Elektroauto vs. VW Lupo
Vor kurzem kam bei uns zu Hause die Diskussion auf bzgl. Umweltschutz und Elektroautos. Bzw. entstand diese Diskussion zwischen meinem Freund und seinem Vater. Was Umweltschutz betrifft, surft er da nicht ganz auf meiner Linie, weil ihm das eigentlich egal ist. Entsprechend vielen auch die üblichen Meldungen, die man sooft von Menschen hört, die dem Thema einfach nichts abgewinnen können. Ein Punkt den ich heute aber ansprechen möchte, ist, dass er meinte, wenn mir Umweltschutz so wichtig wäre müsste ich ein Elektroauto fahren.
Ich habe an der Diskussion leider nicht teilgenommen, sondern bekam sie nur erzählt, aber meine Antwort darauf wäre ein ganz klares: „NEIN!“
Warum nein?
Man darf nie vergessen, wir sind in einem System, das uns zwingt zu konsumieren, altes soll weg neues soll her, wir sollen nicht brauchen, wir sollen VERbrauchen. Daher nennt man uns auch so schön die VERbraucher. Und genau das wäre es was ich machen würde, würde ich mein altes Auto hergeben und mir ein neues holen. Der Industrie in die Hände spielen, aber nicht der Umwelt.
Ich fahre einen alten VW Lupo, 2002er Baujahr. Ein kleines Auto, wenn man so will, das damit, wenn es um Nachhaltigkeit im Individualverkehr geht schon einmal einen klaren Vorteil gegenüber manch anderem Auto besitzt, denn je weniger Masse das Objekt hat das ich bewegen will umso weniger Energie braucht es. Zudem kommt noch hinzu, dass es meinen kleinen Lupo ja schon gibt, für ihn wurden auch Rohstoffe und Energie bei der Herstellung verbraucht, er musste auch irgendwann produziert werden. Aber – und das ist sein entscheidender Vorteil – ihn gibt es schon, anders als vielleicht so manches Elektroauto, für das man bei jedem Bau wieder extra neu Energie und Ressourcen verbrauchen muss, für so manchen der sich ein reines Gewissen kaufen will und nicht merkt, dass ein neues Auto vom Band schon so viel Last mit sich trägt und jedes Mal wieder aufs neue so viel Schaden anrichtet, das es eigentlich nicht dafür spricht neu zu kaufen.
Elektroautos, sind ja auch noch relativ neu und werden nun millionenfach produziert, von ganz klein bis … naja … leider auch ganz groß. (Je mehr Masse in Bewegung umso mehr Energie braucht es diese Masse in Bewegung zu bringen – Nachhaltigkeitsgedanke dahinter?)
In einem Elektroauto sind seltene Erden verbaut, für die man anderorts zusätzlich zu dem Schaden den wir ohnehin schon angerichtet haben, nun noch mehr Schaden anrichten und wieder mal (das können wir ja gut) ganze Ökosysteme zerstören und Menschen ausbeuten. Lithium wird zum neuen Erdöl. Natürlich sieht man hinten nichts rauskommen und keinen Dreck aber ich frage euch trotzdem, glaubt ihr, dass es angesichts der Tatsache wie viel Schaden es anderswo noch anrichtet wirklich NACHHALTIG sein kann und wirklich GRÜN?! Mal abgesehen davon, dass soweit ich informiert bin auch die Entsorgung noch so manchen vor Probleme stellt.
Allem voran, dass unser Stromverbrauch auch so schon groß genug ist und unser Stromnetz (zumindest in Österreich) auch so oft schon kurz vor dem Kollaps steht. Müssen wir jetzt auch noch unsere Elektroautos damit füttern. Na ob das wirklich Zukunft hat? Und wenn ja wie nachhaltig ist sie?
Also fahre ich lieber meinen bereits existierenden VW Lupo den man nicht mehr extra neu für mich produzieren muss und diesen dafür aber mit bedacht. Heißt, kürzere Strecken zu Fuß gehen oder mit dem Rad und bei längeren Strecken alles in einem Rutsch erledigen, damit ich sie nicht doppelt und dreifach fahren muss. Wofür ich das Auto ja hauptsächlich brauche ist um zur Arbeit zu fahren, auch die Verbindung mit den Öffis hätte ich schon gecheckt, leider gibt es da keine passende. Wir wohnen ja relativ ländlich und Busse fahren dort nur alle Stunden mal – leider, die Bahn ist fast zu weit, das würde einen Mehraufwand von locker zwei Stunden für mich bedeuten, was ich mir – ja ich gebs zu – auch nicht antun will. Auch Fahrgemeinschaften mit Arbeitskollegen sind nicht wirklich machbar. Es bleibt mir nur, mit dem was ich habe, so sparsam wie möglich umzugehen.
Ich bin ja der Überzeugung, wenn es uns wirklich um den Nachhaltigkeitsgedanken geht, werden wir auf kurz oder lang ohnehin wieder wegmüssen vom Individualverkehr, das ist in meinen Augen langfristig betrachtet die einzig wirklich Platz- und Ressourcensparende und damit auch nachhaltige Lösung. Alles andere wird auf Dauer nicht funktionieren.
Zum Abschluss möchte ich noch gerne Roland Düringer zitieren:
Wir Diskutieren immer über das WAS! WAS ist richtig, WAS ist falsch. Wir diskutieren aber sehr selten über das WIE oder über das WIEVIEL! Und das ist die entscheidende Frage! Wenn ich Sie jetzt Frage, was ist besser für unsere Umwelt, ist es ein modernes Elektroauto oder ist es ein alter Citroän BX, Baujahr 1992 mit zweihundertachttausend Kilometer, Diesel, wo es schwarz hinten hinaus raucht. Was ist besser für die Umwelt?!
Warum könnte der Citroän besser sein? Genau! – Denn der muss nicht mehr produziert werden! Den gibt es schon! Aber wenn man mit einem alten BX fährt wo es hinten hinaus raucht, hat man ein schlechtes GEFÜHL! Weil in uns, durch Information ein Gefühl entstanden ist, das ich haben muss, wenn ich mit einem alten stinkenden Diesel Auto fahre und wenn ich jetzt mit dem neuen Elektroauto fahre – na dann bin ich ein Guter! Das heißt wir fühlen uns automatisch besser – obwohl es in unserem Kopf nur als Idee drinnen ist!
Vortrag: https://www.youtube.com/watch?v=xb-N4QULl6w













