Grooves aus der Konserve, oder wie man programmierten Drums Leben einhaucht - Teil Vier
<- zum dritten Teil.
Polyrhythmen sind ein weiteres Mittel, um die Rhythmusabteilung eines Songs etwas interessanter zu gestalten. Kurz gesagt sind Polyrhythmen zwei oder mehrere gleichzeitig ablaufende Rhythmen in unterschiedlichen Taktarten.
Polyrhythmen gibt es in allen musikalischen Genres, von den klassischen Klängen Chopins bis hin zum Grindcore von Meshuggah, wird selbst in langweiligen Popsongs von Taylor Swift für ein bisschen Abwechslung - dank Polyrhythmen - gesorgt (Ich hoffe ich habe keinen Taylor Swift Fan beleidigt).
Auch wenn es hier um das Programmieren von Drums geht, kann man Polyrhythmen natürlich auch mit anderen Instrumenten, oder eben auch mit der Stimme, einsetzen. Ich will mich hier aber nur auf perkussive Instrumente beschränken.
Ein einfaches Beispiel
Wenn man einfach zwei verschiedene Rhythmen übereinander legt, beschreibt man das in der Regel mit X-über-Y. D.h., wenn ich z.B. einen einfachen 4/4 Takt nehme und darüber beispielsweise einen 3/4 Takt mit dem Tambourin lege, habe ich 3-über-4.
Das sieht dann so aus:
Unten haben wir einen straighten 4/4 Rocktakt, und oben einen 3/4Takt mit dem Tambourin. Um das Einzeichnen eines 3/4 Taktes zu vereinfachen, kann man das Grid des Midi-Editors bei so gut wie allen modernen DAWs auf Triolen umstellen. Am besten wäre natürlich das ganze direkt live einzuspielen, aber ich persönlich finde das bei Polyrhythmen nicht so einfach. Einem waschechten Drummer geht das wahrscheinlich leichter von der Hand.
Man kann hier natürlich variieren, was immer gut ist. Z.B. könnte ich zwischendurch mal einen 3-über-2 Takt dazwischen setzen. Oder den 3-über-4 Takt nur mal so gezielt einstreuen. Ich kann mich da nur wiederholen: “Die Variation ist dein Freund!”
Hier habe ich zunächst einmal 3-über-2 eingebaut, dann 3-über-4, wobei ich den letzten Schlag weggelassen habe und am Ende nochmal 3-über-1. Das klingt hier natürlich alles etwas spartanisch, weil ich es absichtlich total einfach gehalten habe. Aber mit ein wenig Kreativität kann man so aus einem vielleicht lahmen Part, dem etwas Gewisses fehlt, einen interessanteren Part zaubern.
Aber wie bereits oben erwähnt, müssen Polyrhythmen nicht nur mit dem Schlagzeug erzeugt werden.
Hier habe ich nun noch einen Bass mit einem variierenden Takt, der ebenfalls auf 3 basiert, eingefügt. Die Möglichkeiten sind hier unbegrenzt. Polyrhythmen beschränken sich natürlich nicht nur auf 3/4 oder 4/4 Takte. Es macht Spaß verschiedene ungewöhnliche Takte auszuprobieren. Normalerweise entstehen solche Sachen aus dem Bauch heraus. Aber wenn einem absolut nichts einfällt, kann man vielleicht einfach irgendwas in einer eher seltenen Taktart probieren und dann ein bisschen mit Polyrhythmen herumspielen.
Hier nochmal alle 4 Teile des Drum Programming Tutorials:
Beats aus der Konserve Teil 1
Beats aus der Konserve Teil 2
Beats aus der Konserve Teil 3
Beats aus der Konserve Teil 4 (dieser Teil)











