Vor den FlĂŒchtlingen war alles besser...
Ich bin Deutsche. Ich bin in Deutschland geboren, meine Eltern sind deutsch und ich lebe in Deutschland. Und ich wurde nach deutschen Norm- und Wertvorstellungen erzogen. Mir wurde beigebracht, dass unsere christlichen Werte wichtig wĂ€ren, dass die NĂ€chstenliebe ĂŒber allem stĂŒnde und auch, wie wichtig Zivilcourage sei. Dass man helfen solle, wo Hilfe benötigt wĂŒrde. Dass man aufstehen solle, wo Ungerechtigkeit herrsche. Und, dass man stolz sein solle, auf sein Land, auf die wundervollen Menschen hier, auf die Kultur, die, wie gemeinhin bekannt, so durch unsere Werte geprĂ€gt, die Beste der Welt sei.
Doch in diesen Tagen merke ich nicht viel von unserer hoch gepriesenen Kultur⊠Ăberall wo ich hinsehe, sehe ich Hass. Hass geschĂŒrt durch Angst. Angst, unsere âDeutschheitâ zu verlieren, die doch bedroht ist durch das Fremde in unserem Land. Und ĂŒber diesem Hass, dieser tiefgreifenden Abneigung, sehe ich wie unsere Werte sich verlieren.
Noch vor wenigen Jahren waren FlĂŒchtlinge kaum ein Thema in Deutschland. Es gab sie auch damals schon, doch nahm man sie nur selten wahr. Das war vor 9/11 und den Terroristen. Plötzlich waren da AttentĂ€tern, die unsere westlichen Gesellschaften zerschlagen und Gottesstaaten errichten wollten. Und plötzlich war da Krieg, westlicher Krieg gegen Terroristen, der sich bis heute fortsetzt und so viele Opfer fordert. Und plötzlich waren da FlĂŒchtlinge, Menschen, die ihre Heimat und Familien verloren hatten, Menschen, die Angst hatten. Angst um ihr Leben. Und diese Menschen, diese Opfer unserer Kriege, flĂŒchten nun dorthin, wo sie sich Hilfe erhoffen. Dorthin, wo sie wissen, dass Werte herrschen, die es ihnen erlauben sich sicher zu fĂŒhlen. Sie schenken uns ihr Vertrauen, das Vertrauen in unsere deutschen Werte, sie schĂ€tzen dadurch unsere deutsche Kultur wert. Was sie aber nicht wissen, ist, dass diese deutsche Kultur dabei ist zu zerbrechen und ihnen keine Sicherheit bieten kann. Sie zerbricht jedoch nicht an ihnen. Nicht an der finanziellen Belastung. Nein. Sie zerbricht an der Angst der Deutschen. An der Angst, ihre ExklusivitĂ€t zu verlieren. An der Angst, vor der VerĂ€nderung. An der Angst, sich anpassen zu mĂŒssen, an das âNeueâ und damit an seinen Werten und seiner Kultur zu verlieren. An der Angst, man wĂŒrde plötzlich nicht mehr Deutsch sein, kĂ€men Fremde, GĂ€ste, zu uns ins Land. Diese Menschen sind nur GĂ€ste. Sie kĂ€men nicht, wĂŒrden nicht triftige GrĂŒnde sie zwingen. Und sie werden Deutschland wieder verlassen, wenn es die UmstĂ€nde zulassen. Sie gĂ€ben nicht ihr Zuhause auf, verlieĂen ihre Familien, ihre Heimat, alles Bekannte, wenn sie nicht mĂŒssten. Die GrĂŒnde zu bewerten liegt nicht in unserem Ermessen. Aber wie wir handeln schon.
NatĂŒrlich gibt es unter FlĂŒchtlingen schwarze Schafe. Wie immer, wenn viele Menschen zusammenkommen, sind Idioten dabei. Individuen, die sich nicht an Regeln halten wollen oder können. Manche kennen diese noch nicht einmal. Aber sind dann nicht wir in der Pflicht, ihnen diese zu vermitteln? Unsere Werte zu vermitteln? Das liegt nicht nur in der Verantwortung der Regierung, das fordert den Einsatz jedes Einzelnen von uns. Denn wenn Vorurteile beiseite geschoben und Ăngste rationalisiert werden, ist es ein Leichtes, die âFlĂŒchtlingskriseâ zu meistern. BekĂ€mpfen wir die Ursachen, nicht die Menschen! Beenden wir den Krieg.
Und ich fordere von jedem Einzelnen, beenden wir endlich diese Polemik gegen FlĂŒchtlinge! Zeigen wir ihnen, worauf wir stolz sind â zeigen wir ihnen, wie schön Deutschland ist, wie bunt und vielfĂ€ltig. Und wie wundervoll unsere Werte sind!
















