Ich habe immer deine Nachrichten ignoriert und dachte mir nichts schlimmes dabei - ich würde dir ja noch antworten und dich einfach eine Woche später treffen.
Und plötzlich, aus dem nichts, völlig unerwartet, kam die Nachricht. Mitten in der Nacht.
Und so stand ich aufeinmal vor deinem Bett, in einem Raum, in dem ich niemals gedacht hätte, dass ich dich dort das nächste Mal sehen werde, oder überhaupt jemals.
Die Intensivstation fühlte sich bedrückend an. Es fühlte sich real an, aber irgendwie auch nicht. Ich wusste, dass das ernst ist, aber realisiert hab ich es nicht, trotzdem habe ich geweint, ich habe so sehr geweint.
Es war warm, ich habe geschwitzt, aber davon habe ich irgendwie nichts mitbekommen.
Deine Hand - sie war eiskalt, ich spürte es sogar durch die Gummihandschuhe. Trotz alledem hattest du noch Farbe auf deinem restlichen Körper. Es waren alle paar Sekunden nur noch ein paar Atemzüge. Ich schaue dir ins Gesicht und ab und zu auf dem Bildschirm. Ich habe die ganze Zeit über kein Wort rausbekommen, ich konnte nicht. Ich stand nur da, hielt deine verkrampfte Hand und habe geweint.
Ich wusste, du wirst sterben. Es gab keine Hoffnung mehr, die ich trotzdem mir zu wagen genommen habe.
Du wirst sterben.
Die Atemzüge wurden immer langsamer, immer weniger. Gegen Ende lief dir Blut aus dem Mund. Das Gerät fing an, laut zu piepen.
So sehr werde ich dich vermissen. Ich werde es vermissen, dich mit deinem Hund draußen spazieren gehen zu sehen, wenn ich gerade auf dem Heimweg bin. Ich werde es vermissen, mit dir über Gott und die Welt zu reden, ich werde es vermissen, zu hören, was du zu sagen hast. Ich werde sogar die Mischung aus dem Pulver und das heiße Wasser, den Mix, den du Kaffee nennst, vermissen.
Ich werde dich vermissen.
Und es tut mir so schrecklich leid, dass ich deine Nachrichten ignoriert habe.
Es ist jetzt zu spät. Ich bereue es.
Es tut mir so leid. Ich hoffe, du kannst mir verzeihen.
Ich hab dich lieb.
14.06.1951 - 02.03.2021 - R.I.P ✝️🕯🙏🏻
Niemals in Vergessenheit🔒❤️















