Das Versenden physischer Datenträger mit der Post macht mich fertig
Ich nehme an einer umfangreichen Fortbildung mit mehreren Arbeitsphasen teil.
Es geht auch um pädagogische Aspekte und zwischen den einzelnen Arbeitsphasen müssen Videodateien von Unterrichtssequenzen eingesandt werden.
Gegen Ende der ersten Phase erläutert die Leiterin des Lehrgangs, dass die Dateien auf eine DVD gebrannt per Post eingeschickt werden müssten. Mir schwant Böses und ich frage, ob es nicht noch andere Wege der Datenübermittlung gäbe. Sie entgegnet, dass sie die Teilnehmer nicht zwingen wolle, sich mit so etwas auseinanderzusetzen … (nun, ich hatte eigentlich nicht vor, irgendjemanden zu etwas zu zwingen, wollte nur selbst halt keine DVDs mit der Post verschicken müssen, aber wo wir schon beim Thema sind: Wäre es nicht eigentlich ein Stück weit ihre Aufgabe, die Teilnehmer zu zwingen, sich mit so etwas (= das Internet?) auseinanderzusetzen? Aber ich schweife ab.)
Eine DVD muss es also sein. Mein einziger Computer ist ein recht betagtes MacBook, das tatsächlich noch einen DVD-Brenner hat, allerdings ansonsten schon ziemlich tatterig ist. Es müsste dringend erneuert werden, aber dazu fehlt gerade das Geld. Das Betriebssystem ist uralt, aber ich befürchte, dass nach einem Update alle möglichen Programme nicht mehr ordentlich laufen und ich habe nicht die Zeit, mich auf eventuelle Probleme unbekannten Ausmaßes einzulassen, ich brauche den Computer täglich für die Arbeit.
Eine Zeitlang geht alles gut, aber schließlich ist eine Video-Datei zu groß für die DVD. Ich gucke mich nach einem Konverter um, aber alles, was ich finden kann, erfordert ein neueres Betriebssystem. Schließlich finde ich doch einen etwas komischen und kann die Datei komprimieren.
Kurz darauf erreicht mich ein empörter Anruf, das Bild stünde auf dem Kopf und außerdem sei ein Wasserzeichen des Konverters zu sehen, ich möge das sofort in Ordnung bringen. Ich erkläre das Problem; kurze Diskussion zur Datenübermittlung, die darin endet, dass ich einen USB-Stick mit der Post schicken solle, was ich umgehend tue.
Kurz darauf ein erneuter Anruf, diesmal von einer deutlich umgänglicheren Verwaltungsperson, der Brief sei zwar angekommen, aber der USB-Stick darin sei weg, nach ein bisschen Hin und Her stellt sich heraus, dass er wohl von der Sortiermaschine der Post herausgedrückt wurde. Ich solle sofort einen neuen schicken. Ich habe im Moment nur den einen USB-Stick und kann gerade nicht in die Stadt fahren, einen neuen zu kaufen. Ich kann eine Frist für den nächsten Tag verhandeln, kaufe zwei USB-Sticks (um noch einen zu Hause zu haben), und schicke die Datei zum dritten Mal, diesmal auf einem in Luftpolsterfolie eingepackten Stick.
Die verschickten USB-Sticks bekomme ich zurück, so dass ich nun zwei USB-Sticks zu Hause habe, die vor allem dazu dienen, Dateien von meinem Scanner zu meinem Computer zu transportieren. Aber das ist eine andere Geschichte und soll ein anderes Mal erzählt werden.