“Die Geburt des Plastikhumanoiden”, Kunstinstallation von ANRA (Andreas und Ralph Hilbert), nach Botticellis “Geburt der Venus”, bei der Kulturnacht Radolfzell, 2019
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“Die Geburt des Plastikhumanoiden”, Kunstinstallation von ANRA (Andreas und Ralph Hilbert), nach Botticellis “Geburt der Venus”, bei der Kulturnacht Radolfzell, 2019
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Es gibt nichts, was man nicht mit Plastik verpacken könnte. Nicht, dass das unbedingt einen Sinn hätte: https://utopia.de/absurde-plastikverpackungen-17699/
Recycling für einen guten Zweck: 500 Flaschen-Deckel für 1 Leben ohne Kinderlähmung
Seit 2014 sammelt der Verein “Deckel drauf” an bereits mehr als 1.000 Stellen in ganz Deutschland Kunststoffdeckel von Getränkeflaschen und Getränkekartons, um mit dem Recycling-Erlös Impfungen gegen Polio zu finanzieren: http://deckel-gegen-polio.de
Für 1 Kilo Deckel (aus Polyethylen-HDPE oder Propylen) gibt es zwar nur ca. 0,30 Euro. Recycling für einen guten Zweck ist aber bestimmt eine gute Idee. Auf jeden Fall besser, als die Deckel einfach in die Landschaft zu schmeißen...
Da Deckel und Flaschen aus verschiedenen Kunststoff-Sorten bestehen, müssen sie zum Recycling ohnehin getrennt werden. Daher können auch guten Gewissens die Deckel von Pfandflaschen abgegeben werden.
Kunststoffe schreiben Geschichte und Geschichten
“Kunststoffe sind überall! Seit nun über hundert Jahren sind Gebrauchs-gegenstände aus Kunststoff selbstverständlicher Bestandteil unseres Alltags geworden”, schreibt ein Verein aus Oberhausen, der gerade ein Kunststoff-Museum aufbaut: www.deutsches-kunststoff-museum.de/
(Die Grafik mit der Zeitleiste oben stammt allerdings aus dem Katalog zur Ausstellung “focusTerra” der ETH-Zürich)
Plastik-Marmor, Marmor-Plastik
Der Designer Dirk Vander Kooij schmilzt große Mengen von benutzten Kunststoffen ein und fertigt daraus nahezu unzerstörbare, Marmor-ähnliche Objekte. “Melting Pot Table”, gesehen im MAK in Wien: www.mak.at
http://martin-ebner.net
Peak Plastic
Weltweit werden jährlich mehr als 300 Millionen Tonnen Kunststoff produziert. Die Installation “Peak Plastic” der Designer-Gruppe breadedEscalope veranschaulicht im Maßstab 1:50 den allein in Österreich anfallenden Müllberg: Es regnet PET-Recyclat; der Niederschlag einer Stunde entspricht dem täglich in Österreich entstehenden Plastik-Müll. Die kleinen Figuren stellen übrigens Menschen dar, angeblich eine vernunftbegabte Spezies.
Gesehen im MAK in Wien: www.mak.at
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Hält länger als der Berg?
Rochers de Naye, Schweiz: netter Aufklärungsversuch
PET-Sand, ein neues Sediment
Das Anthropozän ist auf Plastik gebaut...
PET-Flaschen: Installation im Museum der Kulturen, Basel
Es wäre wirklich Zeit, in allen Bereichen nach Alternativen zu suchen: http://martin-ebner.net/topics/science-innovation/chemiewende/
Bald mehr Plastik als Fische im Meer?
Wenn die Vermüllung der Ozeane so weitergeht wie bisher, kommt nach einer Studie der britischen Ellen-MacArthur-Stiftung in den Meeren bis 2025 eine Tonne Plastik auf drei Tonnen Fisch. Wenn Müllentsorgung und Recycling nicht verbessert werden, würden ab etwa 2050 mehr Plastikabfälle als Fische in den Weltmeeren herumschwappen. Die Studie ist hier zu finden: "The New Plastics Economy: Rethinking the future of plastics".
Könnte man nicht wenigstens weniger Plastiktüten und Flaschen wegschmeißen?
Plastikflaschen am Strand von Havanna, Kuba - mit einer dicken Ölschicht überzogen. (Stört die Angler dort übrigens nicht.)
Plastik verdauen
Zukünftige Lebewesen werden sich an all den Plastikmüll anpassen; neuartige Lebensformen werden in der Lage sein, Plastik wahrzunehmen, Plastik zu verdauen oder auch Plastikabfälle von Schadstoffen zu reinigen. Das hofft jedenfalls die Künstlerin Pinar Yoldas, deren imaginierte “Spezies des Überflusses” im Karlsruher ZKM im Rahmen der GLOBALE zu sehen sind.
http://martin-ebner.net/
Ahnengalerie: Polyethylen
Dafür, dass Plastik unser Leben nicht ganz unwesentlich beeinflusst, kommen Kunststoffe bislang in Museen eher selten vor. Hier mal eine Ausnahme, gesehen im Science Museum in London: Medikamentendöschen aus dem allerersten Polyethylen, das 1933 hergestellt wurde.
http://martin-ebner.net/topics/science-innovation/biokunststoffe/
Du kannst schönere Spuren auf der Welt hinterlassen als Müll
Anti-Müll-Plakat in Lille, Frankreich. Genau so ist es! Plastik-Teile können Jahrhunderte lang in der Umwelt bleiben, wo sie nicht hingehören.
http://martin-ebner.net/topics/nature/plastiktueten/
Money goes plastic!
Immer mehr Staaten legen sich Geldscheine aus Kunststoff zu. Dieses Jahr bringt Schottland Plastik-Pfund in Umlauf; für 2016 plant sogar die ehrwürdige Bank of England die Ausgabe ihrer ersten Polymer-Banknoten. Rund um die Welt haben bereits mehr als 20 Länder Plastik-Währungen, die man bei Hyperinflation einfach einschmelzen und recyceln kann.
martin-ebner.net/topics/money/plastikbanknoten/
Effizient Plastik-Müll verbreiten
Wie kann man kostengünstig, ohne großen Aufwand und ganz legal die Landschaft weitflächig mit Plastikmüll versauen? Eine verblüffend simple Methode, die vielleicht noch nicht jeder kennt: man veranstalte einfach ein Radrennen! Zwei, drei Runden mit ein paar Dutzend Teilnehmern reichen.
RennfahrerInnen können zum Essen/Trinken natürlich nicht absteigen oder gar anhalten, um ihren Müll wie irgendwelche Ökos zu entsorgen - daher schmeißen sie Trinkbecher/Trinkflaschen/Dopinggel-Tuben/Tüten/Snack-Verpackungen während der Fahrt ins Gelände. Und dort wird das Zeug dann die nächsten 500 bis 1000 Jahre bleiben, denn wer hätte schon Zeit und Lust, die vielen an Straßenrändern, in Gräben und Gebüsch flächendeckend verstreuten Plastik-/Alu-Teile wieder aufzuklauben?
Sinnvollerweise organisiere man Radrennen deshalb in Landschafts- oder Naturschutzgebieten, die sonst nur schwierig zu vermüllen sind. Noch besser sind allerdings Äcker und Felder: Da besteht immerhin eine gewisse Chance, dass die Idioten ihren Dreck über die Nahrungskette zurückbekommen.
http://martin-ebner.net/topics/science-innovation/biokunststoffe/
Ruhm und Ehre der PET-Flasche!
Der Künstler Alois Mayr hat die Beton-Fassade des neuen Landesmuseums in Bregenz, Österreich, mit mehr als 16.000 Blüten verziert. Bei genauerem Hinsehen ist zu erkennen, dass es sich um Abdrücke von PET-Flaschen handelt. (In Vorarlberg, dem westlichsten Bundesland Österreichs, ist die Firma ALPLA zu Hause - ein Weltmarktführer für die Herstellung von PET-Flaschen, bzw. der dafür nötigen Maschinen.)
http://martin-ebner.net/regions/lake-constance/
Plastiktüten verbieten?
Im September 2014 hat der US-Bundesstaat Kalifornien Plastiktüten verboten. Demnächst könnte auch Frankreich mit Einwegplastiktüten Schluss machen.
Die Diskussion ist schon ziemlich alt. Und wird auch nicht so schnell wieder aufhören: http://martin-ebner.net/topics/nature/plastiktueten/
(Schweine würden ihre Umwelt niemals so versauen wie Menschen! Foto aus Adelaide, Australien)
Trinkbecher zu Fingerringen!
Das holländische “Perpetual Plastic Project” hat eine kleine Recycling-Station entwickelt, die Plastikabfälle mit 3D-Druckern zu beliebigen Objekten verarbeiten kann. So etwas könnte man z.B. bei Supermärkten oder bei Großveranstaltungen installieren.
(fotografiert während der Ars Electronica 2014 in Linz, Österreich)