Jun Togawa
1980

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Jun Togawa
1980
1942 bis 2024
Toilettenzeitreisen
Meine Tante ist 84 und sie hat ein Klo aus der Zukunft. Bzw. so eines, das man sonst nur in Japan oder in Gebäuden von internationalen, wohlhabenden Institutionen sieht. Der Deckel hebt sich automatisch, wenn man sich der Toilette nähert. Allerdings hat sie diese Funktion inzwischen abgeschaltet, weil es sie nervte, wenn sie nur die Hände waschen wollte und dann die Toilette aufklappte. Auch die Klobrillenheizung hat sie nicht in Betrieb. Die Dusche und den Föhn dagegen findet sie super. Über ein Wassergeräuschmodul, mit dem man Toilettengeräusche übertönen kann, wie es sie in Japan gibt, verfügt die Toilette nicht.
Das erste Klo, das meine Tante kannte, war ein Plumpsklo, alles war aus Holz und es war wirklich ekelhaft, sagt sie. Ich bin ein paar Jahrzehnte jünger und für mich ist von Anfang an ein Klo mit Wasserspülung Standard. Die Toilette der ersten Wohnung, in der ich mit meinen Eltern lebte, ist auf dem Gang. Erst Mitte der Siebziger Jahre ziehen wir um in einen Neubau. Dort gibt es in der Wohnung eine Toilette mit Wasserkasten und selbstverständlich angeschlossen ans Abwassernetz. Auch im Altbau der Großeltern gibt es ein WC, allerdings auf halber Treppe, nachträglich dem Haus hinzugefügt. Die Spülung kommt ohne Wasserkasten aus und ist sehr laut, aber das Prinzip ist, bis auf kleinere Designunterschiede, wie bei den Eltern.
Besuche bei der Cousine meiner Großmutter dagegen bringen immer eine Toilettenzeitreise mit sich: Das Klo dort riecht nach „Abort”, wie man sagt, und hat eine fiese braune Klappe dort, wo in der Elternhaustoilette sauberes Wasser steht. Hat man sein Geschäft verrichtet, muss man die Klappe betätigen und mit Wasser aus einer Kanne, die neben der Toilette stand, nachspülen. Ich meine zu wissen, dass es eine Grube gab und keinen Anschluss ans Abwassernetz, aber sicher bin ich mir nicht. Einmal versuche ich, herauszufinden, was sich hinter der Klappe verbirgt, aber es ist nur altes Rohr zu sehen und der Geruch besiegt meine Neugierde schnell. Es ist mir auch alles nicht geheuer, wer weiß schon, was dort im stinkenden Dunkel lauert! Und die Cousine der Großmutter tut mir irgendwie leid. Wie viel freundlicher und weniger bedrohlich wir es haben, mit dem weißen Porzellan der Elterntoilette.
Später wohne ich eine Weile selbst mit einer Toilette auf halber Treppe, aber das kenne ich ja schon von den Großeltern. Es sind je zwei Wasserklosetts in einem kleinen Anbau untergebracht, eines für jede Wohnung auf dem Stockwerk. Immerhin hat man sein eigenes. Im 20. oder gar 21. Jahrhundert fester verankerte Freunde, die zu Besuch kommen, finden das amüsant und kurios, aber mir ist es gleich. Immerhin ist keine stinkende Abortklappe im Spiel. Im Winter ist es allerdings nicht viel wärmer, als wenn man auf den Hof zum Plumpsklo müsste. Und als ich einmal einen Unfall habe und nicht laufen kann, muss ich für jeden Toilettengang auf dem Hintern die Treppen hinunter- und wieder hinaufrutschen.
Nicht zuletzt deshalb bin ich froh, heute in einer Wohnung zu leben, die über ein WC in der Wohnung verfügt. Es ist von der gleichen Marke und von gleichem Aufbau wie das in der elterlichen Neubauwohnung in den 1970ern und es kann nicht mehr und nicht weniger als das Klo damals. Im Grunde ist es ein Klo aus der Vergangenheit. Toilettenzeitreisen gibt es für mich regelmäßig nur noch bei der Tante mit ihrer futuristischen Wellness-Oase. Und weil ihre Toilette neben den ganzen anderen tollen Features auch eine Geruchsabsaugung hat, riecht es dort immer ganz fantastisch.
(Mia Culpa)
Taisho-Roman Villa Toilet Refit
With the old squat a little inconvenient on a cold morning, the rear toilet at our friends’ villa has completed its refit - the original hand-applied sakan walls were kept, but a new floor with insulation was installed, along with a stone-like cushion floor to match the washroom’s real jari, and of course a new heated washlet.
#learningjapanese in japan #4
How to use a washlet (those fancy Japanese super toilets)
When I first saw a washlet, I was a little overwhelmed with the options I was given. You will encounter washlets in private houses but also many public places. Some of them even open automatically when you enter the room, which is equally creepy and amazing.
Anyways, I´ll give you a short guide on how to use these babes.
As I have not taken a picture myself, I used this pic from this link:
For owners of a vagina, the Bidet function is of great importance. To put it simply, you can get your puss sprayed so that you don´t have to worry about reeking of urine down there, which comes in especially handy if you plan on receiving some intimate oral treatment down there if you know what I mean.
The same basically goes for the Spray option. If you have some dirty business to take care of, this will make sure that your underwear goes unstained and your butt is cleaner than before pooping. It can also help speed up the process if you feel a little constipated so that´s a plus too.
For those of us who feel ashamed of the sounds they produce while emptying their bowels, you often have the option to play fake flushing sounds (which, in my personal opinion, don´t exactly make the whole situation less “embarassing” but well)
You can also set the water pressure, depending on your needs and preference.
The stop button stops all spraying activity when you´re ready for standing up. Many toilets will flush automatically while others require you to do it yourself.
Other fancy options these washlets may offer:
Set the water temperature
Drying option
Deodorizing
...
Dirty bonus below here
if you have a clitoris and all stars align in your favor, the bidet function will hit your sweet spot and you´ll have to mentally slap yourself because getting pleasure out of a toilet is not exactly your proudest moment
La tecnologia che non ti aspetti
È primavera, la natura fiorisce e io torno ad aggiornare il blog dopo quasi un mese di assenza forzata.
Ho pensato a moltissimi argomenti da affrontare, ma ho voluto sceglierne uno che ben rappresenta la poesia che aleggia nell’aria in questo particolare periodo dell’anno.
■ 日本遊之07.免治馬桶篇 Travel to Japan・Washlet ■ 難以忘記第一次用的感覺,酥酥麻麻簡直像初戀啊~ Can’t forget the first time, tingling with sensation just like the first love~
Striking bathroom by TOTO. Technology for a cleaner, healthier, more beautiful life.
https://www.faucetdepot.com/man/Toto-75.asp
14. Dezember 2022
Die nicht vorführbare Technik
Die Freunde der Mutter (70+) haben sich ein altersgerechtes Bad mit einem Dusch-WC einbauen lassen. Zu viert stehen wir um die neue Toilette, es gibt aber eigentlich nichts zu sehen, abgesehen von einem unauffälligen Dings am hinteren Rand. Wir bekommen die Fernbedienung gezeigt. Den Waschvorgang kann man uns nicht vorführen, weil sich dazu jemand auf die Toilette setzen müsste, sonst spritzt das Wasser heraus. Die Besitzer versuchen uns dazu zu überreden. Die Mutter will nicht, wahrscheinlich ist ihr die Vorstellung unangenehm, dass sie sich mit einer Fernbedienung auseinandersetzen soll (obwohl diese Fernbedienung sehr wenige Tasten hat), während wir alle vor der Tür warten und “Und? Wie ist es?” rufen. Ich sage, dass ich das schon kenne, von der Buchmesse 2010 (wobei die Fernbedienung dort viel mehr Tasten hatte). So bleibt die neue Technik unvorgeführt.
(Kathrin Passig)