Unsere Snapchat-Serie iam.serafina geht mittlerweile in die fünfte Staffel. Die Hauptdarstellerin Franca Bolengo (aka Serafina) und ich waren jetzt im Podcast von Serienjunkies und haben erzählt, wie wir das Ding bei PULS und funk produzieren.
Throwback! 2010 war ich für ein paar Monate für mein Anglistik-Studium in London. Für den BR wollte ich damals eine Geschichte über Piratenradio machen als ich über die frisch gestartete Underground Music Livestream-Reihe namens “Boiler Room” gestolpert bin. In dem damaligen Headquarter des Boiler Room in einem Warehouse in Hackney habe ich mich mit Blaise Bellville getroffen und ihn interviewt, was das genau ist, was sie da machen. Dass daraus ein weltweiter Erfolg und eine kleine Revolution werden sollte, war damals vielleicht subtil zu spüren aber noch nicht abzusehen. Ich bin dann selbst einige Mal zum originalen Boiler Room gegangen und wie das genau war, hab ich vor eine Weile hier mal aufgeschrieben.
Im Mai 2017 habe ich bei re:publica was zu unserem PULS/funk-Format iam.serafina erzählt. Die erste Realtime-Soap auf Snapchat, Instagram und Youtube. Seitdem sind wir zwar schon wieder eine Ecke krasser geworden aber vielleicht trotzdem ganz interessant!
Der süße Hundefilter, Beine beim Laufen und das healthy Müsli am Morgen – Snaps die jeder macht und jeder kennt. Schon ganz cool, aber nach einer Weile auch irgendwie langweilig.Ich habe mich gefragt: Wie wär’s wenn mal wirklich was passieren würde auf Snapchat? Wenn man gnadenlos alles snappen würde – auch die dunklen Momente…
Bei iam.serafina, der ersten Snapchat-Soap, der Welt passiert genau das. Die Protagonistin Serafina erlebt die wildesten Coming-of-Age-Geschichten und snappt alles mit – ohne Kompromisse.
Es gibt ein Drehbuch aber keine vorgeschrieben Dialoge. Serafina ist Hauptdarstellerin, Kamerafrau und Cutterin in einem. Jede Staffel dauert vier Wochen – in Echtzeit, ohne Nachbearbeitung und nach 24 Stunden sind die Videos weg – alles nach den Regeln von Snapchat eben.
PULS produziert das Format für funk, das Content-Netzwerk von ARD und ZDF. Inzwischen hat die Serie eine treue Fangemeinde, die zu circa 80 % weiblich und zwischen 13 und 24 Jahren alt ist. Auf Snapchat erreichen die Snaps inzwischen über 100.000 Zuschauer. Die Geschichte wird auch auf Instagram und Youtube weiter erzählt.
Die Zuschauer können in Echtzeit und auf das Geschehen der Soap reagieren. Das Dreh-Team vor Ort greift den Input der Community auf und integriert ihn in die Story. Über den Instagram-Livestream haben die Haupt-Charaktere mit den Usern direkt gesprochen.
Das Projekt steht trotzdem erst am Anfang: 2017 sollen noch drei weitere Staffeln produziert werden. Im Juni startet die dritte.
Hier kann man iam.serafina verfolgen:
Snapchat Youtube Instagram
Und auf der Seite von funk, kann man die vergangene Episoden nachschauen.
Der Podcast-Hype erreicht so langsam auch Deutschland. Für viele Nischen gibt es schon Podcasts: Gaming, Sex, Serien etc. - mir als Deutschrap-Fan fehlte ein Podcast, der sich mit dem Geschehen in der Szene hierzulande auseindersetzt. Nach einer monatelangen Suche für passende Protagonisten, kristallisierten sich am Ende Falk Schacht und Jule Wasabi als spannende Paarung für dieses Format heraus.
Falk Schacht ist der Peter Scholl-Latour des deutschen HipHops, der letzte große Rap-Erklärer in diesem Land. Seit 23 Jahren begleitet er die Szene als Journalist, Experte, Labelmacher und wandelndes Deutschrap-Lexikon. Sein Motto: Man muss mit der Mafia gelebt haben, um sie wirklich verstehen zu können. So hat er dem frühen Torch beim Freestylen zugeschaut, Bushido zum ersten Mal vor eine Fernsehkamera gezerrt und weiß, wie Cro ohne Maske aussieht. Er liefert Anekdoten, Fun-Facts und Analysen ohne Ende.
Jule Wasabi ist die Provokateurin unter den Deutschrap-Journalistinnen. Sie hat keinen Respekt vor Rappern, egal wie cool oder hart sie scheinen mögen und teilt sowohl im Interview als auch auf Twitter schon mal ordentlich aus. Sie hat mit Hustensaft Jüngling - na klar - Hustensaft getrunken, Berliner Rüpel-Rapper zum Kindergeburtstag eingeladen und mit einem echten Zuhälter die Möchtegern-Luden-Texte von Kollegah auseinandergenommen.
Der Podcast wird über die klassischen Podcast-Apps von Apple und Android verbreitet, über Spotify - und - das ist eine Besonderheit - auch über Youtube. Dort erreicht er auch die höchsten Abrufzahlen - auch wenn das Konzept "Audio auf Youtube" erstmal merkwürdig erscheinen mag. Allerdings sind dort die Deutschrapfans sowieso unterwegs und der Youtube-Algorythmus hilft zusätzlich bei der Reichweite.
Neue Experimente bei PULS. Diesmal haben wir uns bei dem uralten Konzept des Flashcard Freestyles bedient. Ein Rapper freestylet und bekommt Worte souffliert, die er in seine Raps einbauen muss.
Beim Facebook-Freestyle kommen diese Worte allerdings von den Leuten, die in ihrem Feed über den Livestream von PULS stolpern. Sie kommentieren, der Rapper baut die Kommentare ein.
Roger Rekless ist Moderator der Sendung BAYERN3 Spätschicht und einer der besten Freestyler, die ich kenne. Das ist natürlich die perfekte Kombination für diese Aktion.
Wir hatten ein paar Mal auf Periscope ganz erfolgreich ausprobiert - allerdings waren unsere Followerzahlen dort noch überschaubar und es kamen nicht immer genügend Kommentare rein. Auf Facebook dagegen hagelte es nur so Kommentare.
Das Problem vor dem wir allerdings standen war, dass man das Prinzip des Streams auch im Nachhinein noch verstehen sollte. Bei Periscope hat man die Kommentare im Bild - bei Facebook darunter oder daneben. Es wäre im Nachhinein nicht mehr klar gewesen, wann sich Rekless auf welches Wort bezieht.
Daher haben wir mit einem iPhone, einem Mikroständer, einem Ipad (+ einer menschlichen Halterung dafür) und einem Beamer eine abenteuerliche Konstruktion gebastelt, mit der der Screen des Smartphones mit den Kommentaren hinter ihn auf die Wand projeziert wurde.
Danach sind wir mit dem Facebook-Freestyle in unsere Livestage umgezogen, haben den Livestream über eine externe Software laufen lassen und dort die vom Handy gescreengrabbten Kommentaren in das Bild einlaufen lassen.
Inzwischen findet die Aktion alle zwei Wochen statt und wir hatten schon Gäste wie MC Rene, Keno von Moop Mama, David P, Johnny Rakete und Samy Deluxe.
Ich hab' vor einer Weile mal wieder ein kleines Radiostück gebastelt. Inspiriert dazu hat mich der grandiose Bushido-Interview-Zusammenschnitt, der krass rumging.
Radio bietet sich für diese Form mega an weil die Leute, die man zusammenschneidet nicht mal am selben Ort sein müssen. Also hab' ich eine #Waslos-Folge von Rooz von hiphop.de mit Fler mit einem Vortrag des Fernseh-Wissenschaftlers Harald Lesch über Mathematik kombiniert. Zwei harte Schnackberts unter sich...
Eigentlich war das als eine Comedy-Reihe für die neue Radioshow Bayern3 PULS angedacht. Aber sie lässt sich aus rechtlichen Gründen nicht umsetzen.
Daher hab' ich die Pilotfolge jetzt mal bei hearthis.at hochgeladen.
Jetzt hab ich nur Angst davor, dass Fler's nicht lustig findet und mich heimsucht... :D Hey, is doch nur Spaß, Boi!
Deutsche Rapper und ihr Wortschatz [Big Data Projekt]
Heute geht’s um eine Sache, die mir sehr am Herzen liegt.
Ich bin in letzter Zeit kaum zum bloggen gekommen weil ich in den letzten Monaten an einem Big Data Projekt für PULS vom Bayerischen Rundfunk gearbeitet hab.
Das Ziel war rauszufinden, wie groß die Wortschätze der bekanntesten deutschen Rapper sind.
Als Vergleichswerte hab' ich noch einen Auschnitt aus Goethes Faust und Lyrics von Helene Fischer dazu gepackt.
Viele Energydrinks und Excel-Listen später hab ich endlich die Ergebnisse am Start!
Ergebnis
Wer, wie abgechnitten hat, findet ihr hier.
Behind the Zahlen
Wie wir genau bei der Analyse vorgegangen sind, was die Zahlen eigentlich aussagen und auch was einige von den Rappern dazu sagen, wie sie abgeschnitten haben, findet ihr auch auf der Seite.
Dafür müsst ihr nur ne Weile nach unten scrollen.
Wir haben versucht es responsiv wie möglich zu machen. Auf’m Mac im Safari siehts gut aus, aufm Iphone auch – also wenn man es horizontal hält, auf einem Bein steht und es in kreisenden Bewegungen rhythmisch schüttelt…
Mehr
Bei Red Bull hab ich ein Interview zu dem Projekt gegeben.
Ich arbeite gerade für den BR an einer Geschichte über Big Data und habe deswegen gerade mal ein bißchen mit verschiedenen Visualisierungen von Daten rumgespielt. Auf dieser github-Seite hier, kriegt man einen ganz coolen Überblick, was alles so möglich ist.
Dabei bin ich über die Anwendung "Word Tree" gestolpert. Damit kann man Texte, in denen sich bestimmte Muster abzeichnen als Baumdiagramm darstellen lassen. Bei manchen Raptexten funktioniert das auch ganz gut. Die Grafiken gibt's nach dem Klick!
Hier mal zwei Grafiken aus Kids von Marteria:
Besonders gut funktioniert's bei "Ich bin so" von Blumentopf. (Zum vergrößern aufs Bild klicken)
Auch Disstracks lassen sich ganz gut darstellen, hier "Das Urteil" von Kool Savas. (Zum vergrößern aufs Bild klicken)
Ich hab noch ein paar mehr gemacht, zum Beispiel von Kollegah und Bushido. Hab' sie aber bei Facebook hochgeladen weil ich sie hier nicht gscheid einbinden kann.
Typische EDM-Kommentare auf Soundcloud [Audio-Collage]
gut
die typischen kommentare auf soundcloud bei dubstep, trap und dance tracks übersetzt, nachgesprochen und über eine neue produktion von skrillex gelegt
schlecht
wenn wir jetzt dafür die typischen hater-kommentare kassieren... ;)