Umzugschaos
Am 5. Dezember fand eine Veranstaltung statt, in der uns und 104 weiteren Mietparteien der ganzen Straße mitgeteilt wurde, dass die Häuser dort "saniert" werden. Es wurde uns als tolle Modernisierung angepriesen, aber allen war klar, dass es sich um eine "Luxussanierung" handelte. Denn die Wohnungen waren alt, die Mieten waren günstig und viele der Nachbarn sind/waren Sozialhilfe- oder Bürgergeldempfänger. Viele waren in Frührente, Rente oder leben mit körperlichen und/oder geistigen Behinderungen. Wir sind als voll berufstätige Personen dort eher eine Ausnahme gewesen.
Alle Parteien müssen im Laufe dieses oder des nächsten Jahres ihre Wohnungen verlassen. Zwar wurde uns allen zugesichert, dass wir das "Vormietrecht" für die renovierten Wohnungen hätten, aber kaum einer von ihnen wird es sich im Anschluss noch leisten können.
Sowohl in der Presse, als auch im Internett wurde heftig gegen das Projekt gewettert, doch wie heißt es leider: Geld regiert die Welt!
Wir sind nicht nur in der priviligierten Situation, dass wir uns eine teurere Wohnung leisten können, sondern auch noch sofort etwas gefunden haben. Die neue Wohnung gehört meinen Eltern, was bedeutet, dass wir hier dauerhaft leben können und sie sogar eines Tages erben!
Jetzt hieß es also erst einmal Planen und organisieren, alte Wohnung kündigen, neue Möbel besorgen (die alten sind so alt, dass sie den Umzug vermutlich nicht überstanden hätten), und sonstiges klären. Da es sich um einen Erstbezug handelt, konnten wir sogar noch einiges mitentscheiden, wie die Farbe der Wände. Der Nachteil war, dass alles erst jetzt, in dem Monat, in dem wir einziehen wollen, fertig ist.
Die Probleme, die uns begegnet sind, sind alles Luxusprobleme, angesichts der Probleme, die unsere ehemaligen Nachbarn haben. Dennoch machen sie einen echt fertig:
Die bodentiefen Fenster im Essbereich sind genau vor den Parkplätzen, so dass ein Fahrzeug, das zu heftig zurück setzt, direkt rein fahren kann. (Wir haben ein Gitter davor beantragt, dass irgendwann kommen soll.)
Die Fußböden sind nicht ganz gerade. Was zur Folge hat, dass der Schrank im Flur an einem Ende so sehr erhöht werden musste, dass ich mit einem Finger darunter gehen kann. Der ist aber dafür vollkommen gerade.
rechte Winkel scheinen eine Herausforderung für heutige Bauleute zu sein. Die Ecken, hinter denen sich Fallrohre befinden sind nicht gerade, was zum Glück jetzt hinter einem Schrank verschwunden ist, mich vorher aber wahnsinnig gemacht hat, weil ich sowas einfach sehe. Auch an anderen Stellen sind die Wände nicht so gerade, wie es eigentlich sein sollte (in einem NEUBAU!)
Stauraum: Auch wenn diese Wohnung größer ist, als die alte, hat sie weit weniger Stauraum. Wir haben keinen Keller mehr, was die Frage aufwirft, wo wir Koffer, Weihnachtsschmuck und co. aufbewahren sollen. Denn einen wirklichen Abstellraum gibt es ebenfalls nicht!
Das Internet: Ich hatte telefonisch alles abgeschlossen und auch schon eine Bestätigung per Mail erhalten. Doch dann kam nichts mehr. Also rief ich noch einmal an. Die fanden den ganzen Auftrag nicht wieder - auch nicht mit Auftragsnummer! Also alles noch einmal. Dieses Mal hat es aber geklappt und wir haben schnelles Internet in der Wohnung!
Die Wände: Während mein Vater mit mir die Lampen anbringen wollte, verausgabte er sich so sehr, dass er schließlich einige Tage ins Krankenhaus musste. Es war zwar nicht direkt die Folge der Wohnung, aber unserer extrem harten Wände (und einer post-Covid Herzmuskelentzündung). Zum Glück hat uns dann ein Kollege meiner Frau unter die Arme gegriffen und die Bohrungen vorgenommen.
Die Lampenverteilung: Im Küchen-Ess-Wohnbereich sind drei Lampenanschlüsse. Doch die drei sind nicht parallel zu einander. Sorry, für uns Autisten echt grausam!
Die Glaseinsätze in den Türen: Als wir die Türen bestellt haben, haben wir für zwei Türen Milchglaseinsätze bestellt, damit etwas Licht in den Flur kommt. Allerdings wurde nur eine Tür mit Milchglas und eine mit Klarglas eingebaut. Zum Glück ist es in der Wohnzimmertür klar und nicht in der Tür zu meinem Büro. Es hätte mich genervt, wenn jeder durch die Tür auf meinen PC hätte sehen können.
Die Möbel: Wir haben unsere Sparkonten geplündert und uns fast alles neu gekauft. Die Lieferung und Montage war nicht billig, aber den Luxus wollten wir uns gönnen. Allerdings verspätete sich die Lieferung so lange, dass ich auf eine Teillieferung bestehen musste, damit wir irgendwie einziehen können.
Aufbau: Heute sollte dieser Teil kommen und ich habe dafür extra Urlaub genommen. Erst kamen die zu spät und dann kam die Info, dass sie es nicht vollständig heute aufbauen können. Der Rest wird dann am Samstag gemacht... wo wir eigentlich schon einziehen wollten...
MITTEN IN der Einfahrt stand bis heute Mittag eine Straßenlaterne. Diese wurde jedoch heute von der Stadt versetzt. Immerhin etwas. Wenn man bedenkt, dass die ersten Parteien schon hier wohnen, wurde es auch Zeit.
Der Gefrierschrank, den wir kaufen wollten ist zu tief. Er passt nicht in den Hauswirtschaftsraum, wenn wir die Tür zur Waschmaschine öffnen wollen... ok, da finden wir schon noch eine Lösung.
Ich glaube, dass es noch mehr gab, aber fürs erste reicht die Liste ja. Musste mir das mal von der Seele schreiben.













