3. Februar 2026
Die Zukunft in der Extralaute-Piepstöne-Edition (dank Bluetooth)
Seit zehn Jahren bewähren sich die Schlüsselfinder-Piepsgeräte im Haushalt der Mutter. Es ist inzwischen schon die zweite Generation desselben Geräts. Weil aber manchmal auch etwas außer Haus verlorengeht, habe ich jetzt einen "Chipolo Loop" und eine "Chipolo Card" bestellt. Das ist so was Ähnliches wie ein AirTag, funktioniert aber angeblich sowohl mit Apple-Geräten als auch mit Android.
"Angeblich", weil es mir bisher nicht gelungen ist, Loop oder Card mit dem iPad der Mutter zu paaren. Dabei ist das iPad ziemlich neu und müsste sich eigentlich mit Chipolo-Produkten verständigen können.
(Update: Später erfahre ich vom Support, dass man die Chipolos nur entweder mit einem Apple- oder mit einem Android-Gerät verknüpfen kann. Es hätte also sowieso nicht so funktioniert, wie ich es mir dachte. Dass es nicht ging, lag aber nicht daran, denn als ich es mit dem iPad versucht habe, war das Chipolo noch neu und mit gar nichts verknüpft.)
Nicht so schlimm, die Mutter hat ja auch ein Android-Handy, und zumindest das Loop konnte ich damit verknüpfen.
Die Chipolo Card weigert sich, auch nachdem ich ihr ein kabelloses Qi-Ladegerät bestellt habe, das es in diesem Haushalt bisher nicht gab. (Gebraucht bei Ebay, 5 Euro.)
Aber wenigstens eins der beiden bestellten Dinge funktioniert mit einem der beiden Muttergeräte, und es macht den Eindruck, als könnte man damit verlorene Gegenstände finden.
Etwas später denke ich, dass ich das Loop vielleicht zusätzlich mit meinem Handy verknüpfen könnte. Dann bräuchte sich die Mutter nicht selbst zu merken, mit welcher App sie herausfinden kann, ob sie ihr Portemonnaie wirklich auf dem Klo der Bundesgartenschau liegen gelassen hat oder ob es nur im Auto aus ihrem Rucksack gefallen ist. Ich könnte für sie nachschauen und es ihr sagen.
Ich halte das Loop neben mein Handy und drücke es, um die Paarung zu starten. Von nebenan kommt ein sehr lautes Geräusch. Das Loop ist der Meinung, ich wollte das Handy der Mutter finden, und erzeugt deshalb Lärm aus ihrem Handy. Aber nicht nur aus dem Handy. Die Mutter greift sich entsetzt an die Ohren.
Ihre Hörgeräte sprechen nämlich auch Bluetooth und lassen sich vom Handy aus steuern, zum Beispiel kann man so zwischen "Gespräch" und "Musik" umschalten. Aber wenn die Hörgeräte mit dem Handy gepaart sind, werden eben auch alle Handygeräusche direkt an sie übertragen. Auch der extralaute Handy-Finde-Ton.
Ich brauche ein bisschen, um das Mutterhandy zu entsperren und den Alarm abzuschalten. Dann entschuldige ich mich bei meiner Mutter, dass ich sie wahrscheinlich gerade um weitere 2% ihrer Hörfähigkeit gebracht habe, und entkopple die Hörgeräte vom Handy. Jetzt kann man sie eben nicht mehr von der App aus steuern (das war sowieso bisher nur eine theoretische Option, die Mutter hat es nie gemacht und nutzt das Handy eigentlich überhaupt nicht, weil es ihr zu klein und zu fremd ist). Das Risiko ist mir zu groß, dass so was noch mal passiert. Beim nächsten Mal stehe ich dann wahrscheinlich nicht gerade daneben und weiß, woran es liegt und wie es sich abschalten lässt.
Wie meistens ist etwas ein bisschen besser geworden (die Auffindbarkeit des Portemonnaies) und etwas anderes (die Steuerung der Hörgeräte) ein bisschen schlechter. Und wie meistens ist diese wirre Seitwärtsbewegung des Fortschritts mit unerwünschten und schmerzhaft lauten Piepstönen verbunden.
(Update: Später finde ich heraus, dass sich die Handy-Finde-Lärm-Funktion des Chipolo abschalten lässt. Danach kopple ich die Hörgeräte wieder mit dem Handy, nur falls die Mutter das doch eines Tages mal nutzen möchte.)
(Kathrin Passig)


















