Wochen 2, 3 und 4
Wohlgemut, wer Gutes tut
Wiegt und biegt sich des Dozenten Stuhl, sei gewiss, es droht der Verriss! Solch schreckliche Kunde zu solch garstig früher Stunde, entbehret sämtlich guter Laune, das pfeift schon der Spatz vom Zaune.
Und nu', nichts wie hin! Damit auch dein Name ist in der Liste drin. Erst grad eingeschrieben und schon wieder fast vertrieben, liesest du nun von Lipps und seinen Tipps bezüglich der Ästhetik, im Verbunde fast mit der Genetik. Mit der Mechanik aber in jedem Falle, ganz so, als käme sie aus dem unendlichen Alle. Du füllst mit Bewegung die Linien, und träumst insgeheim von Pinien... Doch schon hast du es getan, und dich im Text vertan. Daraus entsteht ein Referat, obgleich im Kommissariat im Film nebenan, der Verbrecher endlich sprechen kann. Wohlgemut, wer Gutes tut.
Das Referat ist gehalten, die Nerven, aber, o' weh, sind noch lange nicht die Alten. Doch nun hörest du, von onanieren und masturbieren und stellest erschrocken fest: Es ist der Kanon, diese Pest! Doch dann: Lange Haare, dunkelschwarze Paare. Musik laut und schnell, ach, draussen scheint noch immer die Sonne so grell! Blumen und Menschen werden eins, den Carambar-Stengel nenn ich aber meins! Der künstlerischen Forschung seis gedankt! Denn viel zu lange haben sie sich gezankt die Disziplinen, eine wahre Fehde zwischen ihnen. Wohlgemut, wer Gutes tut.
Danach lauschest du fest einem weiteren, kleinen Test Wie stehen Wirtschaft und Kunst wohl in gegenseitig'er Gunst? Es ist ganz einfach, so will man denken, doch die Geschicke der Künstler sind nur schwer zu lenken. Gute Miene zum bösen Spiel, so lautet für heut' das Ziel. Doch schon bald, H.T. führt durch den Wald an Paragraphen – und durch den Hafen der Segmente und Fragmente leuchtet hell, bringt zum Ziel uns schnell. Wir erfahren von Finanzen und Strapanzen, erhellen die Nacht der Ämter und fühlen uns immer beklämmter. Und so ist es wohl, dass wir, ohne Kohl, auf die Wirtschaft nun mal angewiesen sind, denn sie ist auch nur so was wie unser Kind. Wohlgemut, wer Gutes tut.
Ganz am Rande, die ganze Bande die Montagabend, Dienstagmorgen – ganz ohne Sorgen den Tag zum Erlebnis macht und Wissen schafft. Koryphäen wie Trophäen geben sich galant die Klinke in die Hand, unterrichten und unterhalten, untermalen und unterstreichen, untermauern und untergraben, dekonstruieren und rekonstruieren Mythen und Legenden, führen sie zu ihren Enden und Anfängen zurück. Ganz zu unserem Glück halten sie sich ganz pingelich an die Zeitvorgaben und geben Acht zu schliessen, pünktlich dreiviertel Acht. Wohlgemut, wer Gutes tut.
Und so sitzt man nächtens ganz versonnen, auf der Zugbank und blickt benommen, durch das Fenster raus, und überlegt mit Graus: Schon wieder ist ein Monat kognac, äh, eben, rum, die Zeit vergeht so schnell, warum? Nun, die Zeit ist ein Ei – was solls, ist doch einerlei! Hauptsache im Elfenbeinturm wird Licht gemacht, auf dass die Erkenntnis endlich auf die stumpfe Stille kracht! Wo nun alle wach gerüttelt und am Baume der Erkenntnis geschüttelt Kommt für mich die Zeit zu gehen, deshalb sag ich ganz einfach: Auf Wiedersehen!
Übrigens wusste schon Pumuckl: „Denn was sich reimt, ist gut.“
Erzählform: Binnenreime, diverse











