Gestern habe ich eine Leserunde zu meinem Roman Orpheustränen bei Lovelybooks ins Leben gerufen. Wer das Buch noch nicht kennt und dies ändern möchte, kann sich dort ab sofort bis zum 26.09. auf eines von 15 kostenlosen E-Book-Exemplaren (epub oder mobi) bewerben.
Die einzige Teilnahmebedingung ist, dass ihr am Ende in einer Rezension zusammenfasst, wie euch das Buch gefallen hat (muss nicht lang sein).
Herzlich eingeladen sind natürlich auch diejenigen, die das Buch bereits gelesen haben und sich mit mir und anderen darüber austauschen möchten. Ich denke, das Thema allein regt schon zu spannenden Diskussionen an, und zu meinem Buch stehe ich euch sehr gern Rede und Antwort.
Also wenn ihr mögt, schaut einfach mal vorbei! :-)
Wärst du bereit, für ein Wiedersehen mit deiner verstorbenen Liebe deinen Verstand zu riskieren?
Auch zwei Jahre nach Tristans Tod hat Nessie den Verlust ihres besten Freundes nicht verwunden. Doch eines Abends bietet ihr ein Fremder an Tristans Grab die Lösung: Er gibt Nessie ein Medikament, das Tristan zurückbringt – wenn auch nur als Trugbild. So soll sie ihm endlich ihre Liebe gestehen und Abschied nehmen können.
Dies gestaltet sich aber unerwartet schwierig, denn Trugbild-Tristan hält sich nicht nur für real, sondern will zudem herausfinden, was zu seinem Unfalltod geführt hat. Hin und her gerissen zwischen Sehnsucht und Vernunft lässt sich Nessie auf eine Spurensuche mit ihm ein. Tristan ist schließlich der Einzige, der ihr Antworten geben könnte. Aber als Fragment ihrer Fantasie kann er ja nicht mehr wissen als sie. Oder doch?
Seine Hand suchte meine und schob sich hinein. »Hilfst du mir, Nessie? Ich weiß noch nicht, wie, aber hilfst du mir?«
Da war er. Der perfekte Moment, um es ihm zu sagen. Es hätte ihn erlöst. Es hätte mich erlöst. Ich spürte es am Silberring, der gegen meinen Mittel- und Kleinfinger drückte, während meine Hand sich um Tristans schloss.
»Ich versuch’s«, wisperte ich und schwieg. Es ging nicht anders. Ich war nicht so weit. Noch nicht.
»Danke«, flüsterte Tristan zurück. »Und jetzt hauen wir ab, okay? Dieser Ort deprimiert mich.« Mit einem Schaudern stand er auf und zog mich mit sich.
»Wir könnten dir zum Beispiel etwas zu Essen holen. Früher warst du pummeliger, das hat mir besser gefallen. Sah gesünder aus.«
»Na hör mal!«, empörte ich mich, während ich ihm in die Kastanienallee folgte, seinem Grab den Rücken kehrend. »Ich war nie pummelig!«
»Eben drum können wir dich hemmungslos mästen.« Er zwinkerte fröhlich. Dann blieb er stehen und nahm mich in den Arm. »Ich bin wieder da, Nessie«, raunte er an meiner Schläfe. »Und ich lasse dich nicht mehr allein. Nie mehr.«
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