Island 2021 - Tag 14 Teil 1
Herrschaften!
Manchmal muss man auch mal Glück haben....
Als wir gestern Nachmittag die Whale-Watching-Tour für heute buchen wollten, bot uns die Mitarbeiterin gleich die Tour um 9 Uhr an. Allerdings hatten wir da schon den Wetterbericht konsultiert und wussten, dass der Morgen bedeckt sein würde.
Also entschieden wir uns für die Tour, die am Mittag startet. Da sollte sich die Wolkendecke in der Bucht von Akureyri verzogen haben - und so war es auch.
Bis zur Waltour trödelten wir in unserem Studio herum. Sortierten unseren ganzen Kram einmal ordentlich, damit man auch irgendwann einmal etwas wieder finden kann.
Die Ferienanlage befindet sich fußläufig zum Krankenhaus (etwa 400 Meter) und zum Botanischen Garten (etwa 700 Meter).
Von unserem Balkon blicken wir auf die Berge und die Bucht. Und was sehe ich plötzlich in der Bucht? Ist das ein Kreuzfahrtschiff, da links in der Ecke?
Natürlich, die Viking Jupiter liegt in Akureyri. Hoffentlich machen die nicht auch alle die Tour mit. Wir befürchteten schon das Schlimmste!
Akureyri befindet sich am Eyjafjord, ein langer und relativ schmaler Fjord, umgeben von malerischen Bergen, die tatsächlich teilweise noch Schnee haben.
In den Gewässern rund um Island gibt es mehr als 20 Walarten und ungefähr 8 die man auf einer Walbeobachtung sehen und erleben kann, weshalb sich eine Waltour auf Island auf jeden Fall lohnt!
Die Gewässer sind hauptsächlich von Buckelwalen bevölkert, doch auch Zwergwale, Delfine, Schweinswale, Robben und sogar Orcas können hier gesichtet werden.
Wale kann man bei Island ganzjährig sehen und der Norden ist das eigentliche Eldorado für die Walbeobachtung.
Es gibt allerdings bessere und schlechtere Zeiten, das kann man eindeutig sagen.
Im Winter wandern die Tiere, insbesondere die größeren Exemplare, nach Süden/Westen und verlassen die Gewässer rund um Island mehr oder weniger.
Im Sommer kehren sie dann zurück und nutzen die nahrungsreichen Gewässer rund um Island zum Fressen.
Angeblich sei die beste Zeit zum Whale Watching in Island ist die Zeit zwischen Juni bis August, so sagte man uns.
In dieser Zeit sind die meisten großen Walarten in den Gewässern rund um Island unterwegs und auch aktiv.
Das heißt sie fressen tagsüber und sind dadurch oft an der Oberfläche zu sehen. Auch kehren sie in dieser Zeit regelmäßig zu denselben Orten zurück, an denen sie schon vorher waren.
In dem Sommermonaten haben die Unternehmen Sichtungsquoten von nahezu 100%, nur an ganz wenigen Tagen werden keine Wale gesehen.
Die Chance auf eine Sichtung von Delfinen und Zwerg- und Buckelwalen ist demnach recht hoch. Bei einigen Touren sollen sogar Blau- oder Finnwale gesichtet worden sein!
Die Quoten im Winter sind niedriger und oft nur deshalb im Bereich über 90% weil eben auch eine kurze Sichtung als solche eingetragen wird.
Die meisten Anbieter haben jedoch die Regel, falls man keine Delfine oder Wale sieht, man noch einmal später kostenlos an einer weiteren Whale-Watching-Tour teilnehmen kann.
Wir entschieden uns auch deshalb für den Anbieter “Elding”, da dieser noch über eine Niederlassung in Reykjavik verfügt - und für den Fall der Fälle, hätten wir dann dort die Gutschrift einlösen können.
Wer also Island besucht und dabei auch in den Norden kommt, der sollte die Walbeobachtung auf jeden Fall hier einplanen!
Zudem ist die umgebene Landschaft schön in den von Bergen eingerahmten Buchten- und Fjordlandschaften. Das ist wirklich ein einmaliges Erlebnis.
Die Guides sind Experten darin, die Wale aufzuspüren und geben spannende Informationen über sie weiter.
Das für diese Tour genutzte Schiff ist das einzige Hochgeschwindigkeits-Boot in Island, das speziell für die Walbeobachtung optimiert ist. Es bietet Platz für 200 Personen und einen fabelhaften Blick von der Panorama-Aussichtsplattform.
Langsam setzt sich das Schiff in Bewegung, mit dem Wind hat das noch nichts zu tun. Bis wir aus der Bucht heraus sind, bollert das Triebwerk unter dem Boden.
Die Reise geht nach Norden und an Bord ist man zunächst noch entspannt, die Kameras & Handys sind noch verpackt. Am Horizont zeichnen sich kleine schwarze Punkte ab. Wer ein gutes Objektiv hat, kann Vögel erkennen.
Ich mache es mir unter Deck gemütlich und warte ab, bis die Ersten, der meist nur leicht bekleideten Mitfahrer, hier aufschlagen und sich die bereit liegenden Decken und Overalls ausleihen.
Der Erste kommt schon, da sind wir noch keine 10 Meter gefahren. Tja, hätte er doch mal auf die Mitarbeiter/innen gehört “dress warmly!” Wir sind hier nicht in Namibia - und selbst da wird es auf den Booten in der Walvis Bay rattenkalt.
Wenn die Wale da sind, wird uns erklärt, dann sieht man Möwen. Denn die Möwen laben sich an den “Leftovers” der Wale. Alle sollen gucken. Alle gucken! Nichts, keine Möwen. Aber Schwäne!
Da hinten ist doch was? Ein kleiner länglicher, schwarzer Fleck im Wasser.
Eine ganze Delfinschule mit Babies! Wir sind hin und weg!
Wir beobachten die Delfine eine Weile ....
... plötzlich kommen noch mehr Boote in Sicht...
...jetzt wird es spannend...
.... die Lage spitzt sich zu ...
Es schnauft laut auf der anderen Seite des Schiffes. Alle drehen sich um und stürzen in Richtung des Geräusches:
Alle wechseln die Seite. Es mutet satirisch an und es wird nicht das letzte Mal für heute bleiben.
Kurz darauf ist das Schiff auf einer Höhe mit dem großen Besucher und die Rückenflosse durchbricht ruhig und kräftig die Wasseroberfläche, gefolgt von der großen Schwanzflosse, die sanft zurück ins Wasser gleitet.
Und noch ein zweiter Buckelwal kommt ins Bild:
Wir sind begeistert. Die 85 Euro pro Person für die knapp 4-stündige Tour haben sich für uns gelohnt.
Wir fahren zurück nach Akureyri. Dort ist der Badebetrieb am Hafen in “full swing”:
Was sind wir doch für Memmen mit unseren ganzen Klamotten, die wir an haben.
16 Grad Lufttemperatur ist vollkommen ausreichend .....













