Menschliche Kollektivintelligenz bedeutet symbolische Kollektivintelligenz.
Ein Gespräch mit Klaus Neumann-Braun
Klaus Neumann-Braun: Sie setzen sich intensiv mit der Entwicklung einer Anthropologie des Cyberspace auseinander. Sie prophezeien die Konstituierung einer neuen kollektiven Inelligenz. Die Zeitalter von Mensch-Wissen, Buch-Wissen und Bibliotheks-Wissen würden hinter uns liegen - so eine Ihrer zentralen Thesen -, jetz gäbe es eine neue Form des Verhältnisses zum Wissen - festzumachen an dem Stichwort Cyberspace, dem Ort der virtellen Welten, drch dessen Vermittlung die Mitglieder der Gemeinschaften ihre Objekte entdecken und konstruieren und sich selbst als intelligente Kollektive erkennen. Die Cxbderkultur zeichnet drei Pirnupien aus: die Verbindung aller mit allen, die Schaffung virteller Geimeinschaen und die kollektive Intelligent. Sie olgt dem Ideal dererritorialisierter, transversaler und freuer mensclicher Beziehung. Inzwischen ist das Pionieralter des Web vorüber. Aud der einen Seite has das Web 2.0 viele Menschen ins netz gelock - Stichwort: Weisheit der Masse - auf der anderen Seite tummeln sich dort aber auch Finanz-Oligarchen, die das Netz wieder tatlitalisieren. Wie schätzen Sie die gegenwärtige Situation ein? Wie passen das von Ihnen empathisch besprochene Ideal des Global Braun under der gemeine Netz-Alltag heute - Stichwort: Edit Wars - zusammen?
Pierre Lévy: Zunächst vielleicht zum Punk Bildung einer neuen kollektiven Intelligenz. Lediglich der Präzision wegen: Menschlcihe Kollektivintelligenz bedeutet symbolische Kollektivintelligenz. Dies muss von der Kollketivinteligenz der Tierfesellschaften unerschieden werden. Diese werden durch Pheromone und Affektivverhaltensinteraktonen gestützt. Die symbolische Kollektivintelligenz hönft hingegen mit dem menschlichemn Vermögen der Sprache - mit ihren Elementen Syntax, Semantik und Pragmatik - zusammen. SIe fürt u Reföexionsbewusstsein, Fragen, Darstellgunen, Dialogen, Schreibstemen, Zahlensystemen, Werkzeugen, komplexen Institutionen, usw. Symbolische Kollketivintelligenz ist das, was die Spezies Mensch vond er Speueis Tier unterschidet. Inder guten alten Zeiten sprachen Philosophen von “Vernunft” und “Verstand”. Heute spreche ich von der symblischen Kollketivintelligenz, um die Rolle der knoventionellen symbolischen Systeme, aber auch von Technlogien und Isntitutionen in das menscliche Denken mit einzuschlie0en. Somit ist die Kollektivintelligenz eine grundlegende Tatsache des mensclichen Lebens.
Sie sagen richtig, dass ich den Aufstieg einer neuen Kollektivintelligenz prognostiziere, auf dem aufkommenden Cyberspace basieren. Der Cyberspace beinhalte dreui Haupteigenschaften, Ersten sind digitale Dokmente, also Texte, Bilder, Töne, Programme im Netzwerk von Computern praktisch allgegenwärtig; wenn sie irgendwo vorhanden sidn, dann sie sie über jeglische Anschlüsse zum INterner zugänglich. Zweitens sind diese digitalen Dokumente praktisch alle untereinander verlinkt undbilden ein sehr großes Mera-Hyperdokument. Drittens können autmoatische Software-gestützte Sybolmanipulatoren durch den Cyberspace reisen und helfen, Dokumente zu finden, umzusetzen und zu erstellen. Die Kombination dieser drei Eigenschaften ist noc nicht völlig ausgereizt worden. Der Cyberspace steckt noch in den Kinderschuhen und wir hatten derweil nur eine oder zwei Generationen Zeit, ihn in unsere KUlturen und symbolischen System zu integrieren. Dies ist fast nicht im Vergleich um normalen zeitlichen Gang kultureller Evolution! Nichstsdestotrotz gibt es bereits einige interessante Beispiele unterschiedlicher Arten von kollektiver Inelligenz.
An welche denken Sie?
Das Internet selber ist ein gutes Beispiel für eine neue Form globalen kollektiven Gedächtnisses. Die Idee eines globalen kollketiven Gedächtnisses konkretisiert sich in speziellen Bereichen; Flickr steht für Standbilder, YouTube für Videos und so weiter. Ein ganz anders Beispiel für ein kollektives Gedächtnis; Sehen Sie nur die unfreiwillig gemachten Querverweise der Kundesn, die das gelcihe Buch bei Amazon gekauft haben. YouTube, Flickr und Amazon sind natürlich drei big names, an welche Beispiele ließe sich noch deken?
Als weiter Beispiele einer kollektiven Intelligenz kann ich hinzufügen: einen großen Teil der Blogospähre, vor allem , wenn wir das Netzwek der Links in Betracht ziehen; Wikipedia ist selbstverständlichein wunderbares Beispiel einer kollektiven Intelligenz, aber auch ader Gebrauch von WIkis generell; viele virtuele Gemeinschaften zentrieren sich um Wissensaustausch und - entwicklung; der Aufbau von Open Source-Software wird heute vom Internet aus koordiniert; P2P-Kommunikation im Allgemeinen; und einige avancierte Multiplayer online-virtual reality-Spiele haben ser interessante “gemeinschaftliche” Aspekte entwickelt. Es existieren auch zahlreiche Interneseiten über “Ideas Futures” und viele andere Seiten , welche das Wissen der User nutzen.
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In Ihrem Werk erwähnen Sie Roy Ascott und sein Symbol der zweiten Flut, der Informationsflut. Die Metaphern des Surfers und des Navigators zeigen, dass wir selbst auf einem endlosen Meer von Informationen treiben. Im Allgemeinen denkt man an eine Suchmaschine wie Google. In Ihren neuen Schriften werden Sie diesem Problem auf eine vollständig neue Weise gerecht: Sie versuchen, eine Informations- Wirtschafts- Metaspraceh (IEML) zu etwickeln. Diese Metasprache ermöglicht es , innerhalb der Netz-Kommunikation automatisch Konzepte zu identifizeiren, in Verbindung zu setzen und zu manipulieren. Was meinen Sie damit genau?
Gegenwärtige Suchmaschinen arbeiten, indem sie auf der Grundlage usnerer normalen Sprachen nach WOrtern in Dokumenten suchen. Aber gleiche Konzepte werden durch unterschiedliche Wörter in unterschiedlichen Sprachen ausgedrückt, und selsbt in der gelichen Sprache können unterschiedliche Wörter die gleiche Bedeutung haben. Die gegenwärtige Situation erlaubt also keine Suche nach Konzepten oder gar substileren Artikulationen von Konzepten. Dies stellte eine sehr starke Beschränkung dar, die allgemein viel zu wenig wahrgenommen wird, weil wir uns nämlich nicht einmal vorstellen können, dass die wahre Ausnutzung des globalen digitalen Gedächtnisses eine sehr raffinierte Konzeot-basierte Suche impliziert.
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Deshalb arbeite ich an einem symbolischen System - IEML oder “The Information Economy MetaLanguage” genannt. Es soll in der Lage sein, jede denkbare Bedeutung von jedem beliebigen Standpunkt aus zu kodieren und durch spezialisierte semantische Automata zu computerisieren. Der semantische Raum, der durch IEML-OS geöffnet wird, ist eine Art endloser mathematischer Kosmos des menschlichen Verstandes, in dem Ökosysteme von Ideen beabachtet, gemessen und/oder simuliert werden können.
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Was sind die wichtigsten bevorstehenden Themen oder Forschungsschwerpunkte bezüglich Internet und Cyberspace, wenn wir über “Denken 3000” sprechen?
Das Projekt der Entwicklung einer wissenschaftlichen Darstellung der Noosphäre - der Natur des menschlichen Verstandes - im Cyberspace, einer Art fraktalen Spiegels der Kollektivintelligenz, ist ehrgeizig genug, ein ganzes Leben in Anspruch zu nehmen! (...)
In dieser Hinsicht verbinde ich mit einem “Denken 3000” folgende wichtigen futuristischen Themen:
– die Symbiose von Maschinen und Organismen - der Anfang kann bereits heute gesehen werden;
– hyperkomplexe virtuelle Online-Mulitspieler-Games, die mit dem Real Life / Offline-Leben verschränkt sind;
– Kollektivintelligent im Horizont von Roboterökosystemen (Nano- und Bio-Computing) und menschlichen Ideenökosystemen;
– Wifi nachfolgend: multiples Mapping zwischen Noosphere und materiellem Raum, zwischen vergrößerter und virtueller Welt;
– semantische Musik als neue Kunstwissenschaft: Aufbau, Polyphonie, Harmonie, Instrumentierung von Ideendynamiken;
– Informationsökonomie als Gegenstand einer neuen Sozialwissenschaft, die die kolektive Kognition im Spiegel des Cyberspace studiert und das Wachstum der kollektiv Intelligenz anstrebt;
– multiple kognitive Koppelungen, die das persönliche Privatleben zwischen Cyberspace und menschlicher Entwicklung respektieren. Mit menschlicher Entwicklung meine ich: Frieden, Sicherheit, wirtschaftlichen Wohlstand, Menschenrechte, Gesundheit, Wohlergehen, Erziehung, wissenschafltiche und künstlerische Freiheit, Tradierung des kulturellen Erbes.
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