Kündigung 2.0
9 Jahre ist das Lied alt, klang damals schon wie “old-school”-Deutschrap, aber könnte nicht zeitloser sein.
Wirklich verstanden hab ich es erst dieses Frühjahr ‘21. Die Worte natürlich schon länger und seit Jahren auch auswendig, aber an meinem Lebenslauf und meiner Einstellung zu Geld hatte es nichts verändert.
Aus verschiedensten Gründen hab ich nach Jahren meine Selbstständigkeit aufgegeben, und mich selbst gleich mit.
Ganz unten angekommen hab ich dann gelernt, wie Geld einen Menschen, mich, beeinflusst - und wie es ist, wenn man damit abgeschlossen hat und es “wertlos” wird. Wenn man nicht mehr des Geldes wegen arbeiten möchte, sondern um etwas Gutes zu tun. Menschen zu helfen.
Da ich wirklich mit allem abgeschlossen hatte, war Geld verhältnismäßig fast wertlos und nur Tauschware für Lebensmittel, für den Augenblick.
Ich war mir oft sicher, dass ich keinen Tag mehr überstehe, wozu also auf so etwas achten?
Als es wieder bergauf ging blieb der Gedanke, wie sehr Geld/der Kapitalismus uns Menschen zerstört.
Viele Gedanken später wusste ich, dass ich es anders machen möchte, dass ich es anders machen muss als unsere Gesellschaft und quasi jeder, weil alles andere nicht ehrlich und aufrichtig mir selbst gegenüber wäre.
Was nicht bedeutet, nichts mehr zu tun. Im Gegenteil: anderen zu helfen motiviert mich mehr als es Geld jemals getan hat.
Um mir selbst zu beweisen, dass es nicht nur leere Worte sind, starte ich eine Firma, die hoffentlich schnell wächst und wirtschaftlich ist, um damit so vielen Menschen wie nur möglich zu helfen. Ohne kapitalistisch davon mehr zu haben, als zum leben nötig ist. Aber vielen anderen auch die Möglichkeit geben zu helfen, ohne sich zu fragen, wer das riesige Büro und die Limousinen finanziert.
Auf dieser Welt braucht es Geld, erst recht um wirklich viel zu bewegen. Also muss man das kapitalistische System teilweise nutzen, aber wenn man Gewinn macht, dann kann man es besser machen. Und legt vielleicht den Grundstein, für eine Welt ohne Hungertote und ohne allem unmenschlichen Ungleichgewicht.
Dieser Bus fährt falsch, denn der Fahrer ist geblendet
Hiermit erkläre ich diese fahrt für beendet
Ich steige aus bitte öffne die Tür (Nein)
Ich zähl bis drei, danach trete ich die Tür ein
Mit einem gereimten Bein
Ich nehm mich selber huckepack und laufe querfeldein
Ich steche in See und verlasse den Hafen
Und werde endlich wieder unter freiem Himmel schlafen´
Er ist befreit nach zerplatzen der Blase
Ich treibe aus mir kommmen Blumen aus der Nase
Ich teleportiere mich den Rest zu Fuß
Und schenke meinem Schatten einen letzten Gruß
Ich falte Uhrwek-Origamis aus einem Ziffernblatt
Ich entfalte mich und ich streiche mich glatt um auf mir zu schreiben
Denn ich bin ein Manuskript, das nur wenn man es rückwärts liest einen Sinn ergibt
Ich hab mich übersetzt, denn ich war codiert
Ich war verschlüsselt und ich hab mich dechiffriert
Bis sich Koordinaten ergaben
Ich habe keine Zeit um lang in eurem Garten zu warten
Bis jemand kommt und mir sagt wo ich lang muss (Da)
Ich bewerfe euch mit einem 7kilo-Handkuss
Zerbrösele mein Gesicht mit dem Kopf
Ich zerbreche die Decke, spring aus dem Stand in den Stock der Chefetage
Werd mich vor die Vorgesetzten setzen
Um ihre Knebelverträge mit den Zähnen zu zerfetzen
(Ach ja?! Ihren Job könn' sie vergessen)
Mir egal, dann werd ich eben Espenlaub essen
Mich in den Regen legen, betteln
Und in Lumpen laufen
Von der Hand leben, nur das Nötigste kaufen
Doch zu lang hab ich getanzt auf einer Party von Henkern
Die Stimm'n in mir drin woll'n eure Party jetzt entern
Ich war getarnt, habe alle Spiele mitgemacht
Bei allen Witzen, die gerissen wurden mitgelacht
Doch ich verstummte, denn ich verstand die Pointe
Der Witz ist dass ihr garkeinen Witz macht
Wie konnte ich nur so lange diesen ganzen Mist nicht verstehn
Ihr sagt ihr seid für, doch ihr seid gegen das Leben
Ihr labert was von Darwin und ihr denkt ihr habt verstanden
Der starke hat das Recht alle Schwachen zu misshandeln
Er hat das Recht mit den Lebenden zu handeln
Der Starke hat genomm'n doch vergaß sich zu bedanken
Ich möchte mich hiermit bei euch entschuldigen
Doch hab ich bereits erwähnt ich bin gekommen um zu kündigen
Will mit euren "Heiligen" sündigen
Und euren "König" samt seinen Verbündeten entmündigen
Arriverderci, adieu und bis später
Salute, cincin, prost ich geh mal. vergesst mich, ersetzt mich
Ich war nie hier, ich bitte euch hiermit mich zu exmatrikuliern
Ich spielte eine Rolle, die Kultur hat mir souffliert
Ich hab nicht die Form, die Form hat mich formuliert
Und so muss ich gehn
Und die Autoren von mir deuten
Mein Buch umschreiben und neue Zeilen zeugen
Zwischen wilden Silben schlafen und den Weg verlassen
Um in einer neuen Sprache mein Leben zu verfassen”