Von Potentialanalysen und anderer Verarsche
Ganz unvermittelt sehen wir uns in der Berufsfindung. Ich fast ein bisschen mehr als mein Sohn, wie mir scheint. Der ist sich unklar über das Ganze. Stellt mit Recht in Frage, aus welchem Grund er sich mit 16 Jahren für "eine Richtung" entscheiden muss. Was auch immer das heißen mag...
In unserer Welt jedenfalls bedeutet das, dass wir uns mit Begriffen wie Rehabegleiter, Integrationsfachdienst und Potentialanalyse befassen müssen. Es beudetet, dass mein Sohn JETZT klar haben muss, wohin es später gehen soll. Also eine Leistung, die der gleichalte, "regelrecht entwickelte" Gymnasiast aktuell nicht zu erbringen in der Lage ist, soll mein Sohn im AutismusSpektrum heute abliefern. Weil der Staat, die Schule und die Arbeitsagentur das so will.
Gleichzeitig mit dem angeblichen Herausarbeiten von Fähigkeiten zeigt sich eine erste Selektion. Jugendliche mit Handicap durchlaufen eine eigene Analyse, machen also bitte was anderes als die anderen, gehen bitte nicht zur Berufsfachmesse, machen ihr Praktikum bitte in einem geschützen Rahmen, sprich einer Wektstatt für Menschen mit Behinderung oder einer Berufsbildungseinrichtung. Nur um zu schützen, versteht sich! Um Frust zu ersparen, um den Jugendlichen nicht zu deprimieren... Hier geht es nicht um Ausschluß, nein! nein!... schließlich leben wir im Zeitalter von Inklusion!
Entschuldigung, meine Meinung zeigt sich da sehr deutlich und ungehalten: drauf geschissen! Das Ganze ist mehr Schein als Sein, Jugendliche mit Behinderung werden von allen Seiten zu einer Anstellung in" Einrichtungen der Behindertenhilfe" gedrängt. Die Frage nach Alternativen bleibt offen, mir ist unklar warum! Weil es keiner weiß? Weil es keine gibt? Ich bin noch unsicher...
Was ich aber sicher weiß: mein Sohn wird nicht gegen seinen Willen in einer Einrichtung für Menschen mit Behinderung arbeiten! Nicht der Sozialversicherungsbeiträge wegen und schon gar nicht, weil ein Amt, ein Lehrer oder ein Rehabegleiter das für klug hält! Versteht mich nicht falsch: wer für sich die Entscheidung trifft, in geschütztem Rahmen einer Arbeit nachgehen zu wollen, darf das gerne tun. Aber ich persönlich bin da aktuell auf der Suche nach einer Alternative... denn hey: das durchschnittliche Gehalt von 160 Euro ist am Ende nur ein Kriterium, das im Verhältnis zur 39Std Woche irgendwie blaß aussieht... mal abgesehen davon, dass es nicht sein kann, dass sooo viele Menschen in Werkstätten arbeiten, einfach nur weil es keine Alternativen gibt...
Und wenn das hier jemand liest der Ahnung von alledem hat: meldet euch, gebt uns Hilfestellung und schreibt uns!!! BITTE!!!











