Die soziologische Konstante trotzt selbst der digitalen Zeitenwende: Moral war immer schon etwas für die, die sie sich leisten konnten.
Eva Menasse: "Alles und nichts sagen", S.90
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Die soziologische Konstante trotzt selbst der digitalen Zeitenwende: Moral war immer schon etwas für die, die sie sich leisten konnten.
Eva Menasse: "Alles und nichts sagen", S.90
Die Waage des Lebens
Das Leben, das wir in den sogenannten Industrieländern leben, findet im Angesicht einer imaginären Waage statt.
Auf der einen Seite liegt die Natur, in Form von allen Blättern der Bäume dieser Welt, grün leuchtend, saftig, gesund, in Einklang, Verbindung und dem Bewusstsein, dass alles seinen Platz, seine Ordnung, seine Bestimmung hat, ohne dass es dafür einer Instanz bedarf, die darauf Einfluss nimmt. Die Natur wächst und gibt, sie vergeht und nimmt. Das ist der Kreislauf des Lebens, der Ursprung allen Seins, die Evolution hat uns all das gebracht, was wir heute kennen, inklusive uns selbst.
Auf der anderen Seite liegt der Wohlstand, in Form von allen Münzen dieser Welt, die es in buchstäblicher oder digitaler Form gibt. Sie glänzen schimmernd, sind ein Garant für ein Leben ohne Sorgen um Hunger, Kälte, Ästhetikverlust, Minderwertigkeit und Langeweile. Mit diesem Geld lässt sich beinahe alles kaufen. Je mehr wir haben, desto besser geht es uns. Glauben wir.
In den letzten Jahrhunderten, vor allem den letzten Jahrzehnten der Digitalisierung, hat sich unser Wohlstand vermehrt.
Wir essen exotische Früchte, jeden Tag Fleisch, das durch Massentierhaltung würdelos günstig angeboten werden kann, tragen billige Kleidung, die Kinder in Indien unter gesundheitsschädlichen Bedingungen gefertigt haben, essen Fast Food, dessen Verpackung die Tiere des Meeres erstickt, während wir mit dem Kreuzfahrtschiff und All inclusive - Cocktail in der Hand darüber hinweg schippern, besitzen digitale Geräte, die nur mit tief aus der Erde und Minen in Afrika heraus beförderten Rohstoffen funktionieren, produzieren unglaubliche Mengen an Autos, die wir in Freihandelsabkommen zollfrei exportieren, Gewinne ausschütten, im Gegenzug genmanipulierte Lebensmittel preiswert importieren und damit die regionale Landwirtschaft zerstören.
Diese Liste ist endlos.
Was passiert mit der Waage, wenn der Wohlstand steigt?
Die Natur verliert.
Buchstäblich liegen durch unser Handeln nur noch wenige Blätter in dieser Schale.
Die Wälder sterben, wurden abgeholzt, brandgerodet, sind in Folge der Trockenheit und von uns geschaffenen Monokultur krank geworden.
Tiere kämpfen ums Überleben. Insekten gibt es immer weniger, reflektorisch finden andere Lebewesen wie Vögel oder Reptilien kaum noch Futter. Durch Lebensraumzerstörung zur Rohstoffgewinnung und ausufernde Jagden nehmen Populationen in der ganzen Welt stetig ab.
Überall liegt Müll. Nicht nur in den Städten. Wälder werden als Mülldeponie missbraucht, im Meer gibt es mehr Plastik als Fische.
Und seit die Menschheit sich selbst vor einem vermeintlich tödlichen Virus schützen will, spielt es keine Rolle mehr, dass die ganze Erde unter einem Berg von weggeworfenen, mit Chemikalien verseuchten, Plastikmasken aus China wortwörtlich erstickt. Wenn es um den Fortbestand der eigenen Spezies geht, muss die Nachhaltigkeit leider hinten angestellt werden, sorry.
Wir brauchen diesen Planeten. Er uns aber nicht. Jeden Gast, der sich so benimmt, würde man umgehend raus schmeißen. Die Zeichen dafür, dass die Natur ihrer Waagschale in Eigenregie etwas hinzu fügen möchte, sind eindeutig. Wer sollte es ihr verübeln.
Und was machen wir? Wir ignorieren sie einfach konsequent, weil wir genau wissen, dass es uns Wohlstand und Bequemlichkeit kosten würde. Bei dem Maß, in dem wir komplett ausufernd und übertrieben nur an uns selbst gedacht haben, wäre dieser Preis auch ziemlich hoch.
Ich bin bereit, zu verzichten.
Ich esse saisonal und regional, kaufe teures Fleisch vom Bauern, dafür nur ein Mal in der Woche, unternehme keine Shopping Touren, sondern trage meine Kleidung, bis sie vom Körper fällt, mache lieber eine Wanderung in den Wald als einen Tag im Spa zu verbringen, fahre mit dem Camper an die Ostsee und benutze das Auto erst ab einer Strecke von über zwei Kilometern.
Ich möchte der Natur zeigen, dass ich das Leben auf diesem Planeten verdient habe. Dass ich ihr demütig gegenüber stehe und mir meines Platzes, auf der gleichen Ebene wie alle anderen Lebewesen, bewusst bin. Dass ich das schätze, was die Natur mir gibt und akzeptiere, was sie nimmt.
Ich möchte dieser Waage wieder Blätter hinzu fügen. Indem ich die Münzen meines kleinen Wohlstandes investiere.
Machst du mit?
Machen wir uns bewusst,
über welch günstigen Umstände
wir in unserem Leben verfügen.
Der Dalai-lama
Unser täglich Schoko ...
„Es gibt kein Recht auf bunte Süßigkeiten, von denen niemand satt werden muss, wenn andere Menschen dafür leiden …“ – Kathrin Hartmann
Wenn es um das Essen geht, sind wir blind. Konzerne sind für uns Freunde, bekannte Marken erwecken in uns wohlige Gefühle. Meistens aber, trügt der Schein. Da gerade erst Ostern war, und Schokolade hoch im Kurs stand, ist es vor allem sie die ich heute in den Fokus rücken möchte.
Schokolade hat meistens einen weiten weg hinter sich, bis sie irgendwann, endlich bei uns in den Regalen ankommt, und da bekannte Marken ihr Produkt meistens mit möglichst hohem Umsatz, möglichst billig Produzieren wollen, ist sie neben der Qualität auch aus ethischer Sicht meist sehr bedenklich.
Große, vertraute Konzerne wie Nestlé, Ferrero, Milka (Tochterfirma von Mondolez) und Co. Stehen immer wieder in Verruf, Schokolade zu verwenden, die mitunter auch mit Kinderarbeit produziert wurde. Die Politik schweigt dazu, denn es ist Wahnsinn, dass solche Produkte überhaupt auf den Markt dürfen. Oft sind Produkte sogar mehrfach belastet. Ein gutes Beispiel ist das allseits beliebte Nutella von Ferrero. Immer wieder gibt es Anschuldigungen gegen den Konzern, dass es bei der Kakao- sowie bei der Haselnussernte vermehrt zum Einsatz von Kinderarbeit kommt, daneben enthält Nutella auch noch das äußerst Umwelt- und Menschenfeindliche Palmöl, der süße Genuss, hat einen bitteren Preis.
Freilich, jeder Hersteller wirbt mit Nachhaltigkeitsprojekten die er macht oder irgendwann machen will, die Realität sieht meist aber leider anders aus und weil der Kunde es nicht überprüfen kann, und Konzerne vordergründig nur an ihren Umsatz denken, sollte er bei solchen Projekten immer misstrauisch sein.
Es ist doch Paradox, wie sehr wir unsere eigenen Kinder schützen, wir wollen gute Schulen für sie, wir streiten über Erziehungstechniken, wir regen uns auf, wenn sich Mütter nicht angemessen um ihre Sprösslinge kümmern. Aber wenn es um unseren Wohlstand, um unseren Vorteil geht, werfen wir schnell alle bedenken über Bord. Kinderarbeit? Geht uns doch nichts an!
Vielleicht sollten wir Schokolade wieder vermehrt als das sehen was sie ist, kein Alltagsprodukt, sondern absoluter Luxus. Schokolade ist nichts für jeden Tag, nichts was man sich mal eben zwischen Tür und Angel reinstopfen sollten, Schokolade ist etwas Besonderes, eine Freude die nicht selbstverständlich ist, und die wir nicht immer brauchen sollten.
Ja, ich habe mich über meine Schokoostereier gefreut, aber Schokolade wird für mich nie mehr selbstverständlich sein, und für mich selbst, kaufe ich sie auch praktisch gar nicht mehr, sie ist eine seltene Ausnahme, ein Geschenk, und mit diesem Geschenk, werde ich mir wieder einmal einen Schokokuchen backen.
Neben der Schokolade, gefiel mir auch die Verpackung sehr, die große Folie, werde ich als Geschenkpapier wiederverwenden, der Draht der dabei war, ist z.B. gerade jetzt gut zu gebrauchen, wenn man einen Mundschutz mit Nasenbügel nähen will, und die Schleife, kann man sicher auch irgendwann für ein Packet o.Ä. wieder brauchen.
Solang wir denken können, gehen wir auf geschützten Wegen. Doch in meiner Utopie habe ich Angst um uns. Wir können nicht so tun, als würde es rechts und links nicht geben.
Haller - Mut im Bauch
Auch wenn ich nix fühl', fühl' ich das Heimweh
Mama hatte Tränen in den Augen, aber weint nicht
Kontra K - Letzte Träne (yourwaytosucces)
So langsam erkenne ich es auch. Beziehungsweise ihn: den Erst der Lage.
Auch wenn ich noch sehr jung bin und den Großteil meines Lebens noch vor mir habe. Aber auch vielleicht genau deswegen. Ich sollte mir nicht den großen restlichen Teil meines Lebens verspielen und es damit rechtfertigen, dass ich noch so jung bin. Auch wenn ich mich mehr denn je nach etwas tiefsinnigem, richtigen Freunden, einer Passion und vor allem einer wahren Liebe und aufrichtigen Beziehung zu einer treuen Person sehne, habe ich doch nur eine wirklich wichtige Aufgabe. Ich habe nur dieses eine Jahr, in dem ich mich zusammenreißen muss, mich anstrengen und engagieren muss, damit ich in den darauffolgenden 50 Jahren etwas erreichen kann. Das einzig wichtige in meinem letzten Schuljahr sollten meine guten Noten sein, denn die Chance wird mir nicht noch einmal geboten.
Ein letztes Jahr entscheidet über den Wohlstand meines gesamten restlichen Lebens!!