Du wolltest Mutter sein. Du hast dich dazu entschieden, zwei Mal. Zwei Menschen laufen nun auf diesem Planeten rum, für deren Existenz du entscheidend mitverantwortlich bist. Und nun? Dein Muttersein hat Folgen. Du hattest nicht die Mutter, die du gebraucht hättest. Ich auch nicht. Du bist nicht die Mutter, die du mir sein wolltest. Du hast dich mit deinen eigenen Ansprüchen so sehr beschäftigt, dass du meine aus den Augen verloren hast, mal mehr, mal weniger. Wann bist du nicht für dich selbst Mutter gewesen? In welchen Momenten ging es um mich? Wann war ich nicht nur das Mittel zum Zweck? Ich versuche, beide Seiten zu sehen. Ich versuche, diese Zeiten zu finden. Aber alles verschwimmt vor lauter Wut, es ist so viel kaputt gegangen. Warum muss ich beide Seiten sehen, wenn du nur deine siehst? Nur weil ich es kann? Manchmal würde ich gern sagen, dass ich keine Mutter habe. Aber das stimmt nicht. Du bist irgendwo und lebst. Und ich bin irgendwo anders und lebe auch. Und die meiste Zeit ist das gut so. Nur manchmal… Manchmal hätte ich gern diese Mutter, die du nicht sein kannst.

















