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In Rom feiern die Staats- und Regierungschefs der EU an diesem Wochenende das 60-jährige Bestehen der „Römischen Verträge“ Sie bilden das Fundament der EU. Doch viele Italiener stehen der Union heute skeptisch gegenüber, einer jüngsten Umfrage zufolge sind es 53 Prozent. „Die Lage hat sich nicht verbessert sondern verschlechtert“, sagt eine Passantin. „Vor allem seit…
EU-Begeisterung der Italiener weicht dem Skeptizismus was originally published on www.schunck.info
Wenn ein Skeptiker mit Möglichkeiten rechnet, mit denen, wie wir sagen, vernünftigerweise nicht zu rechnen ist, kann das Problem sogar ein ethisches werden. Denn um recht zu behalten, wird er sich am Ende einfach weigern können (und müssen), eine Kompetenz zu erwerben oder auszuüben, mit der er praktisch völlig befriedigend an einer funktionstüchtigen gemeinsamen Praxis teilnehmen könnte. Zur Teilnahme kann ihn freilich kein Argument zwingen. Und wir können seine Behauptung, daß er etwas nicht könne, auch nicht einfach widerlegen. Vielleicht ist dem ja so. Aber dann ist das Problem offenbar kein epidemisches Problem mehr; der Skeptiker ist kein Skeptiker mehr; er ist bloß inkompetent. Da aber immer offenbleibt, ob der radikale Skeptiker Probleme mit dem Wissen oder dem Können hat, ist er am Ende argumentativ unwiderlegbar. Wir werden uns andere Gesprächs- und Kooperationspartner suchen müssen.
Pirmin Stekeler-Weithofer: Philosophie des Selbstbewußtseins. Hegels System als Formanalyse von Wissen und Autonomie, Frankfurt am Main 2005, S. 145.
Wenn typische Skeptiker sagen "dafür gibt es keinerlei Beweise" muss ich manchmal ein wenig schmunzeln - als ob in einem Menschenleben nur das relevant wäre, was sich beweisen lässt ... es kommt auch immer darauf an, um welchen Bereich es geht - kontextloser Skeptizismus ist naiv.
"Ich sitze mit einem Philosophen im Garten; er sagt zu wiederholten Malen " Ich weiß, dass das ein Baum ist", wobei er auf einen Baum in unserer Nähe zeigt. Ein Dritter kommt daher und hört das, und ich sage ihm: "Dieser Mensch ist nicht verrückt: Wir philosophieren nur."
L. Wittgenstein, Über Gewissheit, 467
Eine nur scheinbar harmlosere Variante des Skeptikers ist der Inhaltsformalist. Er gibt vor, nur solche Normen und Regeln und Kriterien des Richtigen zu begreifen, die exakt formuliert und schematisch ausführbar sind. Der moderne Axiomatizismus ist eine Variante dieses Skeptizismus im Blick auf die exakten Wissenschaften. Er ist eng verknüpft mit der Haltung eines entsprechenden Kannitverstan, das rhetorisch eingesetzt wird in der zumeist willkürlichen Verweigerung der freien Teilnahme an einem selbstständigen Sinnverstehen in bezug auf nicht schon voll schematisierte Inhalte.
Stekeler-Weithofer, Pirmin (2005): Philosophie des Selbstbewußtseins. Hegels System als Formanalyse von Wissen und Autonomie. S. 146. Frankfurt am Main: Suhrkamp.
Sich fragen, ob die Welt wirklich ist, heißt selber nicht verstehen, was man sagt.
Maurice Merleau-Ponty: Phänomenologie der Wahrnehmung. Berlin 1966 S. 396
6.5 Zu einer Antwort, die man nicht aussprechen kann, kann man auch die Frage nicht aussprechen. Das Rätsel gibt es nicht. Wenn sich eine Frage überhaupt stellen lässt, so kann sie auch beantwortet werden. 6.51 Skeptizismus ist nicht unwiderleglich, sondern offenbar unsinnig, wenn er bezweifeln will, wo nicht gefragt werden kann. Denn Zweifel kann nur bestehen, wo eine Frage besteht; eine Frage nur, wo eine Antwort besteht, und diese nur, wo etwas gesagt werden kann. 6.52 Wir fühlen, dass, selbst wenn alle möglichen wissenschaftlichen Fragen beantwortet sind, unsere Lebensprobleme noch gar nicht berührt sind. Freilich bleibt dann eben keine Frage mehr; und eben dies ist die Antwort. 6.521 Die Lösung des Problems des Lebens merkt man am Verschwinden dieses Problems. (Ist nicht dies der Grund, warum Menschen, denen der Sinn des Lebens nach langen Zweifeln klar wurde, warum diese dann nicht sagen konnten, worin dieser Sinn bestand?) 6.522 Es gibt allerdings Unaussprechliches. Dies zeigt sich, es ist das Mystische. 6.53 Die richtige Methode der Philosophie wäre eigentlich die: Nichts zu sagen, als was sich sagen lässt, also Sätze der Naturwissenschaft - also etwas, was mit Philosophie nichts zu tun hat -, und dann immer, wenn ein anderer etwas Metaphysisches sagen wollte, ihm nachzuweisen, dass er gewissen Zeichen in seinen Sätzen keine Bedeutung gegeben hat. Diese Methode wäre für den anderen unbefriedigend - er hätte nicht das Gefühl, dass wir ihn Philosophie lehrten - abersie wäre die einzig streng richtige. 6.54 Meine Sätze erläutern dadurch, dass sie der, welcher mich versteht, am Ende als unsinnig erkennt, wenn er durch sie - auf ihnen - über sie hinausgestiegen ist. (Er muss sozusagen die Leiter wegwerfen, nachdem er auf ihr hinaufgestiegen ist.) Er muss diese Sätze überwinden, dann sieht er die Welt richtig. 7 Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen.
Ludwig Wittgenstein: Logisch-philosophische Abhandlung (1921)