Ich zu mir selbst: Na du fette Kuh?? Frisste wieder??
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Ich zu mir selbst: Na du fette Kuh?? Frisste wieder??
Gerade war ich noch so müde. Kaum ist er weg, bin ich wieder hellwach. Und da ist Hunger. Richtiger Hunger, so mit Magenknurren. „Gut“, denke ich mir, „bis hier hin war der Tag ja in Ordnung und mein Abendessen liegt schließlich auch schon sechs Stunden zurück.“ Ich beschließe, mir aus den Resten meiner Nussvorräte ein Studentenfutter zu mischen. Nüsse sind schließlich gesund, sättigen und enthalten – wie mir das Internet versicherte – Stoffe, die Heißhunger vorbeugen können. Also mische ich Mandeln, Walnüsse und ein paar Rosinen. Dazu noch einen Chai-Tee, denn Warmes im Bauch macht ja auch satt und im Tee ist Zimt, der lindert ja angeblich auch… Ja, ich bin wirklich gut informiert und kurzzeitig habe ich das Gefühl, mich wirklich gut unter Kontrolle zu haben. Ich esse mein Studentenfutter, etwas zu schnell, trinke dann den Tee. Und nun? Ich bin noch immer hellwach, der Poetry-Slam im Fernsehen unterhält mich auch nur mittelmäßig. Ich klopfe meine Gefühlswelt ab: Nichts. Leer. Nur der Hunger meldet sich immer noch zu Wort. Ich versuche mir einzureden, dass das ja gar nicht sein kann und mein Sättigungsgefühl bestimmt gleich einsetzt. Ich habe die Nüsse ja recht schnell gegessen. Fünf Minuten später sitze ich mit einer „Für-unterwegs-Packung“ Honig-Reiswaffeln im Bett. Nachtisch. Vier Waffeln sind in der Packung, das ist ja nicht so viel, rede ich mir ein. Und dann? Hunger habe ich wohl nicht mehr, aber meine Nachtisch-Lust ist noch nicht befriedigt. Ich habe noch zwei von diesen „unterwegs-Packungen“, vielleicht hole ich mir einfach noch eine? Beim Blick in die Schublade begegnet mir eine Alternative: Reiswaffeln mit Apfelgeschmack. Man muss ja auch mal Abwechslung in seinen Speiseplan bringen und die Tüte ist ebenfalls nicht sooo groß. Außerdem sind das ja Mini-Waffeln, wenn ich öfter in die Tüte greifen kann, kann ich ja vielleicht auch meinen Kopf austricksen. Kann ich nicht. Eigentlich mag ich Reiswaffeln nicht mal besonders gerne und es wäre sogar noch Schokolade in meiner Schublade gewesen. „Wenigstens habe ich nicht die gegessen!“, sage ich mir selbst und versuche, den Verlauf meines Kontrollverlustes durch positive Gedanken abzuwenden. Klappt natürlich nicht. Nach all dem Süßkram brauche ich jetzt etwas Salziges. Es ist inzwischen fast Mitternacht. Ich bin unruhig. Ich will auch eigentlich nicht mehr, ich bin doch jetzt satt und spätestens nach den Honig-Reiswaffeln hätte ich doch schon aufhören müssen. Ich versuche es aber nicht einmal mehr, die Erfahrung zeigt doch, dass ich schon mittendrin bin und jetzt eh keine Chance mehr habe. In diesem Moment fühle ich mich nicht einmal besonders schlecht dabei, ich handle einfach, obwohl die Vernunft mir immer wieder vorschlägt, dass ich auch einfach aufhören könnte. Ich gehe in die Küche, ich kann sehr zielstrebig gehen, selbst um Mitternacht noch. Ich hole die Kartoffeln aus dem Schrank. Mist, die muss ich schälen, zu viele dunkle Stellen. Ich bin ein bisschen erleichtert, dass nur noch fünf Stück da sind. Beim Schälen entpuppt sich eine als angeschimmelt, so bleiben mir noch vier. Ein bisschen betrauere ich die fünfte Kartoffel, die Portion auf dem Teller sieht doch ganz schön klein aus. Seit ich weiß, dass man Kartoffeln in der Mikrowelle in nur zehn Minuten zubereiten kann, sind sie regelmäßiger Bestandteil meiner abendlichen Essattacken. In der Zeit, die die Kartoffeln in der Mikrowelle vor sich hin garen, esse ich den Rest der Mandeln, die ich vorhin „für morgen“ übrig gelassen habe. Naja, es ist nach Mitternacht, insofern ist es ja quasi auch schon morgen. Wer keine Ausreden mehr hat, wird erschossen. Die Kartoffeln sind fertig, ich kippe lieblos Rosmarinpulver und sehr viel Salz darüber und nehme sie mit ins Bett. In der einen Hand die Gabel, in der anderen das Handy, parallel läuft der Fernseher. Genau so, wie Essen nicht sein sollte. Mit links scrollen ist auch gar nicht so einfach. Der Teller ist leer, meine Müdigkeit kehrt langsam zurück. Ich habe keine Lust mehr, noch einmal aufzustehen, so bleibe ich einfach liegen, noch geschminkt und mit natürlich nicht mehr geputzten Zähnen und denke mir, dass das jetzt auch egal ist. Ich habe meinem Körper gerade ganz andere Dinge zugemutet, da kommt es darauf nun auch nicht mehr an. Ich drehe mich auf die Seite, der Fernseher geht ja irgendwann von selbst aus, vielleicht kann ich ja gleich einschlafen. Mein Blick fällt auf den leeren Teller. Ich habe ihn auf einem Buch abgestellt. Der Buchrücken ist zu mir gedreht, darauf der Titel „Essen als Ersatz“. „Na das hat ja seine ganz eigene Komik“, denke ich trocken. Ich schlafe dann tatsächlich recht schnell ein, mit vollem Bauch und leerem Kopf.
Ich sehe an mir herunter. Mein Körper hat seine Form verloren und wirft nun wieder Schatten, wo ich eigentlich keine sehen möchte. „Es muss aufhören“, denke ich mir. „Du musst damit aufhören. Es hilft doch nicht. Du bist nicht zufriedener, im Gegenteil. Keiner sieht dein Leid. Selbst wenn, die Leute, die es sehen würden, wissen eh schon, wie es dir geht und den anderen wäre es egal. Lass es sein, hör auf. Hör endlich auf.“ In zwei Wochen ist der Anlass, zu dem meine Mutter mir zwei wunderschöne Kleider gekauft hat. Zwei, weil ich mich nicht entscheiden konnte, in welchem ich mich schöner fand. Wen würde es mehr enttäuschen, wenn diese jetzt nicht mehr passen, nur weil ich mich nicht unter Kontrolle habe? Sie oder mich? Vermutlich mich. Als ich aus der Umkleide kam, in diesen Kleidern, das war nahezu das Idealbild. So wollte ich sein und vor allem: So wollte ich gesehen werden, an diesem Abend, von den Kommilitonen und allen, die eben da sein würden. Eigentlich will ich es auch noch immer. Aber es scheint gerade so weit weg, wenn ich an mir herunter sehe. Und selbst wenn ich meine „alte Form“ hätte, hätte ich dann auch das gleiche Gefühl, wie in dem Moment, als ich aus der Umkleidekabine kam? Oder wird inzwischen einfach alles überschattet von den Prozessen der vergangenen Wochen? Ich habe Angst vor diesem Abend. Ich würde ihn gerne verschieben, auf einen Zeitpunkt, an dem alles etwas besser ist.
Warum muss essen so geil sein?
riesen FA.geld sogar dafür ausgegeben.wie peinlich,erniedrigend und scheisse.wette hab noch nicht mal die hälfe wieder draußen.wieso geb ich geld dafür aus.das kanns doch nicht sein!