
#iwtv#interview with the vampire#amc tvl#sam reid#jacob anderson




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#saustark #roccodelschlacko #stramm (hier: Rocco Del Schlacko Festivalgelände) https://www.instagram.com/p/B0_otqRIXPw/?igshid=vlj7objuongn
Her Eyes- Stramm
Verzweifelt
Droben schmettert ein greller Stein
Nacht grant Glas
Die Zeiten stehn
Ich
Steine.
Weit
Glast
Du!
Küchenanalytische Literaturrat-Schläge III
Bei tobender Ungeduld und der Vereindeutigung des Gesprochenen durch das Abbrechen der Bezüglichkeiten: Maurice Blanchot - Warten und Vergessen.
Bei Melancholie im Senkflug und ihren Spreizungen gleich welcher Radierung, die selbst das Enden des Schnurrens der Katze (die im Übrigen die angemessenste Metaphorisierung der Metaphysik) zur Selbstanklage ob der Grobheit der Finger reizt (denn dort ist zu finden die Freundschaft der Einsamkeit): Fernando Pessoa - Das Buch der Unruhe.
Bei dem sicheren Wissen, dass der Wahnsinn sich in die Bedeutungen der eigenen Sätzen eingeschleicht, und die Selbstverachtung jäh ein betoniertes Fundament gewinnt, weil es doch immer nur selbst sprechen will: Edmond Jabès - Das Buch der Fragen.
Bei Aufgehen der eigenen Begrenztheit, im Wortspiel der Anderen nicht die Spitzen mehr zu sehen, sondern sie im eigenen Fleisch zu verspüren - und trotzdem einer Eloquenz anzuhängen, die genau diese schmerzenden Spitzen erwünscht: Rudolf Borchardt - Vereinigung durch den Feind hindurch.
Bei Wiedereinsetzen des Phobischen vor dem Berühren, dem Sich-Annähern, in erhöhten Dosen, gerne, unbedingt gerne laut vorgetragen: August Stramm - Warten.
Bei Feindlosigkeit der Wut, die sich irgendwann von der Dialektik des Vaginalen etwas abkupfern mag, lies mit leichtem Zögern und dem Einfühlen in die Masturbation: Peter Weiß - Abschied von den Eltern.
Bei Mattwerdung und zum fliegenden Durcharbeiten des Endens von etwas, lass es Dich doch aufschneiden, geh doch dorthin, wo auch mal ein Beilchen den Liebsten schlägt: Marcel Beyer - Menschenfleisch.
Und keine Bange: Die Dosierungen sind unentscheidbar, die Mengen so gewaltig, gewalttätig, dass sie nie wirklich überrollen können. Wer das alles lesen soll? Wie dies alles gelesen werden könnte? Wie könnte ich denn alles gelesen haben? Sei doch beglückt davon, dass Deine Lektüre nie an ein Ende kommen wird. So vieles, was Du nie lesen wirst, aber was dort west, was unendlich warten, was Dich immer schon vergessen hat, was nie an Dich denken wird, aber zu Dir sprechen, wenn etwas Endlichkeit den Anfang bereitet.
Verzweifelt - Droben schmettert ein greller Stein Nacht grant Glas Die Zeiten stehn Ich Steine. Weit Glast Du!
August Stramm: Verzweifelt, in: Jörg Drews (Hg.): August Stramm - Gedichte. Dramen. Prosa. Briefe, Stuttgart 1997, S. 29.
Das Wollen steht Du fliehst und fliehst Nicht halten Suchen nicht Ich Will Dich Nicht! Das Wollen steht Und reißt die Wände nieder Das Wollen steht Und ebbt die Ströme ab Und schrumpft die Meilen in sich Das Wollen steht Und keucht und keucht Und keucht Vor dir! Vor dir Und hassen Vor dir Und wehren Vor dir Und beugen sich Und Sinken Treten Streicheln Fluchen Segnen Um und um Die runde runde hetze Welt! Das Wollen steht! Geschehn geschieht! Im gleichen Krampfe Pressen unsre Hände Und unsre Tränen Wellen Auf Den gleichen Strom! Das Wollen steht! Nicht Du! Nicht Dich! Das Wollen steht! Nicht Ich!
August Stramm: Liebeskampf, in: Jörg Drews (Hg.): August Stramm - Gedichte, Dramen, Porsa, Briefe, Stuttgart 1997, S. 19f.
Schnellfeuer! Blaue Bohnen! Bohnen! Blaue Augen! mein Schatz hat blaue Augen. haha! drauf! drauf! sie laufen. Korn nehmen. Zielscheiben. laufen. Mädchenbeine. ich beiße. beiße. verflucht. Küsse scharf […] Fieber. mit dem Revolver schieß ich sie nieder. wie leicht er in der Hand liegt. zierlich. flach. die Mündung vorn. und rund. fein. zum Küssen. Lippen. haha! ich bin verliebt. der Revolver ein Mädchen! ich hab noch nie mit ihr geschossen. jungfräulich. und die kleinen Patronen. sie hinein passen. schlüpfen.
August Stramm: Warten, in: Jeremy Adler (Hg.): August Stramm – Die Dichtungen. Sämtliche Gedichte, Dramen, Prosa, München–Zürich 1990, S. 260.