Tag 1544 / Helden trinken aus Plastikflaschen



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Tag 1544 / Helden trinken aus Plastikflaschen
Tag 1036 / Ernüchtert wegen Alkohol am Arbeitsplatz
Tag 1036 / Ernüchtert wegen Alkohol am Arbeitsplatz
Keine zwei Stunden da, mehr als dreimal mit Alkohol konfrontiert. In einem Unternehmensvideo kommt Bier vor. Auf dem Sideboard stehen zwei Kartons mit Sektgläsern. Im Zusammenhang mit einer Aktion wird das Wort "Cocktails" erwähnt. Später eine Unterhaltung auf dem Flur mitgehört: "... schöne Flasche Rotwein dazu." "Ja, genau!"
Ich versuch das ja, dass mir das egal ist. Ist's mir aber nicht. Ich denk dann: Das geht hier nicht für mich. Die sind zu Pro-Konsum drauf. Abwehr, Anti, Verurteilen. Wahrscheinlich besser für mich. Verteidigungstaktik. Selbstschutz. Toleranzentwicklung gegenüber deren Lebensstil ist für mich tödlich. Gestern auf der Rückfahrt überlegt: Sag ich's? Wie sag ich's? Drogenabhängig? Quatsch! Alkoholikerin? Sag ich's erst, wenn sie mich beim Anstoßen dabei haben wollen? Heute: Entsetzen, Loyalitätsschrumpfen, Entidealisierung. Handynotizen jetzt am Arbeitsplatz reintippen. Scheißegal! Das muss raus. Geht ums Überleben.
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Nach Feierabend festgestellt: Armband verloren. Im Kaufhaus: Schuh zerkratzt. Ganz ruhig geblieben. Nur beim Bezahlen gefragt, ob man da was machen kann. Zum Kundenservice geschickt worden. Sie könne mir jetzt zur direkten Kompensation ohne Rücksprache Kekse oder Champagner anbieten. Aber das helfe ja nicht, meint die Angestellte. "Nee, Champagner schadet sogar, weil ich trockene Alkoholikerin bin." Ihr das ganz freundlich gesagt, nicht vorwurfsvoll. Trotzdem ist sie rot geworden. Auf ihrem Tisch liegen Werbepostkarten von Veuve Clicquot. Das macht ja beides den Schuh nicht heile - weder Kekse, noch Schampus. Überlegt: Was ist wichtiger als ein heiler Schuh? Handy Laptop Portemonnaie Körper Katze wichtiger als alles zusammen
Mehrmals kurz vorm Heulen heute Abend. Beim Arbeiten kurz davor gewesen, bockig zu motzen: Was soll'n die Scheiße hier? Kann ich mal bitte ne neue Aufgabe kriegen?! Lange warten müssen auf Besprechung. Ich hab Hunger! Ich gehe jetzt! Nein, ich bleibe da. Mache Notizen für mich selbst. Interessant alles!
Heute kann ich ohne Brille besser gucken.
Tag 928 / Manche haben es schon lange geahnt, wollen es aber wegen Brauerbund-finanzierter Forschung und Berichterstattung nicht wahrhaben.
Beim Aufwachen über die Hordenin-Meldungen geärgert. Beim Betreten der Küche über den Einfall der Sonne, über Licht und Schatten sehr gefreut. Beim Krisentelefonat am Morgen aufgefangen. Beim Spruch vom anderen Mitarbeiter abgeblockt, alternativ beschäftigt. Beim Kuchenessen in der Mittagspause trotz Wespe genießen können. Beim Krisentelefonat am Abend aufgefangen. Beim Ausruhen über Brustwarzenveränderungen sinniert. Beim Nähen festgestellt: Der dritte Wal ist gar nicht verhunzt, sondern noch zu retten, schön, gesund, zufriedenstellend, berührend, … das Belohnungszentrum im Gehirn aktivierend ohne Nebenwirkungen.
Tag 795 / Lavazza, illy oder Segafredo
Ich habe nicht an Dumm-Bräu, Betrübt-Pilsener oder Hässlich-Bacher gedacht.
Ein Indiz erfolgreicher Gehirnumschreibung.
Doppelter Espresso von Steinecke kickt auch.
Tag 792 / Unstrukturiert aufgeschrieben, noch unstrukturierter gedacht
Tag 780 / Mit dem Ende der Besuchszeit kommt das Schreiben zurück