Die Verbannung von Hagar von Friedrich Overbeck (1841, oil on canvas)
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Die Verbannung von Hagar von Friedrich Overbeck (1841, oil on canvas)
Die Verbannung aus dem Paradies von German School (coloured engraving)
EINES VON VIELEN „REGENBOGEN-BILDERN“ UND DIE GESCHUNDENE SEELE EINES FÜNFJÄHRIGEN KINDES
Dass eine rüstige Bauerstochter, die 98 Jahre alt geworden ist, mit 39 Jahren so schwächlich und gebrechlich war, dass sie während ihrer letzten Schwangerschaftsmonate eine Schonzeit brauchte und ihren fünfjährigen Sohn für drei Monate in die Verbannung schickte mutet auch nach über 65 Jahren verstörend an und war auch für die damalige Zeit ungewöhnlich.
Dass auch später alle Themen, die sich um Geburt, Zeugung oder auch Sexualität drehten, stets tabuisiert oder mit Ekel und Abscheu behandelt wurden, deuten eher auf Abgründe hin, die wahrscheinlich eine Vorgeschichte haben und möglicherweise auch mit einem Kriegstrauma zusammenhängen. Der Ekel, den lebensfrohe Frauen bei meinen Eltern, besonders bei meiner Mutter auslösten, wäre nochmals ein gesondertes Kapitel wird. Mit 14 Jahre aber auch noch mit 15 Jahren bläute man mir zum Beispiel ein, ich dürfte auf keinen Fall eine Beziehung mit einem Mädchen eingehen, da ich mir sonst eine Geschlechtskrankheit zuzöge, die sich dann automatisch auf sie übertrüge. Später kam noch eine panische Angst dazu ich könnte homosexuell werden.
Meine Verbannung hat daher nichts mit den üblichen Schwangerschaftsbeschwerden zu tun, sondern mit der Unfähigkeit oder besser gesagt Unwilligkeit die Niederkunft einem fast sechs Jahre altem Kind zu erklären. Eines der wohl üblichen Metapher ist die Mär, dass Neugeborene aus dem Himmel – wo sie bislang als „Engel“ gelebt haben auf einem Regenbogen auf die Welt rutschen. Dieses Motiv habe ich dann in meiner Verbannung in der schwäbischen Alp inflationär gemalt. Oft kreisen über dem Regenbogen noch ein oder zwei Rote Milane.
Das veröffentlichte Bild hat mich tiefenpsychologisch betrachtet sehr nachdenklich gemacht. Meine zukünftige oder gerade erst geborene Schwester kommt als dunkler Engel herangeschwebt. Aus der Richtung, aus der sie kommt – linke Ecke – regnet es. Dort ballen sich die Wolken zusammen. Links wird in Träumen meist mit dem Unterbewusstsein oder dem Unbewussten assoziiert. Rechts – auf der Seite des Bewusstseins dagegen scheint die Sonne. Dort auf der rechten Seite stehen die (inneren, wie äußerlichen) Eltern und Verwandten und alle die sagen: Freu dich! Jetzt bist du ein großer Bruder usw. Sei stolz! Die linke Seite dagegen warnt. Pass auf. Es droht Unheil! Natürlich habe ich beim Malen dies nicht „gedacht“. Das Bild ist vielmehr ein Traumbild, dass eine Stimmung wiedergibt, die ich zwar spürte, aber nicht artikulieren konnte.
Tatsächlich begannen kurz nach meiner Rückkehr aus dem Exil, spätestens ab der Einschulung Ostern 1961 die ersten Drohungen und Misshandlungen. Es begann schon damit, dass mein Vater mir Schläge androhte, wenn ich nicht lerne meine Schule allein zu binden oder weil ich nicht auf Anhieb ein neuen Großbuchstaben schreiben konnte. Spätestens ab der 2. Grundschulklasse gehörten dann schwere körperliche Züchtigungen zum familiären Rahmenprogramm…
…
EU verbannt belarussische Fluglinien aus gemeinsamem Luftraum was originally published on
Die Verbannung der Wahrheit
"Seymour Hersh ist einer der renommiertesten Investigativreporter seiner Zeit: So deckte er zahlreiche Vergehen der US-Regierung und des Militärs auf, darunter das Massaker von Mỹ Lai, die Abhöraffäre um Henry Kissinger oder die Lügen über die Ermordung Bin Ladens. Doch während er Politikern, Konzernen und den eigenen Redakteuren im Kampf um die Wahrheit die Stirn bot, sah er sich immer häufiger mit einem zweifelhaften Aspekt seines Berufsstandes konfrontiert: geheimen Übereinkünften mit den Mächtigen. In seinen Memoiren beklagt Hersh, was diese Anbiederung durch die Medien bedeutet: den Tod des Investigativjournalismus."
Wer je daran zweifeln sollte, dass Menschen vornehmlich soziale Tiere sind, der sollte sich bewusst machen, dass - abgesehen von der blanken Folter - schon immer die Verbannung als die härteste Strafe galt, die eine Gesellschaft verhängen konnte.
Christopher Ryan und Cacilda Jethá, Sex - die wahre Geschichte (p. 106)
Verbannung? Fragment
Am Ende sind wir ja doch nur Engel die verbannt werden weil sie eine besondere Person zu viel lieben...