"Wer seine Bequemlichkeit für die anderer aufgibt, verliert die seinige, ohne dass man ihm dafür dankt."
- Niccolò Machiavelli, Brief an Francesco Vettori, 10. Dez. 1513
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"Wer seine Bequemlichkeit für die anderer aufgibt, verliert die seinige, ohne dass man ihm dafür dankt."
- Niccolò Machiavelli, Brief an Francesco Vettori, 10. Dez. 1513
You glow different when you have good people with good intentions in your life.
Die Waage des Lebens
Das Leben, das wir in den sogenannten Industrieländern leben, findet im Angesicht einer imaginären Waage statt.
Auf der einen Seite liegt die Natur, in Form von allen Blättern der Bäume dieser Welt, grün leuchtend, saftig, gesund, in Einklang, Verbindung und dem Bewusstsein, dass alles seinen Platz, seine Ordnung, seine Bestimmung hat, ohne dass es dafür einer Instanz bedarf, die darauf Einfluss nimmt. Die Natur wächst und gibt, sie vergeht und nimmt. Das ist der Kreislauf des Lebens, der Ursprung allen Seins, die Evolution hat uns all das gebracht, was wir heute kennen, inklusive uns selbst.
Auf der anderen Seite liegt der Wohlstand, in Form von allen Münzen dieser Welt, die es in buchstäblicher oder digitaler Form gibt. Sie glänzen schimmernd, sind ein Garant für ein Leben ohne Sorgen um Hunger, Kälte, Ästhetikverlust, Minderwertigkeit und Langeweile. Mit diesem Geld lässt sich beinahe alles kaufen. Je mehr wir haben, desto besser geht es uns. Glauben wir.
In den letzten Jahrhunderten, vor allem den letzten Jahrzehnten der Digitalisierung, hat sich unser Wohlstand vermehrt.
Wir essen exotische Früchte, jeden Tag Fleisch, das durch Massentierhaltung würdelos günstig angeboten werden kann, tragen billige Kleidung, die Kinder in Indien unter gesundheitsschädlichen Bedingungen gefertigt haben, essen Fast Food, dessen Verpackung die Tiere des Meeres erstickt, während wir mit dem Kreuzfahrtschiff und All inclusive - Cocktail in der Hand darüber hinweg schippern, besitzen digitale Geräte, die nur mit tief aus der Erde und Minen in Afrika heraus beförderten Rohstoffen funktionieren, produzieren unglaubliche Mengen an Autos, die wir in Freihandelsabkommen zollfrei exportieren, Gewinne ausschütten, im Gegenzug genmanipulierte Lebensmittel preiswert importieren und damit die regionale Landwirtschaft zerstören.
Diese Liste ist endlos.
Was passiert mit der Waage, wenn der Wohlstand steigt?
Die Natur verliert.
Buchstäblich liegen durch unser Handeln nur noch wenige Blätter in dieser Schale.
Die Wälder sterben, wurden abgeholzt, brandgerodet, sind in Folge der Trockenheit und von uns geschaffenen Monokultur krank geworden.
Tiere kämpfen ums Überleben. Insekten gibt es immer weniger, reflektorisch finden andere Lebewesen wie Vögel oder Reptilien kaum noch Futter. Durch Lebensraumzerstörung zur Rohstoffgewinnung und ausufernde Jagden nehmen Populationen in der ganzen Welt stetig ab.
Überall liegt Müll. Nicht nur in den Städten. Wälder werden als Mülldeponie missbraucht, im Meer gibt es mehr Plastik als Fische.
Und seit die Menschheit sich selbst vor einem vermeintlich tödlichen Virus schützen will, spielt es keine Rolle mehr, dass die ganze Erde unter einem Berg von weggeworfenen, mit Chemikalien verseuchten, Plastikmasken aus China wortwörtlich erstickt. Wenn es um den Fortbestand der eigenen Spezies geht, muss die Nachhaltigkeit leider hinten angestellt werden, sorry.
Wir brauchen diesen Planeten. Er uns aber nicht. Jeden Gast, der sich so benimmt, würde man umgehend raus schmeißen. Die Zeichen dafür, dass die Natur ihrer Waagschale in Eigenregie etwas hinzu fügen möchte, sind eindeutig. Wer sollte es ihr verübeln.
Und was machen wir? Wir ignorieren sie einfach konsequent, weil wir genau wissen, dass es uns Wohlstand und Bequemlichkeit kosten würde. Bei dem Maß, in dem wir komplett ausufernd und übertrieben nur an uns selbst gedacht haben, wäre dieser Preis auch ziemlich hoch.
Ich bin bereit, zu verzichten.
Ich esse saisonal und regional, kaufe teures Fleisch vom Bauern, dafür nur ein Mal in der Woche, unternehme keine Shopping Touren, sondern trage meine Kleidung, bis sie vom Körper fällt, mache lieber eine Wanderung in den Wald als einen Tag im Spa zu verbringen, fahre mit dem Camper an die Ostsee und benutze das Auto erst ab einer Strecke von über zwei Kilometern.
Ich möchte der Natur zeigen, dass ich das Leben auf diesem Planeten verdient habe. Dass ich ihr demütig gegenüber stehe und mir meines Platzes, auf der gleichen Ebene wie alle anderen Lebewesen, bewusst bin. Dass ich das schätze, was die Natur mir gibt und akzeptiere, was sie nimmt.
Ich möchte dieser Waage wieder Blätter hinzu fügen. Indem ich die Münzen meines kleinen Wohlstandes investiere.
Machst du mit?
Das Problem mit der Freiheit ist, dass man nichts tun muss.
Jotgeorgius; Inflationär Lebkuchen essender Wohnzimmerphilosoph
Ein Glas kann brechen
Denken wir darüber nach, wie wir den Dingen gegenüberstehen, so werden die meisten von uns feststellen, dass wir vieles als gegeben betrachten.
Was aber bedeutet gegeben? Es bedeutet für uns bereitet, ohne unser Beiwerk, bereit von uns genutzt zu werden.
Eine zuverlässige Nutzung setzt nun aber voraus, dass die Dinge statisch, unveränderlich, also eine feste Größe in unserem Leben und unserem Alltag darstellen.
Was aber passiert mit uns, wenn eine Veränderung eintritt, die wir nicht in Betracht gezogen haben?
Anfang und Ende
Hat etwas begonnen, so wird es auch enden.
Dies gilt ebenso für den Status quo. Die Frage ist nur, wie lange es dauern wird.
Leben bedeutet Veränderung und das schließt alles ein. Sämtliche Ansprüche auf Funktionstüchtigkeit, Bequemlichkeit und Anpassungsverweigerung verlieren damit ihre Gültigkeit.
Im Hinterkopf zu behalten, dass ein Glas brechen kann, weil es seiner Natur entspricht, bewahrt uns vor genau diesen Ansprüchen. Denn die Bedeutung, die etwas für uns hat, sei es ein sentimentaler Wert oder eine liebgewonnene Gewohnheit, hat es eben nur für uns und entspricht nicht etwa dem Wesen der Sache.
Gewöhnen wir uns daran, mit der Veränderung zu leben, so hängt unser Herz nicht an den falschen Dingen. Vielmehr schult es unsere Dankbarkeit und befähigt uns zu erkennen, wenn etwas problemlos läuft.
Denn dieser Zustand ist eben nicht selbstverständlich und vor allem nicht unvergänglich.
Oftmals wissen wir den Anfang von etwas Schönem nicht zu schätzen und befassen uns länger mit seinem Ende, als wir sein Andauern genossen und gewürdigt haben.
Dankbarkeit und Realitätsbewusstsein
Diese Haltung dient jedoch nicht nur der Dankbarkeit für etwas, das uns das Leben erleichtert und ein durch und durch positiver Umstand für uns ist.
Es ist vielmehr Ausdruck eines Realitätsbewusstseins, das Veränderung und Vergänglichkeit als entscheidenden Teil unseres Lebens anerkennt.
Auf diese Weise erlernen wir Gelassenheit, sofern sie nicht zu unseren Stärken gehörte, und orientieren uns am Machbaren, anstatt dem Unvermeidbaren hinterher zu trauern.
Zu unserer Einstellung tragen vielfältige Aspekte bei.
Erst indem wir uns bewusst machen, worauf wir Einfluss nehmen können und worauf nicht, lassen sich Veränderungen herbeiführen.
Die Möglichkeit, dass ein Glas bricht, lässt sich nicht umgehen. Verändern lässt sich hingegen unsere Einstellung dazu. Schließen wir das Unvermeidbare ein und akzeptieren es, so bekümmern wir uns nicht mit unnützen Dingen.
Haltet Ihr manchmal an Dingen fest, die sich zwangsläufig verändern werden?
Welcher Umgang hilft Euch, damit besser klar zu kommen?
Der wahre Maßstab eines Menschen ist nicht, wie er sich in Augenblicken der Freude und Bequemlichkeit verhält, sondern wie er in Zeiten des Widerstandes und der Herausforderung dasteht.
Martin Luther King jr.
Vertrauen ist gefährlich, besonders wenn es zu Bequemlichkeit führt.
Tan Gee Paw
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