
Kiana Khansmith
macklin celebrini has autism
Aqua Utopia|海の底で記憶を紡ぐ
🪼

blake kathryn

titsay
Lint Roller? I Barely Know Her
Monterey Bay Aquarium
occasionally subtle

#extradirty
wallacepolsom
YOU ARE THE REASON
Cosmic Funnies
Cosimo Galluzzi
Noah Kahan
Stranger Things
let's talk about Bridgerton tea, my ask is open

gracie abrams

shark vs the universe

izzy's playlists!

seen from Spain

seen from United States

seen from Netherlands
seen from France
seen from Chile

seen from United States
seen from Malaysia
seen from United States

seen from United Kingdom
seen from Netherlands
seen from United States
seen from Norway

seen from Malaysia
seen from Türkiye
seen from Italy
seen from United States
seen from Netherlands

seen from Netherlands

seen from United States

seen from Türkiye
@maahaat-blog
Nordamerika-Trip 2017/18
18. und finale Station: San Diego & Resümee
Mein Host:
Nach einer ereignisreichen Woche in Los Angeles ging es Montagmorgen schließlich weiter nach San Diego, welches meine letzte Station auf der langen Reise quer durch die Staaten sein sollte. Hier hatte ich über Couchsurfing eine Übernachtungsmöglichkeit bei Diana gefunden, die erst vor wenigen Monaten ihr neues, schön renoviertes Apartment bezogen hatte. Sie war zuvor über ein Jahr auf einer Reise durch Mittel- und Südamerika, von der sie mir viel erzählte, weshalb wir uns allgemein wunderbar über Reiseerfahrungen austauschen konnten. Sie arbeitet als Anästhesistin in einer privaten Praxis vor Ort und konnte mir viele Tipps geben, was sich lohnt, in San Diego zu besichtigten. Da sie als Neueinsteiger bei der Couchsurfing-Plattform noch nicht so viele Erfahrungen mit dem ganzen System gemacht hatte, konnte ich einige meiner mit ihr teilen, nachdem ich nun bereits bei fast 20 verschiedenen Gastgebern übernachtet und noch einige Menschen mehr über die Hangoutfunktion getroffen hatte. Am Mittwoch waren wir auch gemeinsam unterwegs und fuhren nach Coronado Island, wo wir schöne Strände sehen und eine beeindruckende Brücke, die das kleine Eiland mit dem Festland verbindet, überqueren konnten. Auch zeigte sie mir einige weitere schöne Viertel wie Loma Point oder den Hafen, an dem ein riesiger Flugzeugträger der amerikanischen Armee vor Anker liegt und als Museum heute für Besucher zugänglich ist, sowie eine der vielen Mikrobrauereien im Umland, die ich schon auf meiner gesamten Reise immer wieder entdeckt und ausprobiert hatte. Mit Diana war ich dann auch noch abends im Kino – wir sahen „Three Billboards outside Ebbing, Missouri“, absolut empfehlenswert – und verbrauchten alles in allem eine schöne und gemütliche Woche zusammen.
Die Stadt:
San Diego selbst ist eine gemütliche, weitestgehend saubere Stadt mit vielen schönen Neighbourhoods, Parkanlagen und mexikanisch-spanisch geprägter Architektur. Bei einer Erkundungstour durch die Stadt konnte ich im historischen Old Town die erste Siedlung vor Ort rekonstruiert besichtigen, sowie die Geschichte der Gegend anhand Nachbauten kleiner Haziendas mit Innenausstattung nachvollziehen. Nach hervorragendem mexikanischem Essen ging es dann weiter Richtung Balboa Park, in dem wunderschöne Gebäudekomplexe zahlreiche Kunst- und Wissenschaftsmuseen beheimaten und gleich neben dem weltberühmten San Diego Zoo in einer fast abgeschotteten Anlage, gesäumt von prächtigen Hecken und vielen unterschiedlich geformten Bäumen, mit zahlreichen Springbrunnen verschönert, liegen. Ironischerweise hatte ich in San Diego eher Pech mit dem Wetter, denn nachdem ich auf meiner Reise zuvor fast keine Regentage erlebt hatte, war hier beinahe die ganze Woche von zahlreichen Wolkenbrüchen begleitet. Die Tatsache, dass es in San Diego normalerweise fast nie regnet und die Regentage an einer Hand abzuzählen sind, machen die ganze Geschichte noch paradoxer. Da es aber selbst im Januar nicht wirklich kalt wird, war das schlechte Wetter kein Hinderungsgrund für mich weiter zu Fuß die Stadt zu erkunden. Problematisch wurde es nur dann, wenn an vielen Stellen das schlecht ausgebaute Abflusssystem mit den Wassermassen nicht hinterherkam und sich sturzbachartige Flüsse entlang der Gehsteige entlangschlängelten. Nichtsdestotrotz konnte ich einige der schönsten Stadtteile besuchen, wie auch das historische Gaslampquarter oder Little Italy in Downtown. Als es am letzten Tag noch einmal richtig warm und sonnig war, verbrachte ich den gesamten Tag am Ocean Beach, genoss die Sonne und das Meer und reflektierte noch einmal die vergangenen Monate. Da ich am nächsten Tag zurück nach Los Angeles fuhr und dann am Samstag zurück nach Europa flog, war dies mein letzter ruhiger und entspannter Tag, der nicht angenehmer hätte verlaufen können. Ocean Beach als etwas alternatives Viertel der Stadt mit vielen Hippie-Läden, Musikern auf der Straße und natürlich einem beeindruckenden Ozean bot ein tolles Ambiente für einen Abschluss meiner Reise.
Am Freitag besuchte ich auf der Rückfahrt von San Diego nach Los Angeles noch die La Jolla Cove im Norden der Stadt, bei der ich eindrucksvolle Naturschauspiele in Form von brechenden Wellen und Seelöwen, ausgespülten Felsformationen und brütenden Vögeln bestaunen konnte. Den letzten Abend vor dem Rückflug verbrachte ich in Venice Beach, wo ich am nächsten Vormittag nochmals den Strand genießen und im Anschluss an den Flughafen fahren konnte. 10 Tage zuvor gebucht, konnte ich mit Norwegian Air ziemlich günstig einen Non-Stop-Flug in 9,5 Stunden von Los Angeles nach London bekommen, wo ich aufgrund der Zeitverschiebung Sonntagmittag schließlich ankam. In London blieb ich noch drei Nächte und besuchte meine Cousine Friederike, die dort ein Auslandsstudienjahr absolviert und mich bei sich übernachten ließ. So konnte ich das College, an dem sie im Moment studiert, besuchen und vor der finalen Rückkehr nach Hause einige Tage in der von mir schon so oft besuchten Lieblingsstadt London verbringen. Beim Lunch im St. James Park oder entlang der Themse war es mir möglich, zumindest schon einmal teilweise innerlich zur Ruhe zu kommen und mich mit dem Gedanken anzufreunden, nun erst einmal nicht weiter zu reisen. Abends besuchte ich noch die Musicalvorführungen von „School of Rock“ und „Book of Mormon“, die beide fantastisch waren.
Resümee:
Nach exakt 100 Tagen kam ich am 17. Januar 2018 schließlich wieder in Deutschland an, nachdem ich die Nacht am Flughafen London Stansted verbracht und den morgentlichen Flug mit Ryanair nach Memmingen genommen hatte. Die letzten gut 14 Wochen waren in vielerlei Hinsicht bereichernd und erlaubten mir, neue Perspektiven auf Themen wie Armut, Kapitalismus, Globalisierung, interkulturellen Austausch und viele mehr zu erkennen, wobei ich nicht behaupten würde, grundlegenden charakterliche Veränderungen an mir selbst feststellen zu können, wie es oftmals in einer mir etwas zu pathetischen Weise nach langen Reisen propagiert wird. Die Nutzung von Couchsurfing als Möglichkeit, neue Leute, Locals und Reisende kennenzulernen und dabei natürlich die Übernachtungskosten weitestgehend auf ein Minimum zu reduzieren, erwies sich als überaus gute Entscheidung, konnte ich doch viele tolle Persönlichkeiten kennenlernen. Darüber hinaus hatte das Reisen mit Bus, Bahn und im Auto für mich den Vorteil, die Entfernungen, die in diesem großen Land oftmals zurückzulegen sind, besser wahrnehmen zu können, als wenn ich einen der billigen Inlandsflüge genommen hätte, den viele der Einheimischen bevorzugen. In diesem Fall hätte ich aber zum Beispiel nicht die tolle Natur der Rocky Mountains oder die sumpfige Landschaft in Georgia und Florida erleben können und einen Teil des Gesamterlebnisses vermisst. Fast 15.000 Kilometer allein innerhalb der Staaten und weitere 21.000 Kilometer im Flugzeug später wieder daheim angekommen, fühle ich mich glücklich, das Privileg einer solchen Reise im Zeitalter der globalisierten Welt genossen, neue Freundschaften geschlossen und allgemein zahlreiche wertvolle Erfahrungen gesammelt zu haben. Vielen Dank an alle, die hier so zahlreich meinen Blog verfolgt haben – ich hatte ihn eigentlich primär dafür gestartet, meine eigenen Erlebnisse mit gewissem zeitlichen Abstand nochmals reflektieren zu können. Während meines Trips konnte ich einige Aspekte des Reisens per se feststellen, die für zukünftige Auslandsaufenthalte wertvoll sein könnten. So ist es oft viel einfacher, weiterzukommen und nicht verloren zu gehen, als man es sich im Vorfeld vorstellt – hat man einen groben Plan, etwas Glück und ist stets offen gegenüber Neuem. In diesem Sinne, lots of Greets, Martin
Nordamerika-Trip 2017/18
Station 17: Los Angeles
Meine Erlebnisse:
Nach elf Tagen Roadtrip kamen wir einen Tag vor Silvester in Sherman Oaks, Los Angeles, an, wo wir bei Joey, der uns bei Couchsurfing zugesagt hatte, übernachten konnten. Direkt am ersten Abend konnten wir ihn und einige seiner Freunde besser kennenlernen, da sie sich in seinem Apartment trafen, einige Drinks gemeinsam hatten und bis tief in die Nacht mit uns über unsere Reise und viele andere Dinge unterhielten. Interessanterweise hatten sich Joey und seine beste Freundin Giselle in einem Deutschkurs am Communitycollege kennengelernt und waren deshalb äußerst erpicht darauf, mit mir über Deutschland zu sprechen und Vokabeln zu erfragen. Silvester verbrachten wir tagsüber in Hollywood, besuchten berühmte Orte, wie den Walk of Fame, das Chinese Theatre und das Kodak Theatre und fuhren gegen Abend noch zum Griffith Observatory, von dem man aus die ganze Stadt in einer fantastischen Kulisse überblicken kann. Abends gingen wir dann mit Joey und Giselle gemeinsam auf ein Konzert einer ihrer Lieblingsbands in Downtown Los Angeles, um dort ins neue Jahr hinein zu feiern. Die Industrial-Elektro-Pop-Musik von VNV Nation war etwas komplett Neues für mich, wie auch die gesamte Szene darum herum. Mit markanter Stimme ins neue Jahr eingezählt, bot dieses Event aber einen absolut passenden Rahmen, um gebührend den Jahreswechsel zu zelebrieren.
An Neujahr besuchten wir dann das Autry-Museum of the American West, in dem die Geschichte der Cowboys, ihre Ursprünge, sowie ihre Umsetzung im Film, mit vielen Requisiten und echten Unikaten aus dem 19. Jahrhundert ausgestattet, zu bewundern ist. Im Anschluss ging es noch an den Santa Monica Pier und nach Korea Town zum Dinner, was einen schönen ersten Tag 2018 perfekt abrundete. Den folgenden Dienstag stand dann die lang erwartete Tour durch das Warner Brothers Filmstudio an, bei dem ich viele Einblicke hinter die Kulissen eines Hollywoodfilmunternehmens erhaschen konnte, z.B. auf die letzten verbliebenen Fassaden von „Casablanca“, die Funktionsweise von Greenscreens und wie eine Tonspur entsteht oder mit welchen Tricks bei der Wiederverwendung einzelner Settings gearbeitet wird. In den nächsten Tagen besuchte ich noch das Hollywoodmuseum mit vielen witzigen Anekdoten der Filmgeschichte der letzten 100 Jahre und Requisiten längst vergangener Tage, spazierte entlang der weltberühmten Sunset und Santa Monica Boulevards, erkletterte das Hollywoodzeichen und erkundete Beverly Hills. Hier fiel besonders auf, wie sauber und gepflegt diese Stadt im Vergleich zu der komplett umschließenden Metropole L.A. erscheint, was natürlich damit zusammenhängt, dass hier viele reiche Prominente sich ihre Residenzen hinter hohen Zäunen eingerichtet haben. Das wohl eindrucksvollste und zurecht als empfehlenswertester Platz in Los Angeles bezeichnete Areal des J. Paul Getty Institutes, das nach dem milliardenschweren Öltycoon aus dem vergangenen Jahrhundert benannt ist und mit dessen Erbe die Stiftung noch heute finanziert wird, besuchte ich schließlich am Freitag und konnte dort eine exquisite Kunstsammlung inklusive einer Sonderausstellung über die kulturellen Schätze Mittel- und Südamerikas bewundern, sowie den laut Einheimischen schönsten Ausblick über die Stadt genießen. Allein schon die Architektur der Anlage ist mit ihren modernen, schwungvollen Formen, ergänzt mit Springbrunnen aus uralten Naturfelsen, einen Besuch wert. Nach einem weiteren ruhigen Tag in Sherman Oaks ging es am Montag dann letztendlich weiter nach San Diego, meiner letzten Station auf der Reise durch die Vereinigten Staaten von Amerika.
Die Stadt:
Los Angeles selbst ist eine sehr weit verstreute Stadt mit vielen, in sich selbst funktionierenden Vierteln, die in ihrer Größe als auch als eigenständige Ortschaften durchgehen würden. Mit knapp vier Millionen Einwohnern als zweitgrößte Stadt der USA, sowie unzähligen direkt angrenzenden Städten entlang der Küste, wie zum Beispiel Long Beach, ist hier seit dem Aufkommen eines der weltweit größten Filmzentren eine unfassbar große Metropolregion entstanden, die sich in ihrem Ausmaß quasi bis an den Joshua Tree Nationalpark im Osten und San Diego im Süden erstreckt. Zuvor aufgrund geringerer Größe als alte spanische Siedlung wenig relevant, hat sich hier heutzutage das Zentrum einer der weltweit umsatzstärksten und populärsten Unterhaltungsindustrien entwickelt. Außerhalb Hollywoods, den Filmstudios in Studio City und natürlich Beverly Hills fällt aber vor allem der Dreck und die schlechte Luft, erzeugt durch die vielen Autos, auf, die hier für einen konstanten Smog über der Stadt sorgen. Gleichzeitig sind die öffentlichen Verkehrsmittel dürftig ausgebaut, was ein Fortbewegen meinerseits ohne Auto im weitläufigen Stadtgebiet oftmals schwierig und vor allem langwierig gestaltete. Hier erneut mit extremen Unterschieden bzgl. Wohlstand und Infrastruktur zwischen unterschiedlichen Neighbourhoods konnte ich auf dem Weg zum Busbahnhof erschreckende Zustände wahrnehmen, was sich durch straßenzuglange Zeltansammlungen, von verwahrlosten Obdachlosen aller Altersgruppen bewohnt, gut beschreiben lässt. Ich hatte den Eindruck, dass die Menschen hier weitgehend alleingelassen und isoliert vor sich hinleben und sich die Verwaltung und die Regierung abseits der touristisch lukrativen Plätze wenig bis gar nicht um die Instanthaltung und die Bürger ihrer Stadt kümmert. Dies zwar nicht erst in L.A. wahrgenommen, erschien es mir hier aber besonders extrem in diese Richtung zu tendieren.
Als Besucher ist die Stadt mit ihren ikonischen Orten und dem nahgelegenen Pazifik, sowie natürlich den zahlreichen Möglichkeiten, in das Tagesgeschäft Hollywoods Einblick zu gewinnen, aber absolut empfehlenswert. Auch konnte ich an einem Abend mit Glück noch ein Ticket für das Taping der Sitcom „Mom“ ergattern, bei dem man live in der Soundstage beobachten konnte, wie eine Fernsehserie produziert und gefilmt wird, sowie am Ende Autogramme der Hauptdarstellerinnen Allison Janney und Anna Faris bekommen. Für Filmbegeisterte ist die Stadt das El Dorado, jedoch konnte ich viele junge Menschen auf der Straße bettelnd sitzen sehen, die offensichtlich eine Karriere im Showbusiness angestrebt hatten, letztlich jedoch auf dem harten Boden der Tatsachen gelandet waren. Wie so oft, geht es auch hier nur mit Beziehungen, viel Glück und ohne Geld funktioniert nur das Wenigste. Ganz anders als in Los Angeles ging es nun in der letzten Woche in San Diego weiter, das für sein warmes Wetter, viele Rentner, die sich auf ihre alten Tage hier niedergelassen haben, und ein familienfreundliches Stadtbild bekannt ist. Im nächsten Eintrag dazu mehr, lots of Greets :)
Nordamerika-Trip 2017/18
Station 16: Roadtrip Kalifornien / Nevada / Utah / Arizona
Roadtrip Teil 1:
Nach einer ereignisreichen Woche in San Francisco ging es also am 19.12. los Richtung Yosemite Nationalpark. Nur wenige Autostunden entfernt ist der weltberühmte Park ein beliebtes Ausflugsziel für Tages- oder Wochenendausflüge von den küstennahen Städten aus. Hier gibt es tiefe, bewaldete Täler und eindrucksvolle Felsformationen entlang der Bergketten, außerdem wildlebende Rehe, Hirsche und viele weitere Tiere des Waldes zu bewundern. Nachdem wir uns bei Walmart mit ausreichend Proviant und Equipment eingedeckt hatten, kamen wir gegen Nachmittag im Yosemite Valley an und besuchten zunächst einen riesigen Wasserfall im Zentrum des Tales. Auch diverse Aussichtspunkte, von denen man große Teile des Gebiets überblicken konnte, zählten zu unseren Stopps am ersten Tag. Wenige Kilometer vor dem Eingang zum Nationalpark fanden wir in einer Picnic Area schließlich einen Platz für die Nacht, parkten unser Auto dort und machten ein kleines Lagerfeuer. Übernachten oder Feuermachen ist in den Nationalparks nicht gestattet, da diese unter strenger Aufsicht von Rangern nur für den Besuch tagsüber geöffnet sind. In den oft angrenzenden National Forests jedoch sind diese Dinge in Ordnung, bzw. ist hier niemand für eine Überwachung zuständig und Übernachten im Auto ist kein Problem. Diese Gebiete stehen beide interessanterweise unter staatlicher Aufsicht, weshalb die Verwaltung der einzelnen Bundesstaaten hier keine Befugnisse haben. Die Unterscheidung zwischen bundesstaatlicher und regierungsstaatlicher Zuständigkeit ist in den USA eminent wichtig und führt oft zu Konflikten, da die Staaten mehr Eigenständigkeit fordern. Verglichen mit z.B. Deutschland haben die Bundesstaaten in den USA jedoch bereits weitaus mehr Eigenbestimmungsrechte, was sich unter anderem auf Waffengesetze, Legalisierung von Cannabis oder die Homoehe auswirkt, wobei letztere seit einiger Zeit landesweit durchgesetzt wurde.
Von touristischen Einnahmen der Nationalparks sehen die Staaten jedoch keinen Cent, da dies alles direkt an verwaltenden Behörden des Innenministeriums fließen und für den Erhalt der eindrucksvollen Natur verwendet werden. Das Modell, in angrenzenden National Forests zu übernachten, behielten wir, wenn möglich, die kommenden Tage bei, da wir uns dort keine Sorgen machen mussten, unseren Platz mitten in der Nacht verlassen zu müssen. Am nächsten Tag besuchten wir noch die riesigen Mammutbäume, die im Yosemite Park stehen und fuhren dann weiter Richtung Norden, da die Verbindungsstraße nach Osten, die wir eigentlich nehmen wollten, wegen übermäßigem Schneefall gesperrt war. Somit gelangten wir, bereits bei Dunkelheit, am Lake Tahoe an, der an der Grenze zwischen Kalifornien und Nevada liegt und als beliebtes Urlaubsziel für die amerikanische Bevölkerung gilt, da im Winter Möglichkeiten zum Ski- und Snowboardfahren, im Sommer zum Baden und Wandern vorhanden sind. Hier verbrachten wir den ganzen nächsten Tag, umrundeten den See und machten einen kleinen Abstecher in das nahgelegene Carson City, die Hauptstadt Nevadas, das sich jedoch als wahrscheinlich langweiligste und trostloseste Stadt auf meiner gesamten Reise herausstellte und wo wir nur günstig tankten und dann zurückfuhren. Lake Tahoe selbst bietet eine atemberaubende Natur mit schneebedeckten Bergen, die den kristallklaren See, der in unzähligen Blau- und Grüntönen in der Sonne glänzt, umschließen. Hier hatten wir auch die kältesten Temperaturen von bis zu – 10 Grad Celsius, was aber aufgrund von guten Schlafsäcken plus weiteren Decken in der Nacht verkraftbar war.
Im Anschluss machten wir uns auf, weiter nach Süden, um auf dem Weg zum Death Valley am Mono Lake, einem Salzsee, dessen Felsformationen wie von einem anderen Planeten wirken, dem June Lake und an den Mammoth Lakes zu stoppen, wo wir stets nach wenigen Meilen eine völlig veränderte Natur erleben konnten. Nahe dem letztgenannten Gebiet fanden wir mitten im Nirgendwo heiße Quellen und konnten bei sternenklarer Nacht einige Stunden im persönlichen Outdoorpool verbringen. Auch im Death Valley verbrachten wir noch eine weitere Nacht – der hier durchziehende Wind kann unerträglich kalt werden – und besuchten hier einige eindrucksvolle Schauplätze eigentümlicher Natur, wie zum Beispiel buntgefleckte Felswände namens Artists Palette oder einen trockengelegten Salzsee, der sich quer durchs Tal zieht.
Las Vegas:
Nach ereignisreichen fünf Tagen kamen wir an Heiligabend schließlich in Las Vegas in die Zivilisation zurück – heißt Duschen und ein richtiges Bett – was ein Luxus das ist, merkt man erst, wenn man mehrere Tage darauf verzichten musste – und bezogen unser Hotelzimmer im MGM Grand. Die Hotelzimmer sind hier erstaunlich günstig, da die Haupteinnahmequelle derselben in den dazugehörigen Casinos liegt und die Übernachtungspreise dementsprechend heruntergefahren werden, um mehr Gäste anzulocken. Der Kontrast, der sich uns nach einer Woche in nahezu völliger Natur hier in Sin City bot, hätte extremer nicht sein können. Am Strip entlanglaufend kann man Kapitalismus und seiner Reinform feststellen: Auf jedem Zentimeter wird man mit Werbung und Angeboten überhäuft, die einzige und höchste Priorität hier besteht darin, den Menschen das Geld aus der Tasche zu ziehen. Natürlich war das generell nichts Neues für die USA, doch artet das Ganze hier auf perverse Weise aus. Stripperinnen, die schon tagsüber mit Familien inklusive kleinen Kindern Fotos gegen Bezahlung machen, Drogendealer, die dir nachts auf offener Straße alles Mögliche anbieten, Restaurants und Souvenirshops auf kleinstem Raum und „Musiker“, die ihre selbstgebrannten CDs an den Mann bringen wollen. Geht man nicht in zügigem Tempo weiter, ist man schon in ein Gespräch verwickelt und entkommt diesem nur schwerlich wieder. Selbiges kann man zwar auch am Times Square in New York oder am Hollywood Boulevard in Los Angeles erleben, doch kam es mir hier in Las Vegas am extremsten vor.
Auch in den Casinos kann man imaginäre Dollarzeichen in allen Augen wahrnehmen, ist hier vom Rauchen übers Trinken – natürlich for free – alles erlaubt, solange ein Spieler nicht seinen Platz verlassen muss und in dieser Zeit vielleicht weniger Geld ausgeben bzw. verlieren könnte. Wir hatten uns für einen 24-Stunden-Buffetpass für 80 Dollar entschieden, stellten jedoch fest, dass nach dem ersten Mal Buffet, dass wir im Rio Hotel genießen durften, die Faszination für ein solches stark abnehmen kann. Nach Tagen von Dosensuppe und Instantnudeln war es aber eine willkommene Abwechslung und durchaus sehr lecker. Traurige Begleiterscheinung war jedoch, dass die Leute aufgrund des unbegrenzten Zugangs haufenweise Essen auf ihren Tischen horten und letztlich den größten Teil am Ende einfach wegwerfen. Steak, Hummer und Muscheln en masse finden am Ende des Abends ihren Weg in den Mülleimer, während vor der Tür hungernde Menschen vor sich hinsiechen.
Als wir nach zwei Tagen und Nächten Zockerei im Casino, Essen in drei verschiedenen Hotels und Umherlaufen am nachts hellerleuchteten Strip inklusive des eindrucksvollen Wasserspiels am Bellagio, begleitet von klassischer Musik, und fantastisch anmutenden Hotelgebilden, am Dienstag weiterfuhren, konnten wir jedoch auch noch die andere Seite Las Vegas‘ kennenlernen. Da wir keine frische Wäsche mehr hatten, suchten wir eine öffentliche Wäscherei im weniger touristischen Teil der Stadt auf, wo wir die Armut der ansässigen Bevölkerung und wirklich heruntergekommene Straßenzüge aus nächster Nähe wahrnehmen konnten. Wieder auf der Straße Richtung Utah und dem Zion Canyon konnte ich wieder freier atmen und war ganz und gar nicht unglücklich darüber, wieder zurück in die Natur zu kommen. Las Vegas hat gewiss seine eigene Faszination, es reicht aber auch absolut, es einmal gesehen zu haben. Die Erwartung von wilden Partys und unvergesslichen Nächten wird von fetten alten Männern und Frauen in Jogginghosen an Spielautomaten, genervten Familienvätern, die ihre Kleinkindern an der Hand von einer Attraktion zur nächsten schleifen und einer allgemein trostlosen Grundstimmung enttäuscht. Für Sozialstudien eignete sich die Stadt aber hervorragend, kann man hier doch die Auswirkungen einer freien Marktwirtschaft und unbegrenzten Kapitalismus‘ in extremer, meiner Meinung nach äußerst negativen Form beobachten.
Roadtrip Part 2:
Nach mehrstündiger Autofahrt kamen wir am Zion Canyon in Utah an, übernachteten nahe des Eingangs und planten, am nächsten Morgen den Nationalpark zu erkunden. Dass dieser jedoch dermaßen überfüllt sein würde, hatten wir nicht erwartet und beschlossen kurzerhand, den Canyon zu Fuß zu erkunden, nachdem die Zufahrtsstraße wegen zu vielen Besuchern gesperrt worden war. Dies stellte sich im Nachhinein als Glückfall heraus, da wir auf diese Weise die atemberaubende Natur aus einer angenehm ruhigen und entschleunigten Perspektive genießen konnten, wohingegen die meisten Gäste im Auto nur die einzelnen Aussichtspunkte abklapperten, dort jeweils ein paar Fotos schossen, um daraufhin schnell weiterzufahren. Die roten und weißen Felsen, die in teils merkwürdigen Formationen aneinandergereiht den Zion Canyon bilden, zeichnen eine interessante Silhouette, die im Vergleich zu den bisher erkundeten Gebieten erneut einen einzigartigen Anblick boten. Am selben Tag ging es auch noch zum Bryce Canyon, der zwei Autostunden entfernt lag und der vor allem wegen seinen surreal wirkenden spitzen Felsgebilden in Erinnerung bleibt. Diese sind fast symmetrisch in unzähliger Ausführung nebeneinander aufgereiht und können von Aussichtspunkten oberhalb des Canyons bewundert werden.
Als Nächstes folgte mit Arizona nach Kalifornien, Nevada und Utah der vierte und letzte Staat auf unserem Roadtrip. Arizona war mit die Region, die mich am positivsten überraschen sollte. Von den meisten Gebieten, die ich besuchte, im Vorfeld schon eine grobe Vorstellung habend, erwartete ich hier außer dem Grand Canyon einigermaßen durchgehend trockene Steppe. Eine solche kann man zwar durchaus in weiten Teilen des Staates erleben, doch ist er auch immer wieder von spektakulären Naturschauspielen unterbrochen, die in ihrer speziellen Form wahrscheinlich nirgends sonst vorzufinden sind. Um die Stadt Page herum konnten wir eine fantastische Aussicht am Horseshoebend und kristallklares Wasser am Colorado River erleben, wohingegen der unterirdische Antelope Canyon wegen Überfüllung leider nicht zugänglich war. Allgemein hatten wir im zweiten Abschnitt unseres Trips etwas Pech mit dem Timing, da gerade Ferienzeit war und daher an all diesen beliebten Ausflugszielen wahre Menschenmassen zugegen waren. Der weltberühmte Grand Canyon schließlich war sehr beeindruckend, hat jedoch meiner Meinung nach die Last zu tragen, dass alle, die dorthin kommen, den unglaublichsten Anblick ihres Lebens erwarten, weshalb er maximal den Vorstellungen gerecht werden kann. Der teilweise eine Meile breite und 440 Kilometer lange Canyon gehört zu den meistbesuchten Orten Nordamerikas und wird den angesprochenen Erwartungen auch durchaus gerecht. Bei Sonnenuntergang auf unseren Campingstühlen sitzen hatten wir einen famosen Ausblick ins Tal, kochten uns Dinner und fühlten uns wie die Könige der Welt.
Auf dem Weg Richtung Süden machten wir am Oak Creek Canyon Halt und hatten Lunch an einem schönen kleinen Fluss eingekesselt von erneut individuell besonderen Felsformationen, von denen wir auf der Fahrt nach Phoenix durch die Kunst- und Musikstadt Sedona noch einige weitere entdecken konnten. In der an Phoenix angrenzenden Stadt Scottsdale nahmen wir uns für die letzte Nacht ein Motelzimmer und spazierten durch das von Kunstgalerien und schicken Restaurants geprägte Downtown. Auf der Fahrt am nächsten Tag nach Los Angeles machten wir noch einen Umweg über den nahe der Interstate gelegenen Joshua Tree Nationalpark, der mit den jeweils unterschiedlich geformten, namensgebenden Bäumen und angehäuften Felsenhügeln durchzogen ein äußerst kunstvolles Bild abgab. Die Landschaft dort wirkte wie von modernen Künstlern in einem Anflug von kreativem Erguss drapiert, ist jedoch völlig natürlich entstanden. Am späten Abend kamen wir schließlich in Sherman Oaks, einem Stadtteil Los Angeles‘ im Nordwesten der Stadt gelegen, bei Joey an, der uns für die nächsten Nächte bei sich aufnahm.
Die elf Tage zusammen mit Eddie auf den Straßen Kaliforniens, Nevadas, Utahs und Arizonas waren alles in allem ein unvergessliches Erlebnis, das nach der von Städten geprägten Reise zuvor seinen ganz eigenen Charakter hatte. Im Auto zu übernachten, mit dem Gaskocher Essen zuzubereiten und fast jeden Abend unter dem Sternenhimmel Lagerfeuer zu machen, rahmten das Erkunden der erstaunlichen Natur des Westens der USA auf bestmögliche Weise. Nach gut 3500 Kilometer in 11 Tagen, unzähligen Tankfüllungen und ebenso vielen Gesprächen über Gott und die Welt fand unser Roadtrip in Los Angeles schließlich sein Ende, wird jedoch, wie die gesamte Reise bisher, in bester Erinnerung bleiben. In den besuchten Gebieten fiel immer wieder die sich stets verändernde Landschaft auf, wobei Kalifornien ob der Größe und den unterschiedlichen klimatischen Bedingungen wahrscheinlich als abwechslungsreichster, Nevada wegen weitgehend wüstenartig geprägtem Erscheinungsbild als eintönigster der vier Staaten bezeichnet werden kann, obwohl jeder einzelne für sich eindrucksvolle, besuchenswerte Orte zu bieten hat. Zu La La Land dann im nächsten Eintrag mehr, bis dahin, lots of Greets 😊
Nordamerika-Trip 2017/18
Station 15: San Francisco
Da der Shuttlebus vom Bahnhof in Emeryville nahe der bekannten Universität Berkley direkt zur Fishermen’s Wharf in San Francisco fuhr, konnte ich bereits kurz nach meiner Ankunft die sich dort niedergelassenen Seelöwen besuchen und einen fantastischen Sonnenuntergang über der Bucht genießen. Da Eddie, bei dem ich die nächste Woche übernachten sollte, selbst erst spät von einem Kurztrip nach New Orleans zurückkam, verbrachte ich die nächsten Stunden damit, mir einen ersten Eindruck von der Stadt zu verschaffen, wobei mir hier ähnlich wie in Denver direkt die vielen auf der Straße lebenden Menschen ins Auge fielen. Bei späterer Nachfrage bei Eddie wurde mir erklärt, dass es hier ähnliche Gründe dafür gibt – eine liberale Regierung und aus dem Norden mit Bussen fortgeschickte Obdachlose sorgen für die hohen Zahlen. Außerdem kann man hier, ganz dem Ruf entsprechend, viele Althippies finden, die aber heute ein eher trauriges Bild abgeben, als in irgendeiner Form eine romantische 60er-Jahre-Atmosphäre zu versprühen. Bei Eddie spätabends angekommen, konnte ich sein gemütliches Einzimmerapartment im Mission District, in dem vor allem hispanische Bevölkerung anzutreffen ist, inspizieren.
Eddie ist 45 Jahre alt, wurde in China in einer Stadt nahe Taiwan geboren und kam mit 27 Jahren nach Kanada, wo er die nächsten 14 Jahre lebte und Staatsbürger wurde. Vor vier Jahren kam er dann schließlich nach San Francisco, wo er aufgrund des Wunsches nach beruflicher Veränderung seinen Master in BWL machte. Heute arbeitet er selbstständig als Unternehmensberater mit Spezialisierung auf Hotelconsulting und hat eine kleine Bürofläche nicht weit von seiner Wohnung angemietet. Wir verstanden uns auf Anhieb gut und hatten im Verlauf meines Aufenthaltes einige interessante Gespräche, gingen gemeinsam in den neuen Star-Wars-Film ins Kino, aßen uns durch die kulinarische Vielfalt der Stadt und machten einige kurze Halbtagestrips ins nähere Umland der Stadt. Da Eddie selbst ein Fan von Nationalparks ist und schon einige kleine Roadtrips gemacht hatte, bot er mir, nachdem ich ihm von meinen weiteren Plänen erzählte, an, mit mir gemeinsam die unterschiedlichsten Orte in Kalifornien, Nevada, Utah und Arizona abzufahren, die er teilweise schon besucht, manche aber selbst noch nicht gesehen hatte. So bauten wir am Ende meines Aufenthaltes in der Stadt in seinem Auto die Rückbank aus, kauften eine Luftmatratze und Campingstühle bei Walmart sowie Proviant und begannen unseren 11-tägigen Roadtrip.
Im Folgenden soll nun aber zunächst von meinen Erlebnissen in der „Welthauptstadt der Schwulenbewegung“, wie sie selbst von vielen Bewohnern genannt wird, berichtet werden. Am ersten Tag machte ich meinen obligatorischen langen Spaziergang durch die Stadt, der sich hier jedoch anstrengender als sonst erwies, da das Gebiet, auf dem San Francisco erbaut wurde, eine komplett von Hügeln durchzogene Halbinsel darstellt. Daher geht man eigentlich dauerhaft entweder bergab oder bergauf, was auf eine Distanz von 11 Meilen als etwas nervend empfunden werden kann. Nichtsdestotrotz besuchte ich einige tolle Plätze, wie zum Beispiel die höchsten Hügel der Stadt namens Twin Peaks, von denen man eine fantastische Aussicht über die ganze Stadt hat, das Schwulenviertel Castro, die Hippiemeile in Haight-Ashbury und den Golden-Gate-Park, der sich wie eine grüne Wand kilometerlang mitten durch das Stadtgebiet zieht. Am Ende des Parks kommt man direkt an den Pazifik, wo ich einen atemberaubenden Sonnenuntergang erleben konnte. Auch die ehemalige Gefängnisinsel Alcatraz konnte ich an einem der Tage besuchen und dort eine selbstgeführte Audiotour machen, die mit Hintergrundinformationen, geschichtlichen Anekdoten und persönlichen Schicksalen gespickt, ein gutes Bild des von 1934 bis 1963 als berüchtigtstes Hochsicherheitsgefängnis der Welt bekannten Ortes erzeugte.
Mit Eddie gemeinsam fuhr ich über die Golden Gate Bridge sowie zu einigen von Eddies Lieblingsplätzen in der Stadt, wie zu Beispiel Lands End, einem kleiner naturbelassenen Parkanlage am westlichsten Punkt der Halbinsel mit perfekten Sonnenuntergangsbetrachtungspotential und machte eine Spazierfahrt in die nördlich gelegene Berglandschaft. An den Abenden konnte ich einige weitere interessante Leute kennenlernen – unter anderem Chris, der vor einigen Jahren aus Chicago hierhergezogen war und mit dem ich an drei unterschiedlichen Abenden um die Häuser zog. Über die Couchsurfing-Homepage hatte ich von einem Pubcrawl erfahren, der aber an einem Mittwoch stattfindend dementsprechend besucht war. Dort lernte ich aber Chris kennen, was sich in der Folge als Glücksfall herausstellen sollte. Zwei Tage später trafen wir uns erneut bei einem Pubcrawl, diesmal am Freitag und besser besucht, und zogen im Anschluss gemeinsam noch weiter. Da ich gegen Ende des Abends kurz vor drei Uhr morgens keinen Akku mehr hatte und somit kein Uber rufen konnte, kam ich noch mit in Chris‘ Apartment, um es dort aufzuladen. Dort verabredeten wir uns auch für den nächsten Tag, da wir zahlreiche interessante Gespräche geführt hatten und uns viel über kulturelle Unterschiede ausgetauscht hatten. Am Samstag schließlich aßen wir mexikanisch und trafen uns im Anschluss mit zwei weiteren Freunden, Justin und Jason, die uns mit auf eine StartUp-Weihnachtsfeier nach Oakland nahmen, wo wir Gästelistenplätze bekommen hatten und einen tollen Abend verbrachten. Beim mittlerweile obligatorischen Mitternachtssnack in Mel’s Dinner, die 24 Stunden am Tag im Stil eines 50er Jahre Dinners authentisch bedienen, verabschiedeten wir uns.
Nach weiteren, ruhigeren Tagen machten Eddie und ich uns dann schließlich auf den Weg zu unserer ersten Station, dem Yosemite-Nationalpark. San Francisco insgesamt war definitiv einen Besuch, sei es wegen dem interessanten Stadtbild, den neuen Freunden oder der kulinarischen Vielfalt, die sich von koreanisch über mexikanisch bis hin zu Seafood-Spezialitäten erstreckte und landesweit als eine der besten Küchen gilt. Geprägt von stark individueller Lebensgestaltung konnte ich San Francisco als eine Stadt wahrnehmen, die von vielen der hier Lebenden als Ort zum Leben ausgewählt wurde, was vor allem junge Menschen betrifft. Mit einem der jüngsten Altersdurchschnitte des Landes und nahe dem Silicon Valley, in dem nahezu jede große Technologiefirma der USA zu verorten ist, finden sich hier viele progressive Charaktere, die sich aber auch oft merklich etwas auf ihre liberale und moderne Lebensweise einbilden. Die oftmals beschworene Flower-Power-Atmosphäre ist nur noch in kleinen Gruppen verlotterter Individuen in Grünanlagen anzutreffen, dort aber auch eher selten. Ziemlich sicher ist es im Sommer etwas anders, da dann hier nämlich zahlreiche Musikfestivals stattfinden und alle Parkanlagen von Leben erfüllt sind. Der typische Bewohner San Franciscos heutzutage fährt aber einen Prius, trinkt nur noch Ginseng-Algen-Shakes und arbeitet in der IT-Branche. Was nach Klischees klingt, beinhaltet oft einiges an Wahrheit. Die teuren Wohnungspreise, die sich mit denen in New York messen können, sorgen dafür, dass Familien eher in angrenzende Städte der Bay Area, wie zum Beispiel Oakland, San José oder Palo Alto ziehen, die jungen und hippen Intellektuellen aus aller Welt aber vor Ort leben. Ich konnte daher auch Menschen aus unterschiedlichsten Regionen der Welt, wie den Niederlanden, Indien, Frankreich, China und Schweden kennenlernen und intensiven kulturellen Austausch betreiben. Nach acht Tagen dort und auch nun, einige Wochen später, bin ich mir immer noch nicht ganz sicher, wie ich San Francisco einschätzen soll. Fest steht jedoch, dass ich hier erneut eine für sich einzigartige Stadt besucht habe, die viele interessante Optionen zur Erkundung bietet. Nach Monaten vor allem von Städten geprägter Reise ging es nun auf in die Natur, dazu bald mehr, lots of greets 😊
Nordamerika-Trip 2017/18
Station 14: Colorado
Boulder
Nach 18 Stunden Zugfahrt kam ich Montagmorgen um 7 Uhr an der Central Station Denver an, von wo ich aber direkt einen Bus nach Boulder, einer kleinen, hauptsächlich studentisch geprägten Stadt, ca. 45 Minuten nordwestlich von der Hauptstadt Colorados, nahm. Dort wohnt Leah, deren Kontakt mir über Zach, den ich in Tallahassee kennengelernt hatte, vermittelt worden war, zusammen mit Nikki und Jim, der im Keller sein eigenes Bier braut, in einer WG, wo ich direkt trotz der frühen Uhrzeit freundlich empfangen wurde. Leah arbeitet in einem Institut für Umweltschutz und Wetterbeobachtung, läuft aber Gefahr, aufgrund staatlicher Finanzkürzungen, veranlasst vor allem durch Donald Trump, ab Januar arbeitslos zu werden, da die Aufträge ausbleiben voraussichtlich werden. Ursprünglich aus San Antonio, Texas, ist sie vor einigen Jahren nach Colorado gekommen, hat sich hier gut eingelebt und Zach, der hier aufgewachsen ist, auf einem Couchsurfing-Treffen kennengelernt. Gemeinsam besuchten wir einige der zahlreichen Brauereien hier vor Ort und konnten auch in letzter Minute noch Tickets für ein Konzert einer ihrer Lieblingsbands, den Overcoats, zwei jungen Frauen in meinem Alter, die mit Indie-Electronic-Musik glänzen konnten, in Denver ergattern. Während Leah in der Arbeit war, erkundete ich Boulder und die nähere Umgebung auf eigene Faust, ging am ersten Tag direkt im nahgelegenen Nationalpark wandern und genoss die Atmosphäre der als äußerst liberal und entspannt geltenden Stadt. Bei zwar kaltem, aber sonnigem Wetter hatte ich einige sehr schöne Tage in dem ca. 80.000-Seelen-Städtchen das direkt am Fuß der Rocky Mountains liegt und deren Umgebung mich stark an das Voralpenland erinnerte, bis ich Mittwochabend mit dem Bus zurück nach Denver fuhr.
Denver
Nachdem ich im Vorfeld eigentlich geplant hatte, direkt in Denver zu bleiben und Boulder eher spontan auf meinem Zeitplan erschienen war, traf ich Mittwochabend bei Dan, der nur 15 Minuten Fußweg vom Hauptbahnhof in Denver, wo auch die Busse verkehren, wohnt, ein. Dan reist arbeitsbedingt oft quer durchs Land und ist ein riesiger Footballfan, genauer gesagt von den ortansässigen Denver Broncos, die er erst am vorigen Wochenende zum Auswärtsspiel nach Miami begleitet hatte und dort mit seinen Freunden einen Kurztrip ins sonnige Florida gemacht hatte. Auch deshalb hatten wir direkt viele Gesprächsthemen und eine von vielen interessanten Unterhaltungen geprägte Woche gemeinsam. In Dans geräumigen Apartment hatte ich die Couch im Wohnzimmer sowie ein eigenes Badezimmer zur Verfügung – in Boulder schlief ich im Partykeller auf einem gemütlichen Ausklappsofa. Bei Dan konnte ich endlich einmal wieder kochen, am zweiten Abend gab es Spaghetti Bolognese mit Salat, wovon mein Gastgeber mehr beeindruckt war, als ich erwartet hatte. Wenn Dan tagsüber in der Arbeit war, zog ich alleine los, um die Sehenswürdigkeiten Denvers zu besuchen.
Am ersten Tag machte ich den, mittlerweile obligatorischen Spaziergang durch die Stadt, bei dem ich neben dem State Capitol, der Einkaufsstraße in der 16th Street Mall, dem örtlichen Christkindlmarket, der scheinbar in vielen amerikanischen Städten nach deutschem Vorbild in der Vorweihnachtszeit aufgebaut wird, manchmal aber Elemente deutscher Tradition unpassend miteinander vermischt – was ich bereits in Chicago feststellen konnte – und der United States Mint, einer der vier Stellen landesweit, die die offizielle Währung des Landes produzieren, viele architektonisch unterschiedlich geprägte Stadtteile sowie einige der vielen Parkanlagen entdecken konnte. Hier waren besonders die unzähligen kanadischen Wildgänse, die sich vor allem im großen City Park in rauen Mengen finden ließen, sowie die vielen Obdachlosen auffällig, die ich auch in Boulder bereits gesehen hatte. In den Städten meiner bisherigen Reise, wo mir diese auch schon aufgefallen waren, hatten sie aber aus irgendeinem Grund besser ins Stadtbild gepasst, da ich es hier in Colorado als sauberer und die Infrastruktur und die Gesellschaft als etwas intakter als in vielen Städten des Südens empfunden hatte. Auf meine Nachfrage, weshalb in einem eher kalten Gebiet wie hier so viele Menschen auf den Straßen leben, erklärte mir Leah, dass es hier grob vier Typen von Obdachlosen gibt: Einige Menschen leben über das Jahr in den Bergen der Rocky Mountains und kommen nur für den Winter aufgrund der Temperatur in die Städte, andere kommen aus Staaten weiter nördlich, in denen Obdachlosigkeit für illegal erklärt wurde und die Menschen von der Straße einfach in Busse verfrachtet und in den nächstangrenzenden Staat gebracht werden. Da in Colorado eine sehr liberale Politik betrieben wird, bleiben diese dann meist hier und fügen sich in das Stadtbild ein. Die wahrscheinlich größte Gruppe, die hier auf der Straße zu finden ist, stellen aber die vielen von Drogen zerstörten Individuen dar, die eigentlich aus der Mitte der Gesellschaft stammend durch suchtbedingte Abhängigkeiten abgestürzt sind. Leah schätzte, dass die Hälfte der Obdachlosen hier einen College-Abschluss habe.
Die Tatsache, dass Cannabisprodukte hier schon länger legalisiert wurden, könnte vor diesem Hintergrund neben der liberalen Gesinnung der Regierung eine weitere Ursache darin haben, dass die Region scheinbar dermaßen mit Drogenproblemen zu kämpfen hatte und immer noch hat, dass eine Entkriminalisierung zumindest von weichen Drogen als unausweichlich erschien. Die vierte und letzte, sonst oft in der Mehrheit befindliche Gruppe der durch soziale Armut, Krankheit oder beruflicher Krisen obdachlos gewordener Einheimischer macht hier nur einen kleinen Teil aus, führt aber letztlich zu diesem, wenn man so will „bunten“ Bild von Menschen auf der Straße, das in der oftmals als lebenswerteste Stadt der USA ausgezeichneten Metropolregion skurril fehl am Platz wirkt, aber auf der anderen Seite auf seine eigene Art und Weise wieder gut hineinpasst.
Am zweiten Tag hier, Freitag den 08.12., beschloss ich, den Denver Zoo, den ich bei meinem Spaziergang am Vortag bereits von außen inspiziert und einen Besuch wert empfunden hatte, aufzusuchen. Dieser liegt idyllisch inmitten des City Parks und bietet eine große Auswahl an Tieren aller Klimazonen, doch sind besonders die Themenhäuser hervorzuheben, in denen über die Tropen bis hin zur Wüste durch klimatische Anpassung, Dekoration im gesamten Gebäude und teilweise freilaufenden – bzw. fliegenden Bewohnern eine authentische Atmosphäre erzeugt werden kann. Für den folgenden Samstag hatten Dan und ich vereinbart, einen Tagesausflug in den Rocky Mountains National Park zu machen, was sich aus ausgesprochen lohnenswert herausstellen sollte. Nach einer 90-minütigen Autofahrt am Nationalpark angekommen und die Zutrittsgebühr bezahlt, erkundeten wir alle zu diesem Zeitpunkt offenen Straßen desselbigen, da einige Abschnitte aufgrund zu starken Schneefalls bereits gesperrt waren. In Höhen über 3000 Meter über dem Meeresspiegel konnten wir grandiose Ausblicke genießen und Herden wilder Elche beobachten. Nachdem wir alle zugänglichen Bereiche abgefahren und einen kleinen Spaziergang um den Bear Lake gemacht hatten, fuhren wir für das Mittagessen zurück in das direkt vor den Eingangstoren des Parks liegende Örtchen Estes Park, wo wir den Ausflug mit einem Bummel durch die Einkaufsstraße des Ortes abrundeten.
Da wir beide Einladungen für den Abend hatten, fuhren wir am Nachmittag nach Denver zurück, um nicht in Stress zu geraten. Dan machte sich nach unserer Rückkehr bald zur Weihnachtsfeier seiner Firma auf, wohingegen ich mich zur Geburtstagsparty von Leahs Mitbewohnerin Nikki begab, die kurz zuvor 30 Jahre alt geworden war und mich spontan zu der Party, die in einem angemieteten Haus in Denver stattfand, einlud. Dort traf ich viele nette Leute aus der Region und auch einige weitere Couchsurfer, weshalb der Abend von kulturellem Austausch und tollen Gesprächen geprägt war. Nachdem wegen der Party am Vorabend der Sonntag eher ruhig ausgefallen war, fuhr ich Montagmorgen mit dem California Zeyphr schließlich weiter Richtung Westküste. In den nächsten 33 Stunden durchquerten wir mit dem Zug die Rocky Mountains, wobei hier durch unzählige Tunnel unterbrochen die fantastische Landschaft dieses Gebirges zu bewundern war. Auf der Fahrt passierte der von der landesweit dominierenden Eisenbahngesellschaft Amtrak betriebene Zug die Staaten Colorado, Utah, Nevada und schließlich Kalifornien, wo ich nach Stopps z.B. in Salt Lake City, Truckee, Reno und Sacramento Dienstagnachmittag gegen 16 Uhr in Emeryville, 40 Shuttlebusminuten von San Francisco entfernt, ankam.
Der siebentägige „Zwischenstopp“ in Colorado hat sich trotz des dadurch teurer gewordenen Zugtickets mehr als gelohnt, da ich dort erneut viele tolle Charaktere, eine beeindruckende Landschaft und tolle Städte kennenlernen durfte. Einerseits fühlte ich mich an vielen Stellen, vor allem bzgl. der Landschaft, der Natur und der großen Vorliebe für die Bierbrauerei, an die Heimat und das Voralpenland erinnert, auf der anderen Seite konnte ich hier einige für diesen Staat spezifische Eigenheiten entdecken, die mir in dieser Form bisher noch nicht begegnet waren. Mit der Ankunft in San Francisco an der Westküste begann nun der letzte Abschnitt meiner Reise, nachdem ich die 10 Wochen zuvor die Ostküste, den tiefen Süden und den mittleren Westen bereist hatte. Was mich hier erwartete folgt im nächsten Eintrag – bis dahin, lots of Greets 😊
Nordamerika-Trip 2017/18
Station 13: Chicago
Mein Host
Nach der, wie zuvor beschrieben, etwas stressigen Busfahrt, kam ich gegen fünf Uhr morgens in Chicago an und suchte mir zunächst ein Starbucks-Coffeeshop, da ich warten wollte, bis Paul, mein Host hier, aufgestanden und bereit für Besuch wäre. Gegen halb 8 wurde ich wie bisher immer äußerst freundlich empfangen und bekam erst einmal Kaffee und Frühstück, bevor ich mich für ein paar Stunden hinlegte – geschlafen hatte ich die letzte Nacht nicht wirklich. Paul ist 56 und arbeitet für die nationale Eisenbahn, weshalb er bereits unzählige Male mit dem Zug durch die ganzen USA und Europa gereist ist. Er kennt sich auch in Bayern und Deutschland sehr gut aus – seine Familie kommt ursprünglich aus der Schweiz, weshalb er auch fast fließend Deutsch spricht, was dazu führte, dass wir die ganze Zeit eine witzige Mischung aus Deutsch und Englisch sprachen, da wir immer die Sprache wechselten, wenn wir einen bestimmten Begriff in der jeweils anderen Sprache nicht kannten. Mit ihm hatte ich einige Mahlzeiten zusammen und wir besuchten Donnerstagabend ein von Schülern der örtlichen Musikhochschulen veranstaltetes Konzert, welches als alljährliche Bach-Marathon betitelt alle sechs Brandenburgischen Konzerte sowie einige ausgewählte Einzelstücke bot. In einer schönen Kirche stattfindend war dies ein sehr gelungener Abend, bei dem ich auch einige sehr nette Freunde Pauls kennenlernen konnte.
Dieselben Freunde traf ich auch wieder, als ich an meinem letzten Tag mit Paul in den Gottesdienst seiner Kirche ging, die als moderne, freie evangelische Kirche mit Christenpopmusik und offener Religionsdiskussion einen offenen und einladenden Eindruck bei mir hinterließ, was auch an den Gesprächen mit verschiedenen Mitgliedern im Anschluss lag. Von Pauls Apartment direkt neben einem der örtlichen Colleges konnte ich die meisten Sehenswürdigkeiten Chicagos zu Fuß erreichen, wobei ich hier täglich einige Meilen abspulte. Da Paul seit kurzem keinen Mitbewohner mehr hat, konnte ich dessen altes Zimmer nutzen, weshalb ich ein ganzes Queensize-Bett für mich alleine zur Verfügung hatte – ein Traum!
Die Stadt
An meinem ersten Tag in Chicago besuchte ich den Willis-Tower, der mit einer Aussichtsplattform in 412 Metern fast dieselbe Höhe wie der CN-Tower in Toronto aufweist und von dem man eine fantastische Aussicht über die ganze Metropolregion sowie den Lake Michigan hat. Da ein ganz gutes Timing erwischt hatte und gegen 16 Uhr am Tower ankam, konnte ich die Stadt gerade noch bei Tageslicht, aber auch im Dunkeln mit unzähligen Lichtern überall bewundern. Im Laufe meiner Reise habe ich es mir angewöhnt, in einer neuen Stadt anfangs einen möglichst hohen Punkt zu finden, um von dort schnell einen ersten Eindruck und eine gewisse Übersicht erlangen zu können. Gepaart mit den langen Touren zu Fuß, die für mich eine weitere gut geeignete Möglichkeit darstellen, möglichst viel von der jeweiligen Stadt zu erkunden, habe ich mittlerweile eine gute Methode entwickelt, innerhalb weniger Tage enorm Viel einer weiteren Station meines Trips zu sehen. Die nächsten zwei Tage waren dann auch vor allem von langen Spaziergängen entlang des Sees quer durch Downtown Chicago geprägt, den Milleniumpark, „The Bone“ und „The Magnificent Mile“ eingeschlossen.
Das Stadtbild Chicagos im touristischen Teil um Downtown herum hat mich stark an London bzw. generell europäische Großstädte und ist mir als besonders sauber und mit guter Infrastruktur in Erinnerung geblieben. Von allen bisher besuchten Städten empfand ich Chicago rein optisch mit als schönste Stadt, wobei sich dieser Eindruck vor allem auf die abgelaufenen Stadtviertel bezieht. Fährt man mit dem Zug einige Meilen aus dem Zentrum in die angrenzenden Gebiete, wie ich es am Samstag auf Empfehlung einiger Locals tat, bekommt man ein komplett anderes Chicago zu sehen. Da die Bahn große Teile der Strecke erhöht oberirdisch fährt, kann man unterschiedlichste Straßenzüge sehen, die zum Teil stark heruntergekommen sind und wo ich erkennen konnte, warum die Stadt als eine der gefährlichsten der USA gilt, inklusive der meisten Opfer und Verletzten von Schusswaffen jährlich. In Chicago fiel mir der Zustand einer Zweiklassengesellschaft in den USA besonders stark auf, wie es eigentlich schon auf der gesamten Reise der Fall war. Ich bekam bei einem kurzen Besuch in das örtliche Macys-Kaufhaus, das vor Prunk und Dekadenz nur so schreit und den davorsitzenden Obdachlosen, die oft verkrüppelt im Dreck liegen, den Gedanken, dass die extrem materialistische Gesellschaft der USA ein solches Bild abgibt, wie es in einem dystopischen Deutschland in 20,30 Jahren aussehen könnte. Die extreme Armut, die hier in eigentlich jeder Großstadt vorzufinden ist, parallellaufend mit der überbordenden Werbung an jeder Ecke und der Kaufsucht all derjenigen, die ihr weniges Geld für plastikdurchdrängten Mist zum Fenster hinauswerfen, ist eine der traurigsten Beobachtungen, die ich auf meiner Reise machen musste, wobei ich natürlich weiß, dass es weltweit noch schlimmere Zustände gibt. Die Tatsache aber, dass die USA als eigentlich reiches, modernisiertes, westliches Land gilt, lässt die Zustände hier in einem für mich fast perversen Licht erscheinen.
Nach diesem soziologischen Erguss aber wieder weiter im Text: Am Freitag besuchte ich das hier hochgelobte Institut of Art, das von Griechisch-Römischer Kunst bis hin zu Andy Warhol und tagesaktuellen Künstlern ein breit angelegtes Repertoire an Kunst aller Art bot und auf beeindruckend großer Fläche den ganzen Tag beanspruchte. Am Ende dieses Tages merkte ich, dass ich im Laufe der letzten 2,5 Monate in wahrscheinlich zu viel Museen dieser Art gewesen war, da sich Vieles schlichtweg immer wiederholt. Trotzdem konnte ich hier einige Stücke finden, die mir besonders gut gefielen, vor allem in der Galerie mit den impressionistischen Gemälden von z.B. Monet oder van Gogh. Am selben Abend besuchte ich noch den Christkindelmarket von Chicago und das Caroling an der berühmten Bohne, bei dem ein Kinderchor Weihnachtsklassiker zum Besten gab. Nachdem ich am nächsten Tag wie beschrieben die angrenzenden Viertel der Stadt erkundet hatte und auch in etwas besseren, bei der jüngeren Bevölkerung beliebten Neighbourhoods unterwegs gewesen war, ging ich am letzten Abend in eine der bekanntesten Bluesbars der Stadt, wo ich fünf Stunden feinste Livemusik genießen konnte.
Als eine der größten Städte der USA konnte ich in meinen fünf Tagen hier in Chicago viele unterschiedliche, von starken Differenzen geprägte Orte besuchen, Weihnachtsstimmung genießen und einen Einblick in das Leben vor Ort bekommen. Als nächstes stand nun die erste Etappe mit dem California Zephyr, einer hierzulande berühmten Zugverbindung von Chicago bis San Francisco, an. Von Sonntagmittag 14 Uhr bis Montagmorgen 7 Uhr Ortszeit ging es die nächsten 18 Stunden 1000 Meilen quer durchs Land weiter bis nach Colorado – hierzu bald mehr, lots of Greets 😊
Nordamerika-Trip 2017/18
Station 12: Memphis & Nashville
Memphis
Nach New Orleans war zunächst nicht klar, in welchen Städten ich auf dem Weg nach Chicago Halt machen sollte, doch die Strecke wäre auf einmal zu weit gewesen. Nach mehreren Gesprächen mit Locals konnte ich mich auf die beiden musikgeprägten Städte Memphis und Nashville festlegen, da diese gut mit dem Bus zu erreichen waren und auch einen Besuch Wert schienen. Freitagabend in Memphis, Tennessee, angekommen wurde ich von Juan, meinem Host dort, mit dem ich über Couchsurfing zuvor schon geschrieben hatte, abgeholt. Juan lebt etwas außerhalb der Stadt, sogar über der Staatsgrenze in Horn Lake, Mississippi, und hat dort ein großes Haus mit vier Schlafzimmern, weshalb er oft und gerne Couchsurfer bei sich aufnimmt. Seine Katze Mama und er sind die einzigen, die dort leben und daher freut er sich immer über etwas Gesellschaft. Ich habe selten einen herzlicheren und großzügigen Gastgeber kennenlernen dürfen – Neben dem Kingsize-Bett und dem eigenen Badezimmer teilte Juan auch alles, was er im Kühlschrank hatte, mit mir und nahm mich einige Male mit in die Stadt, wenn er auf dem Weg zur Arbeit war oder holte mich abends auf dem Rückweg wieder ab, da die Fortbewegung hier ohne Auto problematisch wird. Ich plante eigentlich ursprünglich zwei Nächte hier zu verbringen und dann für zwei Nächte weiter nach Nashville zu fahren, doch fand ich für dort keinen Host und Juan war so nett, dass er mir anbot, eine weitere Nacht zu bleiben und mich am nächsten Morgen vor der Arbeit um 5 Uhr am Busbahnhof abzusetzen.
In den zwei Tagen in Memphis konnte ich eine Menge interessanter Orte besuchen. Am Samstag verbrachte in sieben Stunden im Civil-Rights-Movement-Museum, das als eines der besten des Landes gilt und zwar sehr leselastig daherkommt, aber mit viel Liebe zum Detail und Herzblut gestaltet wurde. Die Tatsache, dass der Rundgang in dem Motelzimmer, vor dem Martin Luther King 1968 erschossen wurde, endet, emotionalisiert den Besuch dort extrem – vor allem, weil man die Stunden zuvor damit verbracht hat, sich all das Leid und die Ungerechtigkeit, die den Afro-Amerikanern auf diesem Kontinent angetan wurden, vor Augen zu führen. Im Anschluss hatte ich noch für diese Region typische BBQ und fuhr wieder zurück zu Juan, wo wir einen ruhigen Abend vor dem Fernseher verbrachten, was nach vielen langen Nächten in New Orleans eine willkommene Abwechslung war. Den zweiten Tag in Memphis verbrachte ich damit, zunächst Graceland, das Domizil von Elvis Presley, und die dazugehörigen Ausstellungshallen zu besichtigen, woraufhin ich im Anschluss noch zu den Sun Studios fuhr und die Tour dort machte. Die Sun Studios sind berühmt dafür, dass hier die Karrieren vieler bekannter Musiker starteten, wie zum Beispiel Elvis Presley, Johnny Cash, Carl Perkins, Roy Orbison, Jerry Lee Lewis und vielen mehr. Die Tour wurde von einem jungen Mann geführt, der augenscheinlich Alles über diesen Ort wusste und den Rockn’Roll verinnerlicht hat, auch selbst etwas auf dem Piano zum Besten gab. Dieser, von Musik geprägte Tag gewährte mir viele Einblicke in die Anfangsgeschichte der Rockmusik und ich konnte viele neue Fakten über Elvis Presley, sein Leben und seine Karriere vor Ort erfahren. Zum Abschluss meines Aufenthaltes hier besuchte ich abends noch eine Livemusikbar mit einem Country-Trio, die viele bekannte Songs der alten Helden, die hier gewirkt hatten, performten.
Nashville
Der kurze, aber sehr intensive Aufenthalt hier und die entspannten Stunden mit Juan hatte erneut einen eigenen Charakter und brachte eine weitere Komponente in meine Reise. Am nächsten Morgen ging es sehr früh weiter nach Nashville. Nach vierstündiger Fahrt dort angekommen brachte ich zunächst mein Gepäck in das Nashville Downtown Hostel, wo ich für eine Nacht gebucht hatte, da ich bis zum Ende keinen Host über Couchsurfing finden konnte. Das Hostel liegt aber in einer perfekten Lage, nahe an allen interessanten Plätzen um das Stadtzentrum herum und war mit 32$ pro Übernachtung absolut im Rahmen. Am ersten Tag hier begab ich mich auf einen ausgedehnten Spaziergang, wie ich es mir im Laufe der letzten Wochen zum Erkunden der Stadt und für einen ersten Eindruck angewohnt hatte. Nashville ist ähnlich wie Memphis eine Stadt mit viel Industrie und etwas Tourismus, der sich aber auf wenige Straßen im Zentrum beschränkt. Besonders auffällig hier war, dass an fast jeder Ecke gebaut wird, scheinbar also viel Geld in die Hand genommen wurde, um die Infrastruktur zu erneuern. Dies war in Memphis nur in Ansätzen der Fall, weshalb dort auch stärkere Mängel diesbezüglich festzustellen waren. Das ganze Gebiet um Mississippi und Tennessee herum hat offensichtlich erhebliche Probleme mit dem Wandel hin zu einer postindustriellen Gesellschaft, was sich auch an den enorm hohen Kriminalitätsraten, vor allem in Memphis, beobachten lässt.
Als Zentrum der Countrymusik dreht sich in Nashville Vieles um dieses Thema – so gibt es jede Woche einige Performances, die fast immer ausverkauft sind, sowie in so gut wie jeder Bar entlang des Broadways ganztägig Livemusik. Am Abend lernte ich hier in meinem Hostelzimmer Colby aus Louisiana und Duncan aus Australien kennen. Mit ihnen trank ich ein paar Bier und wir machten uns auf die Suche nach guter Livemusik, die wir in einer kleinen Bar auch finden konnten. Hier war montags immer Jam-Night, weshalb unterschiedlichste Kombinationen von Musikern, die zum Teil noch nie gemeinsam gespielt hatten, eine fantastische Bluesmusik auf die Bühne zauberten.
Am zweiten Tag in Nashville besuchte ich das Johnny-Cash-Museum, das zwar nicht besonders groß, dafür aber äußerst liebevoll gestaltet war und alle Seiten im Leben des Musikers ausführlich betrachtete, gerahmt mit vielen Hörproben und Ausschnitten von Liveauftritten oder Ähnlichem. Nachdem der Besuch hier fast den ganzen Tag gedauert hatte, aß ich in einer Livemusikbar noch zu Abend und brach dann auf, meinen Rucksack im Hostel abzuholen und mich wieder zur Greyhoundbusstation zu begeben, da um 19 Uhr Ortszeit mein Bus nach Chicago weiterfuhr. Die kommende Busfahrt sollte zu einer der bisher anstrengendsten werden, da die Straßen in Tennessee, Kentucky und Indiana scheinbar einiges an Reparaturpotential hätten und man von den vielen Schlaglöchern überall ständig geweckt wurde. Auch die Tatsache, dass man bei längeren Stopps, wie zum Beispiel in Louisville, Kentucky, und Indianapolis, Indiana, den Bus verlassen, dann eine dreiviertel Stunde in der Station warten und dann wieder reboarden musste, trug nicht unbedingt dazu bei, eine angenehme Nacht mit ausreichend Schlaf zu verbringen, jedoch waren diese Touren auf dem Rest meiner Reise meist bisher gemütlicher verlaufen und sie haben generell den unschlagbaren Vorteil des günstigen Preises und der Zeitersparnis über Nacht, ohne Tage dabei zu verlieren.
Dieser Viertagetrip von New Orleans bis Chicago mit den beiden Zwischenstopps in Memphis und Nashville erwies sich als äußerst informativ und gewinnbringend, da ich weiterhin überall, wo ich hinkam, interessante und freundliche Menschen kennenlernen, und darüber hinaus viel über die lokale, regionale und nationale Geschichte erfahren durfte. Meine selbst aufgestellte Regel, nicht länger als 10 Stunden am Stück im Bus zu verbringen stellte sich hier als besonders sinnvoll heraus. Da ich ansonsten diese Orte verpasst hätte. Mittwochmorgen kam ich schließlich in Chicago an, wo ich die nächsten fünf Tage verbringen sollte, doch hierzu im nächsten Eintrag mehr, lots of Greets 😊
Nordamerika-Trip 2017/18
Station 11: New Orleans
Die Stadt
Nach knapp acht Stunden im Bus mit Umstieg in Mobile, Alabama, kam ich Samstagmorgen, den 18.11., am Busbahnhof New Orleans an. Nachdem ich zuvor über Couchsurfing mit José Kontakt aufgenommen hatte, fuhr ich mit einem Uber zu seinem Apartment, wo ich herzlich empfangen wurde und erst einmal etwa Schlaf nachholte. Gegen Mittag brach ich dann auf zu einem Gumbo-Festival im Louis-Armstrong-Park auf, auf dem örtliche Spezialitäten angeboten wurden, untermalt von fantastischer Livemusik. New Orleans ist berühmt für seine lokale kreolische Küche und die zahlreichen Musiker, die hier an jeder Ecke ihr Können zum Besten geben. Es gibt eigens Schulen, an denen junge Menschen bereits im Kindesalter die spezielle, von exzentrischen Drumbeats und Blechbläsern geprägte Musik erlernen können. Auch sind überall kleine Kinder zu finden, die sich für wenige Dollar auf alten Farbeimern die Seele aus dem Leib trommeln.
Der erste Eindruck von New Orleans ließ eine oft kaputte, außerhalb des touristischen Frenchquarters und des teuren Garden Districts unzureichende Infrastruktur erkennen, da nach dem Hurricane Katrina 2005 längst nicht ausreichend Geld vorhanden war, um alles wiederaufzubauen. Als eine von wenigen Metropolen in den USA hat New Orleans in den letzten Jahren einen Bevölkerungsrückgang zu verzeichnen, was damit zusammenhängt, dass im Zuge des Wiederaufbaus nach dem Hurricane einige Bereiche absichtlich zerstört gelassen wurden und die Bevölkerung von dort umgesiedelt wurde.
Das historische Frenchquarter wurde aufgrund seiner Höhe beim Hurricane weitgehend verschont, weshalb man dort die typischen, französischen und spanischen Häuser mit ihren ausgelagerten Balkonen immer noch besuchen kann. Tagsüber kann man hier viele Straßenkünstler antreffen, wobei sich die Livemusik abends dann vor allem in der Frenchmenstreet in nahezu jeder Bar finden lässt. Dort verbrachte ich einige Abende und kam in den Genuss unterschiedlichster Bands, da man bei aufkommendem Desinteresse einfach eine Türe weitergehen kann. Das Stadtbild ist allgemein vom Tourismus geprägt, der hier augenscheinlich ein wichtiger Wirtschaftsfaktor ist – auch die Hoodoo- und Voodookultur aus der Karibik ist hier in einigen kleinen Geschäften und Museen zu finden und wird heute primär als touristische Attraktion initiiert. Mit den altertümlich anmutenden Streetcars kann man sich innerhalb der Stadt gut fortbewegen und sie bieten eine angenehme Abwechslung zu den sonst pragmatisch orientierten U- oder Straßenbahnen.
Die Menschen
Nachdem ich die erste Nacht bei José übernachtet hatte, er aber am nächsten Tag Besuch von Freunden bekam und daher nicht länger Platz für mich hatte, musste ich für die folgenden Nächte jemand anderen finden. Über die Website hatte ich von einem Couchsurfing-Potluckdinner erfahren, bei dem jeder etwas zu Essen oder Trinken mitbringt und dann gemeinsam neue Kontakte geknüpft werden können. Tagsüber war ich am Sonntag im Footballspiel New Orleans Saints vs. Washington Redskins – ich hatte sehr spontan beschlossen dorthin zu gehen und vor dem Stadium für $60 eine $250-Karte bekommen – das Spiel war fantastisch spannend am Ende und ein grandioses Erlebnis! Am Abend kam ich zu dem Dinner in einem alten Hotel, das vor Vintage nur so strotze, da der Veranstalter Samsos nebenan wohnt und von seinem Nachbarn das Hotel für das Event zur Verfügung gestellt bekommen hatte. Dort trudelten mit der Zeit verschiedene Reisende und Locals aus unterschiedlichsten Ländern ein, mit denen ich viele interessante Gespräche führen konnte. Mein Plan, dort einen Host für die nächsten Nächte zu finden, ging schließlich auch auf, als Adam anbot, mich auf seiner Couch übernachten zu lassen. Nach dem fantastischen Essen mit Thanksgiving-Motto inklusive Truthahn zogen Adam, Marina aus Russland, Samsos aus Brasilien und ich weiter und hatten viel Spaß in diversen Livemusikbars. Die nächsten Tage verbrachten wir alle viel Zeit gemeinsam und hatten geniale Unterhaltungen über kulturelle Diversität und weitere Sachen. Am Montag brachte ich mein Gepäck zu Charles, der mir beim Dinner ebenfalls angeboten hatte, bei ihm zu übernachten, da Marina ebenfalls eine Übernachtungsmöglichkeit suchte und sie statt mir nun bei Adam bleiben konnte.
Charles arbeitet im Marketing eines örtlichen, populären Restaurants mit kreolischer Küche und hat ein Shot-Gun-House direkt im Frenchquarter. Shot-Gun-Häuser sind hier im Süden weit verbreitet und haben ihren Namen daher, weil man mit einem Gewehr von der Eingangstür bis zur Hintertür schießen könnte, ohne etwas zu treffen, da das Haus so geschnitten ist, dass man immer nur von einem Raum in den nächsten gehen kann – Privatsphäre fällt da ein bisschen unter den Teppich. Gleichzeitig übernachteten bei Charles auch noch Yan aus China, der aber im Moment in Bloomington, Indiana, studiert, und Andreas aus Schweden, der ebenfalls wie ich gerade durch die Staaten reist. Mit zwei weiteren Freunden von Charles bereiteten wir am Donnerstag ein riesen Thanksgivingdinner zu und zelebrierten diesen hier sehr wichtigen Feiertag angemessen. Mit Yan war ich einen Tag gemeinsam in New Orleans unterwegs und wir suchten viele kleine Restaurants auf, die für ihre Spezialitäten berühmt sind – so auf auch das Café du Monde oder ein Restaurant mit lecker Alligator-Bites. Freitagmorgen fuhr ich schließlich weiter nach Memphis, Tennessee. Hierbei musste ich erstmals eine längere Busfahrt tagsüber buchen, da keine besseren Termine verfügbar waren. Die Reste vom Thanksgivingessen am nächsten Tag im Bus gestalteten die Fahrt aber dennoch positiv und erträglich.
New Orleans insgesamt ist geprägt von viel Lebensfreude und Lärm tagsüber, Livemusik, gutem Essen und bunten Farben – eines Abends kam ein Hochzeitszug vorbei, begleitet von einer Band, machte mehrere Runden durch das Zentrum und brachte die ganze Stadt zum Kochen. Ich traf dort viele tolle Menschen, mit denen ich auch weiterhin Kontakt halte, und konnte die Faszination, die diese Stadt für viele ausstrahlt, gut nachvollziehen. Trotz aller Armut in vielen Vierteln der Stadt und sozialen Problemen ist die Grundstimmung auf der Straße meist positiv, was ich in anderen Städten mit vielen Obdachlosen und ähnlichen Zuständen so bisher nicht immer erlebt hatte. Nach einigen warmen Wochen im Süden ging es nun wieder nordwärts, weiter über Memphis und Nashville nach Chicago – Doch hierzu bald mehr – lots of Greets