VERGIFTET (Jan’17) | Kotzen beim Versuch die Kackscheiße anderer zu verdauen
Gerade startet eine längst überfällige Debatte in meinem weiteren und näheren Umfeld. Eine Debatte über Konsens und Kommunikation.
Der Anlass: Ein Typ, der sich selbst als Feminist und politisch links bezeichnet, hat mehrfach andere Menschen emotional benutzt, vergewaltigt und erniedrigt. Als Teil einer bekannten Band der Hardcore Szene - eine Szene, die schon lange durchsetzt ist mit Sexismus und ausweichender Scheu vor Kritik - schlägt das Outing große Wellen. Dabei bekommen die Worte des Täters einen großen Raum im Statement der Band, sowie im weiteren Diskurs.
Ich bin zu 100% bei den Opfern. Weder die Betonung einer provinziellen Herkunft, noch öffentlich angekündigte Besserungsversuche oder schwabernde Erklärungen haben an dieser Stelle was zu suchen. Und ja - ich habe seine Worte nicht vollständig gelesen.
Ich bin zu 100% bei den Opfern und wüsste nicht, warum ich sie lesen sollte, um reagieren zu dürfen.
Menschen, die sich in den Worten des Täters wieder finden, und ohne die Berühmtheit seiner Band, nicht befürchten müssen, öffentlich geoutet zu werden: Setzt euch mit euch auseinander, reflektiert euer Verhalten, zieht euch zurück aus geschützten Räumen (ob öffentlich oder privat)!
Solange ihr nicht sicher sein könnt, die Regeln der gegenseitigen Achtung, Rücksichtnahme und absolutem Einverständnis erfüllen zu können!
Hört auf, die Bedürfnisse von anderen Menschen für die Erfüllung eurer eigenen zu benutzen, solange ihr nicht Umgang mit allen Bedürfnissen der anderen Person finden könnt!
Ich bin zu 100% bei den Opfern. Ich danke ihnen, für ihre Kraft und ihren Mut. Obwohl ich bisher selbst nicht die Kraft hatte, all ihre Zeilen zu lesen, bin ich schon so ermutigt durch ihre Worte und den Mut sie öffentlich zu machen. Mit all dem immensen emotionalen Stress, der hinter der Aufdeckung eines solchen Traumes steckt. Das Trauma, das persönliche Grenzen nicht akzeptiert werden, eine emotionale Bindung konstruiert wird, die das Gefühl von Ohnmacht entstehen lässt - welche wieder ausgenutzt wird. Ein Trauma, das von der Gesellschaft normiert wird und vor dem keine Szene sicher ist.
Ich bin zu 100% bei den Opfern. Sie / wir sind nicht allein - es gibt keinen Grund sich falsch zu fühlen, Schuld auf sich zu nehmen, wegen dem absolut falschen und übergriffigem Verhalten anderer.
Augenhöhe und Einverständnis heißt: Kommunikation!
Es gibt keine Norm und keine Selbstverständlichkeit im Miteinander!
Das ‘Outing’: http://wolfdownouting.blogsport.de/
Das ‘Final Statement’: http://wolfdownouting.blogsport.de/2017/07/27/final-statement-by-the-victims-of-tobi/