Eigentlich sitze ich seit einer gefühlten Ewigkeit an diesem Pamphlet zu weltumspannenden Netzwerken jeglicher Art. Die Idee gläserne Menschen zu schaffen, und das als einzig wahre Errungenschaft zu feiern ist der Abgesang jeglicher Form von Spiritualität und Zufall. Öffentlich relevante Medien würden mich wohl als Skeptiker ächten und auf den medialen Scheiterhaufen verbrennen. Inquisition reloaded. Macht hat, wer die Meinung macht. Und Meinung wird nun mal von Mächtigen gemacht. Und zur Zeit ist es eben en vogue alles schönzureden, und Skeptiker auszugrenzen. So haben wir eine Gleichschaltung geschaffen, die es zuletzt im sowjetischen Block gegeben hat. Da waren scheinbar nicht alle Ideen schlecht, genau wie bei den Nazis eine einheitliche Weltwährung zu schaffen.
Man muss wissen, ich bin kein gläubiger Mensch. Es könnte damit zusammenhängen, dass ich in einer Zeit des Wohlstands geboren wurde. Wohlstand nicht im Sinne von einem Leben in Saus und Braus, sondern gefestigte Strukturen und soziale Absicherung wenn man beruflich fällt. Da ist Glaube meist nur unnötiger Ballast. Der Preis ist natürlich, dass man dann in eine Abhängigkeitsspirale kommt, in der Freiheit und Entfaltung nur noch bedingt Einzug halten. Dann stellt man fest, dass Entfaltung in einer, dem Markt unterworfenen, kapitalistischen Ordnung nur bedingt möglich ist. Klar gibt es Menschen, die ihre Möglichkeiten finden, doch grundsätzlich möchte man solch eine Abhängigkeit vermeiden. Es ist aber gut zu wissen, dass es sie gibt. In anderen Ländern ist das nur ein kühner Traum. So muss man sich dieses Privileg immer vor Augen halten.
Da werden uns Bilder gezeigt, von Wissenschaftlern die im gelobten Land, früher mal Mexiko/Kalifornien, Pferde streichelnd von Ideen schwafeln, die uns nur in Teilen bereichern werden. Davon mal abgesehen, dass der Markt dringlichst eine unabhängige Ordnung braucht, die diese ekelhaften Gewinnspannen unterbinden, begeben wir uns auch in eine zweifelhafte Abhängigkeit. Wenn reales Kapital nur noch in eine Richtung wandert, kann man dieses Geld natürlich auch nachteilig einsetzen um eigene Interessen durchzusetzen. Ich sehe die Gefahr, dass wir in einer Wirklichkeit aufwachen, in der wir nur noch funktionieren, wo selbst unsere Träume registriert oder vorgegeben werden. Natürlich ist auch die Gefahr groß, dass Regierungen und Wirtschaft unter einer Decke stecken. Solange es großen Unternehmen gestattet ist, wie ein Staubsauger kleine Unternehmen zu schlucken, da diese im globalen Wettbewerb nicht bestehen können, ist doch völlig klar wohin die Reise geht. Dass hängt u.a. damit zusammen, dass gigantische Unternehmen billig produzieren können. Kleine Unternehmen müssten um Dumpingpreisen entgegenzutreten mehr produzieren, was sich am Ende nicht mehr mit den Lohnkosten vereinbaren lässt. Der kleine Unternehmer beginnt rote Zahlen zu schreiben. Und globale Unternehmer können natürlich in anderen Ländern billig produzieren, da dort andere Löhne gezahlt werden. So drückt der Markt die Löhne nach unten, was sich auch mit Qualität und Berufsethik überhaupt nicht mehr in Einklang bringen lässt. Was dazu führt, dass eigentlich nur noch beschissen wird. Was nicht kaputt geht, wird nicht repariert, oder zeitgemäßer ausgedrückt, neu gekauft.
Und jetzt kommt der eigentliche Hammer. Wir leben in einer riesigen Illusion. Die Wachowski Brüder/heute Schwestern haben das Tor tatsächlich geöffnet. Durchgehen müssen wir selber. Natürlich bekommt ein ländlicher Arbeiter in Surinam vergleichsweise mehr Lohn, wenn er beispielsweise anstatt für einen kleinen Bauern im Dorf in einem Stahlbetrieb arbeitet. Davon mal abgesehen, dass ansonsten ja nichts gleich bleibt. Der Stahlbetrieb, oder andere Unternehmer kaufen sich in fremde Lände ein, und setzen ihre Interessen durch. Regierungen sagen ja zu allem, und treiben so die Lebenshaltungskosten natürlich nach oben. Der Arbeiter hat im Vergleich zu seiner früheren Entlohnung vielleicht mehr Geld in der Hand, doch er kann sich das Leben in seiner Umgebung nur noch schwerlich leisten! Ganz zu schweigen wenn er eine Familie hat. Was für Statistiken werden also bemüht? Ich muss garnicht so weit schauen. Im Osten bekommt ein Arbeiter heute eine höhere Währung in die Hand als die frühere Ostmark. Ja, er verdient heute mehr, doch darf man nicht vergessen, dass die Lebenshaltungskosten ja auch dramatisch gestiegen sind. Es ist eine Milchmädchenrechnung. Wenn alles teurer wird, ist es egal, wenn man heute mehr in der Hand hat als früher.
Und was mich richtig wütend macht, Monopole haben die Macht, dass es keine relevanten Alternativen mehr gibt, oder diese mit Kampagnen aus dem Markt gedrängt werden. Mit Monopol ist aber nicht nur die wirtschaftliche Basis gemeint, sondern auch die Technologische. Gerade gegenwärtig erleben wir hautnah, wie sich ganze Berufsfelder verabschieden, da diese nun digital ersetzt werden können. Man kann und sollte Fortschritt nicht aufhalten, doch ich gebe zu bedenken, dass wir 8 000 000 000 Menschen auf diesem Planeten haben, und 2/3 führen nicht mal ansatzweise so ein Leben wie wir es führen. Doch auch da bekommt die Industrie langsam einen gewichtigen Fuß in die Tür. Billige Produktion lässt grüßen. Es ist nicht so, dass ich es den Menschen nicht gönne ein besseres Leben zu führen, wenn es doch nur besser wäre. Sie ersetzen eine Wirklichkeit durch eine Neue. Und Arbeitnehmerrechte und Gewerkschaften spielen dort sicherlich keine Rolle. Doch wir reden uns das einfach alles schön. Menschen bekommen in ihrer eigenen Heimat immer weniger Möglichkeiten sich niederzulassen. Und uns wird suggeriert, dass sie alle völlig freiwillig zu uns kommen. Sie wurden ihrer Lebensgrundlage beraubt und in eine Abhängigkeit gezwungen, die dem Feudalismus nicht unähnlich ist! Sie sind quasi auf Zugeständnisse von Großindustriellen angewiesen, die „uneigennützig“ billiges und ungesundes Zeug auf den Markt bringen, und somit das gesunde in den Regalen liegen bleibt. Gerade wenn mehrere Mäuler zu stopfen sind, ist diese rationale Entscheidung nachvollziehbar, da auch bei uns Fertigprodukte die reale, und vor allem traditionelle, Küche verdrängt haben. Auch weil man nur noch von einem zum anderen Job hastet. Aber das ist ein anderes Thema.
Was meine ich mit Spiritualität? Wissenschaftler haben die Eigenschaft sich eine eigene Wirklichkeit basteln zu können. Und sie bekommen teilweise Geld dafür an einem Weltbild mitzuwirken. Man nennt es Fortschritt. Je nachdem was gerade gefragt ist, wird alles daran gesetzt dieses Feld abzuarbeiten. Man kann es ihnen nicht verübeln. Moral bezahlt keine Rechnungen. Es ist die Aufgabe der heutigen Gesellschaft der Wissenschaft auf die Finger zu schauen. Es ist wie mit allem, wird es zu mächtig, verliert es den Verstand. Und dann geht es nicht mehr um Bereicherung, sondern Kontrolle und Gleichschaltung. Mein Leitbild bis zum Ende meines Lebens wird sein, wie konnte aus einem Mikroorganismus der Mensch von heute werden? Und wie kam der Mikroorganismus auf ausgerechnet diesen Planeten. Und wie entstand dieser Planet überhaupt? Und was war vor dem Urknall? Und wann endet das Universum? Gibt es andere Universen? Was ist in schwarzen Löchern? Was ist Zeit? Wie entstand unser Kalender? Wie konnten z.B. Ägypter und Chinesen (!) vor etwa 3000 Jahren solche unglaublich präzisen Bauten errichten, ohne unseren modernen Hilfsmittel, bei denen wir selbst für das kleine 1 x 1 eine App brauchen? Ich will damit sagen, dass Wissenschaft kein zu hoher Stellenwert beigemessen werden darf. Wir sind Menschen und dürfen es auch bleiben. Ich sehe viel Revolutionpotential in der Welt, und viele fokussieren sich dabei ausschließlich auf Religionen. Das ist zu kurz gedacht. Wenn der Mensch sich an kleinsten Kleinigkeiten nicht mehr erfreuen kann, da alles austauschbar wird, und er immer weniger Rückzugsraum zur Verfügung hat, wird er an den Einflüssen zerbrechen. Und die Gefahr liegt immer bei Menschen, die nix mehr zu verlieren haben.