Was in deiner Nahrung steckt
Als Student habe ich oft nicht viel Zeit und Kochen spielte bei mir nie eine wichtige Rolle. Daher waren stark verarbeitete Fertiglebensmittel für mich eine praktische Alternative. Plastik ab - in den Ofen rein, 20 Minuten warten und fertig. Irgendwann wurde das Thema Ernährung aber immer wichtiger für mich, denn meine Angst zeigte sich anfangs nur in psychosomatischen Problemen, die mir immer mehr auf den Magen schlugen. In meinem Ernährungstagebuch merkte ich, dass ich nicht mal mehr normales Brot vertrug. Es war echt zum kotzen. Daher musste ich etwas ändern. Ich nahm die Lebensmittel genauer unter die Lupe und stellte fest, wie viele Zusatzstoffe darin enthalten waren:
Wenn Zusatzstoffe in Versuchen gesundheitliche Nebenwirkungen auslösen, werden sie nicht verboten. Ihr Einsatz wird lediglich beschränkt. Da ich aber sehr viele stark verarbeitete Lebensmittel aß und mein Bauch durch den Stress schon sehr angeschlagen war, summierten sich die Zusatzstoffe allerdings in meinem Körper. Deshalb kommt jetzt eine kleine Übersicht:
Farbstoffe E100 - E180 :
in Joghurt, Fisch, Bonbons, Eis, Margarine, Limonade, Käse, Desserts, Senf,...
Sie können Allergien der Haut/Atemwege auslösen (E102), stehen im Verdacht krebserregend (E104,...) zu sein, das Sehen beeinträchtigen (E122) und Hyperaktivität (E129) verstärken.
Konservierungsstoffe E 200er
in Trockenobst, Konserven, Saucen, Wein, zuckerreduzierter Marmelade...
bei empfindlichen Menschen können sie Kopfschmerzen, Migräne und Übelkeit auslösen. Auch Allergien und Pseudoallergien sind möglich.
Süßstoffe
in “zuckerfreien” Lebensmittel, Diätlebensmittel, ...
Machen nicht dick und schützen vor Karies. Aber regen den Appetit an.
Zuckeraustauschstoffe - andere Zuckerarten Sorbit, Mannit, Isomalt, Xylit:
in Zahnpasta, Kaugummi,...
können blähend und abführend wirken
Das Säurungsmittel - E 512 besonders bei eingelegten Spargel
wird genutzt um die Farbe des Spargels zu erhalten und ihn zu konservieren
Größere Mengen führen zu Übelkeit!
Das war für mich ein Grund das Kleingedruckte auf meinen Lebensmitteln zu lesen. Waren zu viele mir unbekannte Inhaltsstoffe angegeben, gab ich es an Freunde weiter, wenn es schon im Küchenschrank stand. Und auch mein Brot aus dem Discounter wurde gegen ein frisches vom Bäcker ausgetauscht. Ich hätte vorher nie gedacht, dass es einen so großen Unterschied macht. Ich bin alles andere als ein Bio-Öko-Guru, der nur noch “clean” isst, und ja, bei mir in der Küche sind noch viele Zusatzstoffe und auch Fertigprodukte zu finden, aber mir hat es sehr geholfen meinen Konsum zu überdenken und die Masse etwas zu reduzieren, um meinen Körper wieder besser kennenzulernen.
Alles viel teurer und aufwendiger?
Davon war ich vorher stark überzeugt. Aber Pustekuchen! Ich gehe nach wie vor im Discounter einkaufen, kaufe viel saisonales und regionales Obst und Gemüse, da das immer viel günstiger ist, als im Sommer die Orangen aus Afrika zu kaufen und brauche zum Kochen nicht mehr Zeit, als die, wenn man auf die Pizza wartet.
Klar, am Anfang habe ich öfter das Kleingedruckte gelesen. Aber selbst Gemüsebrühe kann man ganz einfach selber machen (siehe Chefkoch). Wenn ich Gyros zum Beispiel selbst mache, gucke ich im Laden einfach auf die Inhaltsangabe von der “Gyros-Gewürzmischung” und merke meist, dass ich alle angegebenen Inhalte zu Hause (Rosmarin, Kümmel, Salz, Pfeffer, Majoran, Paprika) stehen habe. Die Konservierungsstoffe kann ich mir so sparen und es ist günstiger. Der Großteil in so Packungen ist sowieso nur Salz.
Viele Rezepte dauern gar nicht länger als 20 Minuten, wenn man selbst kocht. Kartoffeln meditativ vor dem Fernseher schälen und ab in den Schnellkochtopf.
Wenn man in großen Portionen kocht, kann man immer die Hälfte einfrieren und braucht so Sauce, Lasagne, Frikadellen, Eintöpfe,... nur noch auftauen.
Meist ist es sogar günstiger die große Packung im Supermarkt zu kaufen und wenn man einmal am schnippeln ist, macht es nicht viel Arbeit die paar Portionen mehr zu machen. Und man weiß, was drin ist.
Literatur: Lege, Sebastian, Die Food-Werkstatt, systemed