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@trudelliese
Du fühlst dich an wie ein Lieblingsplatz in der Ferne, im Halbschatten unter Bäumen, ein leichter Wind geht. Eine warme Vertrautheit, die zwar noch zögerlich ihre Schritte geht, doch sie geht sie mit Neugier, mit erwachendem Lebenshunger, Sehnsüchte wie Schmuck im Haar. Ich denke an dich und wie dein Schmunzeln und Lachen klingt, und schmecke unsere Zukunft.
~ fingerspitzentanz
Schön dich {an}zusehen.
Weder wurde ich gefragt, noch entschied ich. Und so geschah es einfach: mein Umzug. Ein Umzug ist wie ein Zug, in Bewegung, nur ohne eindeutige, lineare Richtung. Stattdessen in Spiralen durch Labyrinthe, im Schutze der Dämmerung. Bis ich Schlüssel in meiner Hand spüre.
wollen unterscheidet sich stark vom tun, doch nur in der ausführung der sache im physischen, im außen, statt des belassens im psychischen, im innen. innen nach außen gekehrt. was also könnte ich nach außen kehren was innen ist. am ende doch nicht mehr und nicht weniger von dem was ich so oder so zu tun gedacht hätte. denn wenn das innen nicht reicht, wird das außen nicht sein. ich bin, im resümee also nicht in der lage zu tun was ich tun könnte wenn ich es denn wollte, weil ich es nicht will. dies also zu bedenken wenn der ratschlag "du könntest doch..." über die lippen gleitet und das innen eines anderen zu erreichen versucht, ist essentiell. sonst bleiben worte nichts weiter als aneinander gereihte buchstaben die keine bedeutung haben weil sie ihre intention verfehlt und nicht in der lage waren willen zu entfalten. denn wille kommt von innen. nicht aber von außen. "könnte" bleibt also nichts weiter als das. ein buchstabensalat in wortbrei verpackt, schön ausgesprochen und nett gedacht, doch sinnbefreit.
Ich will, doch ich werde nicht. Denn gelernt habe ich: wenn ich wollte, könnte ich, und das beruhigt mich.
So sitzen mein Herz und ich auf der Bank unter'm Kirschbaum bis der Sommer uns holt.
Wie saftiges Fruchtfleisch werden wir unsere Liebe in die langen Abende tropfen und das Leben genüßlich verkleben.
Ich weiß, daß ich nicht in jemandes Fußstapfen treten kann - weil das unmöglich ist. Und weil ich das nicht will.
Ich weiß, neben und zwischen wessen Fußstapfen ich treten will - und kann.
Kam der Mond zwischen Wolken durch, oder haben sie ihm kurz Raum gegeben?
Manche Begegnungen sind so auffällig anders, so seltsam, daß das nur eine kurze Zwischenfrage des Lebens sein kann: wie wär's damit? Nicht? Gar nicht oder einfach nur nö? Und andersrum auch.
Irgendwas ist in dieser Nacht in mir gestorben.
In Wolke gehüllt laufe ich in alle Richtungen. Als die Nebelstille endlich auch mein Herz benetzt, wundere ich mich blinzelnd, wie vertraut es mir doch ist. Nach all der Zeit des Immerwiederverlassens. Nach all der Zeit des Immerwiederhintenanstellens. Was für ein Hochverrat, fröstele ich. Und schluchze plötzlich so brutal auf, daß ich husten muss. Doch die Nebelstille fängt jedes Geräusch, das nicht Herz ist, mit einer Handbewegung ein. Sie eine Schwester der Waldstille.
Fische Mond
Diese Fische-Saison will ich so ganz & gar mein Fische-Mond sein. Ebbe und Flut meiner Weltmeere Ebbe und Flut sein lassen, statt mich darauf einzustellen. Wellenreiten will. Von allen Strömen mitreißen lassen. Salzwasser schlucken und feststellen: das stört mich nicht, denn ich bin ein Kind der Meere. Und tauchen; meine Mariannengraben besuchen und dort ein neues Meer weinen. Auftauchen und mich an eine Küste spülen lassen, wie Treibholz. Mich vom Möwenkreischen in Zeitlosigkeit begleiten lassen. Und für all das, was ich fühle und nicht (nur) in Worten wiedergeben kann, will ich alle möglichen anderen Sprachen ausprobieren - gebrochen, gemischt - um zu teilen. Mich mitzuteilen. Ich laufe schon viel zu lange über; manchmal sind es Tropfen auf heiße Steine, manchmal eine erste Flutwelle nach Trockenzeit, der ich hilflos beim Versickern zusehe. Und hier, hier kommen die ersten Tränen. Und hier, diese Zeilen, sind die ersten Salzkörnchen, die von meinen Wangen krümeln. Mögen sie nicht nur kostbar für mich (gewesen) sein.
Da stand ich, mitten um Raum, mitten um eigentlich-irgendwas-tun, öffnete meine Hand und das Band glitt zu Boden. Unser Band. So leise, so nebenher, daß es krachte, mir in den Ohren schepperte und unter meinen Füßen bebte. Ich konnte die Sterne die Luft anhalten hören und schloss die Augen. Daß mich das körperlich in schwanken bringt, hatte ich vergessen und so glitt auch ich zu Boden. Weniger elegant als das Band. Und leiser. Viel zu leise. Verwundert schlug ich die Augen auf und sah mich um. Auch die Sterne zogen ihre Augenbrauen hoch und machten große Augen. Die Zeit ist ein Kaninchenloch, das ich mit meinem Händeöffnen berührt zu haben schien. Ich drehe mich auf den Rücken und schaue an die Decke. Das Geflüster der Sterne malt Lächeln in die Zimmerecken und ich weiß, ich steige in mein nächstes Leben sobald ich wieder aufstehe. Also bleibe ich noch einen Moment liegen, atme tief und summe eine neue Titelmelodie für mich.
Und dann zerbrach die Sonne. Eine Hälfte fiel und fiel. Wie eine Sternschnuppe in Zeitlupe, als könne sie es selbst nicht glauben und wolle sich mit einem letzten Blick verabschieden. Dann war es still.
I prefer you naked
mentally, emotionally and physically
Sein Unglück ausatmen können
tief ausatmen so daß man wieder einatmen kann
Und vielleicht auch sein Unglück sagen können in Worten in wirklichen Worten die zusammenhängen und Sinn haben und die man selbst noch verstehen kann und die vielleicht sogar irgendwer sonst versteht oder verstehen könnte
Und weinen können
Das wäre schon fast wieder Glück
[Aufhebung v. Erich Fried]