder an der Theke bestellt, kennt man ja seine Tischnummer noch nicht.
Übrigens stelle ich am gleichen Tag fest, dass ich im Getränkemarkt einen Betrag von rund 55 Euro ohne PIN-Eingabe mit Karte zahlen kann. Das überrascht mich, der Presse hatte ich nämlich entnommen, dass die Grenze für Zahlungen ohne PIN auf 50 Euro angehoben wurde. Der Betrag unter 25 Euro, den ich beim Schnellrestaurant bezahlen musste, ließ sich hingegen nicht ohne PIN-Eingabe abwickeln. Ich erlebe hier dennoch einen kurzen Glücksmoment, weil die Kartenlesegeräte an den Terminals dieser Filiale mit Karten meiner Sparkasse nämlich gar nicht kontaktlos sprechen möchten, dort also immer Chip plus PIN angesagt ist.
(Gregor Meyer)














