Up den Boom satt mien Katteker
Gedicht passend auf die Melodie des niederdeutschen Volksliedes “An de Eck steiht’n Jung mit’n Tüddelband” der Hamburger Gebrüder Wolf, dessen Entstehungsgeschichte 1911 begann (Melodie geht auf Paul Lincke zurück).
Es geht um ein verlorenes Eichhörnchen (= Katteker) und die Suche nach jenem.
Hett jichtenseen vun jük mien’ Katteker seh’n?
He’s lütt un rood mit een buschig’ Stiert,
He’s jüst noch brav in mien' lütten Garten ween,
Doch nu is he weg un ik bün gons schockiert.
Ik heff doch blots mit meinen Jungs een drunken,
Blots de een oder and’re Buddel Korn,
Un as ik rut güng, traut' ik nich mienen Oogen,
Do's mien rooten Katteker doch al fort!
Un he leep weg, weg, weg övern Wisch,
Schiet, mien Katteker find' ik nich!
Hüüt Avend, Jungs, dor söökt wi em,
Bit to’n hellen Sünnenlicht.
Wi gahn över’t Dörp, un kieken överall,
Up den Bomen, In den Graven un den Stall,
Bi jeder neien Krüüzung geiht een Schnaps hinein,
Un so deiht us dat Kieken nich missfallen!
Wi dümeln wieter kräge in den Mörgen,
Doch stets is mien Katteker noch wiet fort,
Un as dat hell warrt, bemarken wi up eenmol,
Wi hebbt eenander jo ook schon längst verlor’n!
Un he leep weg, weg, weg ohne Grund,
Schiet, mien Katteker is verschwunnen!
Hüüt Mörgen, Jungs, dor söökt wi em,
Bit to' grellen Mittagsstund'.
satt = Prät. von sitten (sitzen)
jichtenseen = irgendwer
jük = euch
Stiert = Schwanz
leep = Prät. von loopen (laufen)
Wisch = Feld, Acker