Viel Los au’em Botswana-Zambia-Zimbabwe-Loop
Wir schreiben diesen Bericht vom selben Balkon aus, wo wir vor gut zwei Wochen schon gesessen sind bevor wir unseren Road Trip in Richtung Botswana starteten.
Aber alles der Reihe nach! Von Inhambane International Airport, was sich jetzt zwar gut anhört, aber eigentlich ein Witz ist, da die Wartehalle des Flughafens kaum so gross war wie unser Wohnzimmer zuhause, sind wir nach Johannesburg geflogen. Dort erwartete uns übelstes Wetter mit Wind, Regen und kühlen Temperaturen. Was für ein Schock das war:-) Gleich am Flughafen holten wir dann auch gleich unseren Mietwagen ab, welchen wir für die restliche Zeit noch haben werden. Im Hundewetter ging es Richtung Curiocity Backpacker, einem äusserst fancy Place mitten in Jo’burg, wo wir für eine Nacht blieben und uns psychisch und physisch auf die Lange Route ins nördliche Botswana vorbereiteten. Am nächsten Morgen kauften wir dann Zelt, Gaskocher, Matratze, Wolldecken und diverse andere lustige Campingutensilien und machten uns auf den Weg zur Grenze.
Drei Tage später kamen wir dann erschöpft von der langen Fahrt, müde aber glücklich im 1200 Kilometer entfernten Kasane an. Ach ja, Geburtstag hatten wir in der Zwischenzeit ja auch noch:-) Speziell geniessen konnten wir diese dieses Jahr jedoch nicht, da wir fast ausschliesslich mit fahren beschäftigt waren. Da sich aber jeder Tag auf unserer Reise ein wenig wie Geburtstag anfühlt, spielt dies aber auch nicht so eine Rolle:-) An dieser Stelle noch einmal vielen Dank für all eure lieben Glückwünsche.
Trotz unserer tollen Campingausrüstung fühlten wir uns auf dem Campingplatz ein wenig wie Amateure, da alle anderen noch viel besser ausgerüstet waren. Vor allem die Safarioutfits der anderen Luxuscamper und Resortgästen liess uns in einem ziemlich schlechten Licht dastehen. Besonders angetan hatte es uns ein etwa 25 jähriges deutsches Riesenbaby, welcher mit seiner Plutomütze (Eine Mütze mit Ohrenklappen, damit er sich die Öhrchen nicht verbrennt, natürlich in safaritauglicher Farbe), welcher hysterisch umhereilte damit er das Safariboot nicht verpasste. Auch wir begaben uns noch auf einen Game Drive im Chobe Nationalpark. Das hat uns sehr gut gefallen, im Gegensatz zu der Bootsafari wo sich alle die Touristenboote viel zu nahe an die Elefanten, Hippos und die anderen Tiere drängten.
Da uns das ganze Treiben dort etwas zu bunt wurde und diese unmögliche Touristenschar uns auf den Wecker ging, entschlossen wir uns die Pläne zu ändern und etwas früher als geplant, Botswana wieder zu verlassen.
Voller Zuversicht auf bessere Tage sind wir dann bei den Victoria Fällen in Zimbabwe angekommen. Wir wussten dass auf der Zambia-Seite der Fälle, in Livingstone, Kathrin und Karsten welche wir in Malawi kennengelernt hatten, waren. Da sie jedoch aus visatechnischen Gründen nicht nach Zimbabwe einreisen konnten, haben wir sie in Livingstone getroffen. Wir verbrachten einen spektakulären Tag mit ihnen an den Vicfalls, mit imposanten Blicken über die Felsspalte und mit baden in den kleinen Naturpools direkt am oberen Rande der rund 100 Meter tiefen Schlucht. Auch das Riverraften auf dem Zambezi River (angelblich der weltweit beste One-Day-Raft) liessen wir uns nicht entgehen. Trotz der guten Paddelarbeit der beiden Frontmänner Karsten und Michael flippte unser Boot sage und schreibe fünf Mal, so dass alle von uns jeweils ohne Boot unter dem Arsch ordentlich über die Stromschnellen gespült wurden. Die Victoria Falls waren ein ziemlich cooles Erlebnis und definitiv ein Highlight auf unserer Reise.
Von den Falls reisten wir nordwärts in den Hwange Nationalpark. Dieses Mal wagten wir uns mit unserem Nissan Qashqai auf eigene Faust in den Park. Keine gute Idee! Auf der Hälfte der Strecke blieben wir im Tiefsand stecken und der Traktor einer nahgelegenen Lodge musste uns wortwörtlich aus dem Dreck ziehen. Einige Kilometer später mussten wir wieder einen unplanmässige Stopp einlegen, da aufgrund eines Reifenschaden ein Radwechsel nötig war. Die Rollenverteilung bei dieser Aktion war klar. Michael wechselte den Pneu und Natascia hielt die Augen offen das die zahlreichen Elefanten um uns herum uns nicht zu nahe kamen:-) Am Ende der Tortur wurden wir jedoch damit belohnt, dass wir einen Leoparden ziemlich nahe zu Gesicht bekamen.
Der nächste Stopp legten wir dann Matobo Nationalpark ein. Auf dem etwas abgelegenen Campground nächtigten wir unter dem freien Sternenhimmel mit unzähligen Sternschnuppen. Beim abenteuerlichen Ausflug innerhalb des Parks kamen wir in Begleitung eines bewaffneten Parkrangers drei Rhinos sehr nahe. Ein etwas mulmiges Gefühl begleitete uns dabei jedoch schon, da diese Tiere als äusserst aggressiv gelten. Gut sehen sie so schlecht:-)
Über Botswana reisten wir dann zurück nach Südafrika, nach Jo’burg wo wir den Loop beendeten.