Perspektive
Die Leute hinter mir bleiben stehen. Sie denken, ich zeichne die Perspektive. Da ich aber schreibe, schäme ich mich. Ich fürchte, sie denken, ich donnere Lyrik aufs Papier. - Arnfried Astel
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@malusjunior
Perspektive
Die Leute hinter mir bleiben stehen. Sie denken, ich zeichne die Perspektive. Da ich aber schreibe, schäme ich mich. Ich fürchte, sie denken, ich donnere Lyrik aufs Papier. - Arnfried Astel
Sapphische Ode
Lass deine toten Helden endlich ziehen. Berg und Meeren vergib, die endlos bleiben, Urzeitlich und ewig, so steht der Gott des Wandels am Himmel. Lass doch das Klagen, Liebste unter Efeu, Lach und siehe, die Welt, die ach so alt ist, Freut sich mit dir, Himmelsgestirne jubeln Ewiglich wissend.
Du bist mein Hauptgewinn
Ave
Unter Myrtenzweigen und Sterngewölben / lagen die Wachsamen ganz der Freiheit ergeben. / Ganz vom Zweifel der Augen und Ohren befreit / von Traumes Laster maßvoll bewacht.// O, wie die welken Sterne uns trügen und scheinheilig singen ihr/ Ave maris stella. // Ein Netz aus Koordinaten am Boden verzeichnet / von Dir zu Mir zum Licht zum Sein/ ganz vom Zweifel der Augen und Ohren befreit/ so wie du da liegst, wirst du heute von mir bewacht.//
Tragödie und Trauerspiel
Was bereust du nicht?
Wir haben es
so weit
geschafft.
Doch. Oder nicht?
Ohne Titel
Denn jeden Tag Fühl ich mich Einen Zentimeter weniger Allein Ein jedes Wort Von Dir macht Diese meine Welt ein Fünkchen Heller Und jeden Tag Fühl ich mich Einen Zentimeter weniger allein Fühl ich mich Einen Tropfen voller
Exolvet
Erneut trennt sich die Sonne vom Horizont
Löst sich von der Erde
Löst sich. Und kämpft sich dem Zenit entgegen
Nichts
Was ist das für ein Stern
Der da langsam wandert und kämpft
Dem Zenit entgegen
Helene befreit sich, rufen die Massen
Helene du Schöne
Gib uns den Tag aus deinem Haar
Gib uns Helene du Schöne den Tag
Möcht ich erleben wie die jungfräulichen
Trauben der Helene
Was ist das für ein Stern
Für einen Stern
Aus deinem Haar dem Zenit entgegen
Dem Abend entgegen löst sich
Nichts
© - malusjunior 2015/2016
Ein kleines Heimwehbild.
Und ein großes.
© - malusjunior 2016
Stilvolle Beschreibung eines Lebensgefühls...
Tränenkanal (Haiku)
Nach sieben Jahren
Am Grunde des Ozeans
Will ich nur zu Dir.
© - malusjunior 2016
Bekenntnis des General Nobile auf seinem Totenbett
Oft hatte ich Angst vor dem Fallen
Auch ich fürchtete den eisigen Sturz
Sind hoch geflogen über der Arktis
Im Winter der selig im Koma liegt.
Auch ich fürchtete den eisigen Sturz
An jenem Tag der sich bot
Die Luft durch kältestes Klirren der Fahnen
Im Winter der selig im Koma liegt.
Sind hoch geflogen über der Arktis
Mit dem Luftschiff gefahren ganz leis
Ihr warntet mich doch sah ich nicht
Im Winter der selig im Koma liegt.
Im Winter der selig im Koma liegt
Blieb mir nichts weiter zu sagen
Ich dachte doch sprach ich nie aus
Oft hatte ich Angst vor dem Fallen
Im Winter im Winter im eisigen Winter.
© - malusjunior 2016
Hinter den Kulissen...
Trauerzug
Wo bleibt denn eure Maskerade, Wo der Trauerzug aus Ebenharz? Sagtet ihr denn nicht gerade, Die Wolken tragen heute schwarz? Wir sollten wieder heimwärts gehen, Doch kennen wohl den Weg nicht mehr. Man merkt sich immer nur den Hinweg, Denn von Zurück kommen wir ja her. Die Luft riecht heut nach Wiener Wehmut Vermischt mit Regen auf Asphalt Und durch die Straßen ziehen Tänzer Die machen neu, was vorher alt. Lasst und statt Türen Frieden schließen.
Aufgewacht
Es ist die schwarze Farbe auf dem Boden und den Wänden,
Es sind die Schrammen auf dem alten Tisch
Die abgedeckten Fenster und dieser Duft von Mandarinen
Während leise irgendwo ein altes Stück von Wagner tönt.
Es ist das Schrecken mancher Leute aus den Träumen
Die wie Schachtelsätze aussehn, ohne Frack und Hut
Es sind Geschichten aus den alten Zeiten
Aus den Zeiten, die auch damals schon so alt waren.
Es ist der Abstand zweier Sterne und das Sehnen
Es fliegen Rosenblätter lose durch den Raum
Ein Stück Paris und dieser Duft von Mandarinen
Doch wieder aufgewacht in dieser Sommernacht.
© - malusjunior 2016
Wir leben das Unmögliche.
Der gute Richard W.
In meinem Alter hatte Büchner schon seinen Fatalismusbrief verfasst, Shakespeare schon sein drittes Kind, Tschechow schon Platonow geschrieben. Und ich sitze da und esse Spaghetti mit einer leidlich gekochten Soße.