Edmonton – Eine junge Stadt im wilden Westen
Hello Headbangers and other Friends!
Wie wir euch bereits in unserem letzten Post berichtet haben, kamen wir am 13.06. in Edmonton an, und wurden dort herzlichst von Janet, Bryan und Allison empfangen.
Wir erreichten unser Ziel recht spät am Abend, weshalb wir beinahe direkt nach der Ankunft ins Bett fielen. Endlich ein richtiges Bett! Nach so vielen Nächten im Van glaubt ihr gar nicht, wie sehr man es zu schätzen lernt, ein Bad in direkter Nähe zum Schlafplatz zu haben! Viele kleine Dinge, die man in seinem normalen Alltag als gewöhnlich und normal ansieht, fallen einem erst richtig auf, wenn man sie nicht mehr so einfach zur Verfügung hat ;). So konnten wir hier zum Beispiel unsere Wäsche waschen, Lebensmittel in einem KÜHLschrank aufbewahren usw. – das ist schon hilfreich!
Wir hatten was den Blog betrifft einiges aufzuholen, weshalb wir erst alles abarbeiten wollten, bevor wir wieder neuen Eindrücke von Edmonton bekommen. Aus diesem Grund blieben wir die nächsten zwei Tage fast komplett im Haus der Familie und schrieben… schrieben…. schrieben, wie ihr ja hoffentlich bemerkt habt. :D
Die Gastfreundschaft der Familie hat uns wirklich umgehauen! So wurden wir zum Beispiel während unseres Aufenthalts mehrmals zum Essen eingeladen, es wurde für uns gekocht, so ziemlich alles geteilt, absolutes Vertrauen in Hinsicht auf das Haus entgegengebracht und sich viel Zeit genommen, um uns Edmonton zu zeigen und ein bisschen über die Kultur und Geschichte von Alberta beizubringen. Hammer! Wir wissen das alles natürlich sehr zu schätzen und sind euch sehr, sehr dankbar. :)
Einen der witzigsten Abende hatten wir gleich am zweiten Tag nach unserer Ankunft, freitagabends in einer Mehrzweckhalle. Was wir da gemacht haben, fragt ihr euch? Naja, wir hätten es zwar niemals für möglich erachtet, aber wir waren beim Square Dance! :D Janet und Bryan hatten das schon einmal ausprobiert und da ein weiterer Beginner-Abend veranstaltet wurde, luden sie uns direkt mit zu diesem ein! Es war richtig lustig und interessant zu sehen, wie Square Dance eigentlich funktioniert. Zwar wurde uns an dem Abend des Öfteren gesagt, dass es große „Square Dance“-Vereine in Deutschland gibt, gehört hatten wir davon allerdings noch nie.
Man kam dabei sogar richtig ins Schwitzen! Umso erstaunlicher war es, dass 80% der Teilnehmer an diesem Abend Senioren waren. Uns hat es auf jeden Fall riesig Spaß gemacht.
Am nächsten Morgen machte Roma mit Bryan eine kleine Radtour durch Old-Strathcona und die nähere Umgebung, da Eva noch mit dem Blog beschäftigt war.
Old Strathcona war einmal eine eigene Stadt und ist mittlerweile der wohl älteste Stadtteil von Edmonton. Die Radtour ging vorbei am großen Stanley Cup-Pokal vorbei, ebenso wie am alten Bauernmarkt, bei dem Hutterer und Farmer ihr Gemüse verkaufen. Generell ist die Straße wirklich sehr schän anzusehen.
Diese Kirche ist eine alte irisch-protestantische Kirche. Was viele nicht wissen, ist die richtige Farbe der Iren nicht grün, sondern orange! Die katholische Kirche und die Protestanten hatten früher wirklich böses Blut!
Diese alte Tram fährt noch heute ihre Bahnen durch Edmonton:
Während man am riesigen Flussbett des North Saskatchewan River und der Skyline von Edmonton vorbeifährt, wird einem erst einmal richtig klar, wie groß diese Stadt eigentlich ist! Von weitem könnte man fast meinen, dass sie größer als Montréal wäre. Allerdings hat Montréal eine weitaus größere Bevölkerungsdichte als Edmonton. Komisch! :D
(Ein Foto gibt es später, da wir gemeinsam noch einmal an dem Ausguck vorbeigekommen sind)
Weiter ging es dann zur Universität von Alberta. Sie gehört zu den Top 5 der Universitäten von Kanada und ist wirklich riesig! Wie Edmonton, ist sie aber noch gar nicht so alt. Für unsere Verhältnisse zumindest, da sie erst 1908 erbaut wurde, also kurz nachdem Alberta eine Provinz von Kanada wurde.
Bryan erzählte an diesem Morgen viel über die Geschichte von Edmonton und die Kultur von Alberta, aber auch über den Konflikt mit Québec und British Columbia. Vielen Dank dafür!
Er erklärte Roma zum Beispiel auch, dass die Gebäude hier anders für den Winter ausgelegt sind als in Montréal. Montréal ist ja, wie ihr wisst, unterirdisch vernetzt, wodurch man viele Geschäfte usw. im Untergrund findet oder dadurch erreicht. Edmonton hingegen macht es genau anders herum. Hier gibt es viele öffentliche Gebäude, die etwas höher gebaut werden! :D So auch dieses Studentenwohnheim/Mall.
Wie geil ist das denn, oder? Die Studenten die in den vielen Wohnungen wohnen machen morgens ihr Fenster auf, sind aber nicht draußen, sondern drinnen. :D Außerdem gibt es viele überdachte Innenhöfe. Man kann somit draußen sein, ohne wirklich draußen zu sein. Cool!
Später am Tag wurden wir von der Familie zu einem typisch süd-chinesischem Dim Sum-Brunch eingeladen. Hammer! :D So etwas hatten wir ebenfalls noch nicht gesehen. Der Brunch funktioniert so, dass Mitarbeiter des Restaurants ständig mit kleinen Wägen, vollbepackt mit unterschiedlichen Gerichten, durch das Restaurant fahren und man sich dann nimmt, was man gerne möchte. Typisch ist auch, dass hier nicht zwischen Nachtisch und Hauptspeise unterschieden wird. So isst man alles gemischt. Es war auf jeden Fall super lecker, abwechslungsreich und wir konnten viele neue Gerichte probieren. Das hat uns total Spaß gemacht!
Im Anschluss fuhren wir in den Legislature District. So stehen das „Parlamentsgebäude“ von Alberta und auch viele weitere offizielle Gebäude auf diesem Grund und bieten eines der größten Sehenswürdigkeiten von Edmonton!
Zu unserem Glück arbeiten Janet und Bryan beide in diesem Distrikt, weshalb uns Janet einen Teil von dem Gebäude zeigen konnte, in dem sie arbeitet:
Sehr hübsch anzusehen! :) In diesem Gebäude gibt es auch eine Kurzfilmvorführung über die Gründung und Geschichte Albertas - ein Highlight, das auch zugänglich für die Öffentlichkeit ist! Wahnsinnig coole Special Effects machen die Vorführung zu einem echten Hammer! Auf jeden Fall machen!!
Daraufhin gingen wir durch den Park in Richtung Legislative-Gebäude:
Dort angekommen, machten wir eine der Gratis-Führungen durch das Gebäude mit. Wunderschöne Architektur und sehr interessante geschichtliche Details werden dort von einem Guide nähergebracht. Dass das Gebäude gerade einmal knapp 100 Jahre alt ist, merkt man überhaupt nicht. :D Wir empfehlen euch auf jeden Fall die Führung mitzumachen! Die schönsten Fotos vom „Leg“ (wie man es hier wohl nennt ;) ) gibt’s hier:
Hier seht ihr übrigens eine Abbildung der Namensgeberin der Provinz, Prinzessin Louise Caroline Alberta.
Direkt im Anschluss liefen wir dann noch einmal in das gleiche Gebäude, in dem wir den Kurzfilm gesehen haben, wo wir von Janet eine kleine Privatführung durch ihr Büro und die Räume bekamen, in denen sie arbeitet. Der Hammer! :D Wir fühlten uns auf jeden Fall wie VIP’s.
Seht mal hier, es gibt dort nahe des Haupteingangs eine Nachbildung des Legislative Building aus LEGO. :D (Sogar Darth Vader, Stormtrooper und Harry Potter kann man dort finden xD – wir finden´s cool!)
Ein großer Teil von Janet’s Job ist es, die verschiedenen Konferenzräume in dem Gebäude für das Legislative Assembly von Alberta, also die Personen, die dort arbeiten, zu managen und ein Transkript der Gespräche zu verarbeiten und zu erstellen. So kamen wir also durch einige dieser hochmodernen Konferenzräume:
Und sahen noch viele andere sehr schöne Ecken des Gebäudes:
Seht euch mal diese Aussicht an!
Gerade die technischen Räume und das Büro, in dem die Skripte erstellt werden, faszinierten uns sehr!
Wir hatten auf jeden Fall eine richtig tolle Tour und bedanken uns an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich bei der ganzen Familie und insbesondere Janet für diese nette Geste. :)
Wieder im Haus angekommen gab es noch ein Stück Kuchen, da an diesem Tag auch noch Bryans Geburtstag war! :D Diese Art von Kuchen ist wohl typisch und erinnerte uns ein bisschen an unsere Erdbeertorten aus Deutschland. :) Lecker!
Da die Familie abends ausging, machten wir uns auf eine kleine Sightseeingtour.
Wir liefen zuerst zu dem wunderschönen Aussichtspunkt, von dem wir euch bereits ein Foto gezeigt haben. Was für eine Stadt:
Das riesige Flussbett schafft tatsächlich ein großes Stück Natur inmitten der Stadt. Verdammt cool, wenn ihr uns fragt.
Weiter ging es dann wieder in das historische Viertel „Old Strathcona“, wo wir allerhand schöne Dinge sahen. Ein wunderschönes Viertel und besonders samstags abends ist es sehr belebt!
Solche Stellen können für Traveller manchmal Gold wert sein!
Dieses Restaurant bietet neben Burgern auch eine große Anzahl verschiedener Milchshakes (sogar teils vegan) an. Wenn wir sagen Milchshake, reden wir hier aber von Variationen, die ihr so noch nie gesehen habt xD! So gibt es Milchshakes mit Donuts oder Eiscremsandwiches obendrauf. Unsere Wahl fiel auf diesen leckeren Shake mit Popcorn, Nutella und Schokolade :D
Wir schlenderten danach etwas herum und erkundeten diese coole Ecke von Edmonton:
Seht mal hier, an diesem Tim Hortons treffen sich wohl immer eine große Menge an Bikern. :D Verrückt!
Na was denkt ihr, ist das wirklich ein Wetterauer? :D
Langsam begann diese hippe „Partymeile“ wirklich an zu leben! Überall tümmelten sich junge Leute und gingen in Bars, Clubs und Pubs. In dieser Bar gibt es zum Beispiel sowohl Bier, als auch Arcade Spiele. Wie cool ist das denn? (Beeeergiiiiii :D!)
Weiter die Straße runter gibt es „The Forge“. Hier werden wohl oft Metal Konzerte veranstaltet. Leider war an diesem Abend nichts los. :/
Wir gingen also weiter und sahen uns um:
Im Endeffekt verbrachten wir unseren restlichen Abend im „Black Dog“. Wir würden das Pub als eine Art Mischpub bezeichnen. xD Es gibt eine Dachterasse (wir waren nicht oben, aber scheinbar wird dort normale Musik gespielt), das Pub im Erdgeschoss wo an dem Abend Irish-Rock, Punk und Metal gespielt wurden und ein Kellergeschoss, das einer Disco gleicht. :D Wir blieben dementsprechend im Erdgeschoss und tranken gemütlich ein Bier/Cider. (Leider konnten wir nicht mehr Fotos machen…)
Gegen 1 Uhr wurde es unglaublich voll in dem Pub! Auch draußen war quasi die Hölle los xD!
Also mal ganz ehrlich, wir wissen nicht wie so viele Leute in Québec und unterwegs auf die Idee kommen, dass es in Edmonton nichts gäbe, oder dass die Stadt nach 9 Uhr tot wäre. Wir erlebten das völlige Gegenteil!
Am Sonntag wurden wir ein weiteres Mal von Janet, Bryan und Allison ausgeführt. Es ging zum Fort Edmonton Park. Wir hatten vorher nur vage davon gehört und wussten lediglich, dass das Fort früher auf dem Grund des heutigen Legislative Building stand und dann an seinen heutigen Standort verlegt wurde. Die Familie erzählte uns bereits vorher, dass es sich um weitaus mehr als nur ein Fort handelt.
Der Park war im Endeffekt ein absolutes Highlight – ein Must-See! Es handelt sich tatsächlich nicht nur um ein Fort sondern vielmehr um eine Art Freizeitpark, in dem man locker einen ganzen oder mehrere Tag/e verbringen kann! Man kann den Fort Edmonton Park etwa mit einem Freilichtmuseum vergleichen. So gibt es eine lange Straße, die durch den Park führt und sogar mit einer Straßenbahn sowie einem historischen Zug abgefahren werden kann. Die Straße ist in vier Zeitzonen eingeteilt und stellt exakt diese Perioden in jedem kleinen Detail nach! Man fühlt sich also eher wie auf einer waschechten Zeitreise, als in einem Museum. Anstatt Tafeln mit haufenweise Text, gibt es hier ganz viele „Interpreters“, die eine spezielle Rolle in dieser Zeit einnehmen. Man geht zum Beispiel in die Apotheke von 1905 und kann mit der Apothekerin sprechen und Fragen stellen, so als wäre es damals. Es ist nebenbei bemerkt verdammt schwer die „Schauspieler“ aus dem Konzept zu bringen und nur selten fallen sie aus der Rolle. Wären keine anderen Touristen dort, könnte man wirklich zu 100% das Gefühl haben in die Zeit zurück versetzt zu werden. Durch das Reden mit den „Interpreters“ lernt man unserer Meinung nach sogar weitaus mehr, als nur durch das Lesen von Informationstafeln.
Nach dem Betreten des Parks kommt man direkt in die erste Zeitzone und befindet sich fortan im Jahr 1920 :D
Man geht zuerst vorbei an einem kleinen historischen Freizeitpark – Cool!
In diesem Kino gibt es sogar wirklich kurze Filme zu sehen! :D
Das hier ist übrigens die Apotheke, von der ich vorhin erzählt habe ;)
Direkt im Anschluss wurden wir von zwei der „Interpreters“ angesprochen, ob wir nicht Lust auf ein bisschen Baseball hätten, da sie Talente für eine neue Mannschaft suchen würden :D Roma und Allison machten da natürlich gleich mit!
Es gibt wirklich fast alles, was man sich vorstellen kann und in alle Gebäude kann man hineingehen.
Wenn man ein bisschen weiter geht, kommt man auch schon in die Zeit rund um 1905 (es gibt immer eine kleine Toleranz):
Wir waren wirklich erstaunt wie detailreich und authentisch alles war – sogar die Straßenbeleuchtung. :D Einfach der Hammer!
Seht mal, unsere europäischen Vorfahren, die damals nach Kanada ausgewandert sind, mussten oft für Monate oder sogar jahrelang in solchen Zelten leben, während ein Haus oder eine Farm gebaut wurden.
Weiter ging es ins Jahr 1885. Ein einmaliges Erlebnis!
Diese Familie stellt eine typische Métis-Familie um 1885 dar. Wie bereits im Post über Winnipeg erklärt, ist diese Volksgruppe insbesondere damals als komplett eigenständige Ethnie zu sehen, da sie leider aufgrund ihrer gemischten Herkunft oft weder von den First Nations, noch von den europäischen Siedlern als ein fester Teil ihrer Gemeinschaft angesehen wurden. So zogen viele Métis-Familien, wie diese hier, durch die Prärien von Kanada und sammelten zum Beispiel Bisonknochen, um diese zu verkaufen.
Wir liefen danach absolut fasziniert weiter durch die Umgebung, immer weiter zurück in die Vergangenheit.
Viele der Gebäude sind sogar noch die Originale und mit viel Liebe zum Detail restauriert worden.
Was uns am meisten erstaunen ließ war, dass die Häuser nicht nur möbliert, sondern auch alle Haushaltsgegenstände vorhanden waren. Unsere Gastfamilie erzählte uns mehrfach, dass es in ähnlichen Parks meist nicht üblich ist so viele Gegenstände zu sehen, da sie oft gestohlen wurden und somit weg geschlossen werden.
Wir versuchten von Beginn an direkt durch den Park bis zum Fort zu laufen, um dann chronologisch vorzugehen, konnten aber nicht widerstehen überall hineinzugehen und die Häuser von innen zu bestaunen, oder ein kleines Gespräch mit den „Interpreters“ zu halten.
Die letzte Zeitzone, zu der man gelangt ist 1846 und das eigentliche Herz des Parks – das Fort:
Bei diesem Anblick fühlt man sich (fast – da nicht so viel Dreck und Gestank ;) ) direkt in die rauen Zeiten der Pelzhändler zurückversetzt, für die das Fort Edmonton ein wichtiger Umschlagsplatz war. So war das Fort vielmehr ein Handelsplatz mit den First Nations, als ein militärisches Fort. Aufgrund dessen, dass Edmonton so weit ab vom Schuss liegt, war es hier eher zur Normalität geworden mit den Ureinwohnern zusammenzuleben, als sich feindselig gegenüberzustehen.
Stellt euch vor, in solch einem Boot wurden früher Tonnen an Waren auf dem North Saskatchewan River (um die 3500km weit) verschifft. Wahnsinn!
Das ist mal ein richtiges Fort!
Hier seht ihr übrigens die Flagge der Hudson’s Bay Company, die damals in einem weiten Teil von Kanada die Oberhand über ALLES hatte.
Auch hier lernte man vieles von den „Interpreters“ und bekam viele Dinge gezeigt.
So sah natürlich nicht jedes Haus aus, sondern nur das des „Chefs“ des Forts.
Die „Schauspieler“ arbeiten oftmals an kleineren handwerklichen Projekten, wie diesem Schach-Spiel. Sie erstellen ihre Werke auf die Art und Weise, wie es die Leute früher hergestellt haben.
Da Glas zu teuer und schwer zu beschaffen war, wurde stattdessen oft Tierhaut benutzt, um die Kälte draußen zu halten.
Hier seht ihr, wie ein Yorkboat, welches ihr bereits vorher auf einem Foto gesehen habt, gebaut wurde. Die Boote werden dort tatsächlich mit dem Werkzeug von damals gebaut und sogar zu Wasser gelassen. :) Mega cool!
Fun Fact: Das York Boat kommt ursprünglich aus einem Teil von Schottland, der vor langer Zeit von den Wikingern überfallen wurde. Deshalb kommt die Form und Bauweise auch strenggenommen aus Norwegen und ist der von Wikinger-Booten sehr ähnlich. ;)
Da die Zeit langsam knapp wurde, machten wir uns wieder auf den Weg „Zurück in die Zukunft“ (1885) xD HA! Der war trocken…
Mit dieser Schauspielerin aus dem Abschnitt von 1885 unterhielten wir uns eine ganze Weile über das Leben einer europäischen Frau während dieser Zeit.
Wir konnten im Jahre 1905 sogar noch das Haus des allerersten Premierministers von Alberta, Alexander Rutherford, besichtigen! Er hatte zu der Zeit bereits Elektrizität und sogar fließendes Wasser. Auch ein Kühlsystem für Lebensmittel war vorhanden :O!
Da der Park um 17 Uhr schloss, wurden alle Gebäude zwar abgeschlossen, wir durften aber noch draußen ohne Zeitdruck herumlaufen. Zu der Zeit wurde es besonders schön, da die ganzen „Schauspieler“ aus den Gebäuden kamen und sich auf einem Platz tummelten. Da auch noch immer weniger Besucher zu sehen waren, wurde dies zum authentischsten Zeitpunkt des Tages. :D
Wir konnten allerdings auch nicht mehr in die noch fehlenden Gebäude gehen, weshalb wir euch definitiv empfehlen würden vormittags in den Park zu gehen!
Das Hotel hier, in dem man sogar schlafen kann, ist allerdings länger geöffnet. ;)
Wir konnten trotz alledem viele weitere schöne Ecken des Parks erkunden und liefen so langsam wieder bis zum Ausgang in unsere Gegenwart ;)
(Sogar eine Moschee 1920!)
Wir verbrachten dann, daheim angekommen, noch einen wunderschönen Abend mit der Familie.
Alles in allem hatten wir einen wahnsinnig tollen Tag, den wir so schnell nicht mehr vergessen werden. Für uns waren der Park und der Ausflug mit der Familie ein absolutes Highlight und ein einmaliges Erlebnis! Vielen, vielen Dank für diese wunderschöne Erinnerung! Es hat sehr viel Spaß gemacht und günstiger war es auch noch, da Vatertag war :) genial!
Am nächsten Morgen/Mittag kochten wir ein Abendessen und auch sehr viel für unsere Reise in die Rockies vor. Hauptsächlich als Dankeschön für die vielen Erlebnisse und Erinnerungen, die wir mit unserer Gastfamilie hatten und machen durften. Eine Sehenswürdigkeit wollten wir allerdings an diesem Tag schon noch machen. So fuhren wir nachmittags in die West Edmonton Mall! Warum will man in ein Einkaufszentrum fragt ihr euch jetzt sicher.
Nun, die West Edmonton Mall war bis 2004 das größte Einkaufszentrum der Welt und ist noch heute die größte Mall Nordamerikas. :D Das muss man sich mal vorstellen!
Der Hauptgrund für die Größe der Mall ist, dass Edmonton die nördlichste Großstadt in Kanada ist. Wenn ihr aber Edmonton auf der kanadischen Karte sucht seht ihr, dass im Norden noch unglaublich viel Land liegt. Natürlich leben dort nicht viele Menschen, aber genug, um Edmonton zu DEM Anlaufpunkt für die dort lebenden Menschen zu machen. Wenn man zum Beispiel im Norden Albertas ein Hochzeitskleid oder sonstige Kleidung braucht, fliegt man (was nicht selten ist) nach Edmonton, um in diese Mall zu gehen. Faszinierend :D
Eigentlich ist die West Edmonton Mall nur so groß, weil es dort viele Indoor-Attraktionen gibt.
Schon von außen lässt sich erahnen, was im Inneren liegt:
So kann man das ganze Jahr über Schlittschuhlaufen gehen (wie kanadisch :D)
Sogar einen richtigen Freizeitpark gibt es dort! Natürlich alles drinnen und auch dementsprechend im Winter nutzbar.
Eine solch große Achterbahn (sie haben sogar 3 verschiedene!) in einem Einkaufszentrum hätten wir uns nie erträumt xD
Außerdem wurde hier die Bourbon Street in New Orleans etwas nachgebaut:
Die Außenansicht des Wasserparks hattet ihr ja schon vorher gesehen. :D Hier einmal von Innen mit dem weltgrößten Wellenbad und sogar eine Zipline:
Darüber hinaus gibt es ein riesiges Wasserbecken bzw. einen Fluss der nebenbei gesagt auch der weltgrößte Indoor-Fluss der Welt ist. Bis in die anfänglichen 2000´er gab es dort sogar U-Boote mit denen man durch dieses Becken fahren konnte! Neben einem Replikat von Christoph Kolumbus‘ Schiff „Santa Maria“ kann man dort sogar eine Seehund-Show sehen und Tretboot fahren. Wie viele von euch wissen, sind wir absolut keine Fans von solchen Tiershows… durften die Seelöwen aber „begaffen“ als sie in ihrem Becken frei schwimmen durften. Schön sind die Tiere allemal!
Sogar einen Europa-Boulevard gibt es dort, in dem es so aussehen soll wie in „Europa“. :D Natürlich wird hier kein Land spezifiziert – „Ist ja alles gleich da!“ xD
Überall gibt’s weitere kleine Aktivitäten, wie zum Beispiel Minigolf:
Zum Schluss schlenderten wir noch etwas herum und fanden einen Disney Store Edmonton!!!!!!!! OMG :OOOOO Natürlich mussten wir dort hinein :D!
Soooooooo günstig hier...wow!
Wir finden, dass das Einkaufszentrum an sich gar nicht sooo groß ist. Den größten Unterschied machen da natürlich die Attraktionen. Aber vor allem bei dem kanadischen Winter finden wir so etwas äußerst praktisch. xD
Auf dem Highway kamen wir noch über eine Brücke, von der aus man sehr gut das Flussbett sehen konnte. Atemberaubend, nicht wahr?
Abends saßen wir wieder bis spät abends mit Janet, Bryan und Allison am Tisch und unterhielten uns. Ach, wir lieben diese Familie einfach. :D
Wir blieben noch einen Tag länger in Edmonton, den wir allerdings weitestgehend mit Vorbereitungen für den weiteren Roadtrip und einer kleinen Radtour verbrachten.
Heute, dem 20.6. geht es dann weiter in Richtung Jasper!
Ein letztes Mal möchten wir der ganzen Familie dafür danken, dass sie uns für diese Woche so herzlich aufgenommen und durchgefüttert hat. :D Ihr habt so viel für uns getan und uns eine wahre Oase auf unserem Weg geboten. :P Wir hoffen euch irgendwann in Deutschland wiederzusehen. :)! Take Care!
…Achja, wir wollten euch noch ein paar Fun Facts mitgeben, die wir hier über Alberta gelernt haben.
Es gibt in Alberta so gut wie keine Ratten oder Waschbären, da sie keine einheimische Tierart sind. So wird sofort jemand benachrichtigt, wenn eine Ratte auf einer Farm gefunden wird. Der Kammerjäger kümmert sich dann um das „Problem“… etwas radikal… aber ein Weg, um die heimische Flora und Fauna zu schützen.
Außerdem ist Edmonton eine der einzigen Städte in Kanada die noch Ulmen in ihren Wäldern/Parks und an ihren Straßen hat. In den meisten Teilen Kanadas ist die Ulme aufgrund von Parasiten ausgestorben. Der Grund dafür liegt vermutlich am langen und sehr kalten Winter hier oben.
Bis zum nächsten Mal ihr wunderschönen Feen,