In seinem dialogischen Kommentar zu Hegels ‘Phänomenologie des Geistes’ spricht sich Pirmin Stekeler beim Thema Religion im Sinne von Hegel für eine “Typologie und Strukturgeschichte der Entwicklung der Religion als Entwicklung des Selbstbewußtseins der Menschen” aus: “Die heute gerade in den historischen Religionswissenschaften üblichen Narrationen über die Riten und den Glauben von als gleichwertig (und damit allzu flach) dargestellten Religionen und über die persönlichen Überzeugungen und Praktiken der Gläubigen verzichtet dagegen auf jede logische Strukturanalyse des Phänomens der Religion als Reflexionsform und der verschiedenen Typen und Tiefen des Religiösen. Man feiert bestenfalls die eigene religiöse Toleranz auch gegen jeden Aberglauben. Unverstanden bleibt der Sinn religiöser Redeformen. Unbefragt bleibt der Widersinn ethnischer oder nationaler Abkapselungen. Man verbleibt damit denkerisch im 17. Jahrhundert, dem Jahrhundert des bloßen Waffenstilstands nach den Religionskriegen, oder der anti-religiösen Aufklärung des 18. Jahrhunderts. Ein solcher Religionsfriede westlicher Toleranz ist aber längst nicht gut genug, zumal eine bloße Toleranz immer auch zu wenig ist.”












