IN A SOCIETY THAT PROFITS FROM YOUR SELF DOUBT, LIKING YOURSELF IS A REBELLIOUS ACT
Workshop Body Acceptance (8.-10. Juli 2016, nahe Rostock) FLTI* only 18+
Fiese, verlogene, doch mächtige Schönheitsideale könnt ihr an jeder Straßenecke, Haltestelle, ja selbst uneingeladen privat zu Hause treffen, nein, vielmehr werden sie uns laut und ungefragt um die Ohren gehauen oder ständig still und leise ins Ohr gesetzt. Sie werden zur Idee gemacht von vermeintlich wahrer, einziger Schönheit, von makellosen, schlanken Körpern, weißer Haut, gesunden Haaren, aber nur auf dem Kopf, versteht sich, wenns um Frauen geht, und lässig gepflegt, wenn ihr Mann genug seid. Überhaupt gibt’s nur die beiden: Die Frau und Den Mann. Für Frau und Mann gibt’s die passenden Schuhe, die passende Kleidung, die passenden Accessoires und angepassten Verhaltensweisen. Lasziv offener Mund für die eine, forscher Blick für den anderen. Und wehe irgendwer wagt, sich nicht daran zu halten und versucht nicht, dem Bild zu entsprechen! Dem Bild, welches über alle möglichen medialen Wege in unsere Vorstellungswelt kriecht und an unserem Selbstbewusstsein kratzt und nagt und alles versucht aufzuweichen, was hart genug wäre, sich diesem Wahnsinn und Blödsinn entgegenzustellen und sich sogar noch gut und wunderschön dabei zu fühlen.
Inhalt unseres Workshops wird daher die Auseinandersetzung mit persönlichen und kollektiven Körpergeschichten in westlichen, patriarchalisch und kapitalistisch geprägten Gesellschaften sein. Jegliche Beteiligung ist dabei freiwillig, mit persönlichen Statements sollte jedoch gerechnet werden. (Es muss nicht zwangsläufig der eigene Körper Thema werden, es ist jedoch Ziel, diesen auf einem Foto abzubilden.) Wir möchten über Diskriminierungserfahrungen reden, über Repräsentationen von Schönheit und Idealen -über Passing und Alienation. Wie hat sich die Beziehung zu und der Umgang mit (euren) Körpern im Laufe eures Lebens verändert und welche Faktoren spielten dabei eine Rolle? Welche Pseudo- oder Real-Makel seht ihr und sehen andere (an euch)? Und was liebt ihr besonders an (euren) Körpern und an anderen?
Außerdem soll ein Austausch über Methoden zur Körperliebe stattfinden. Welche Rituale und Taktiken kennt oder praktiziert ihr, wie rebelliert ihr? Habt ihr Patentrezepte für die Überwindung von Tiefs und Unsicherheiten? Wo holt ihr euch Inspiration und EyeCandy? Wer sind (eure) Role Models in puncto Bodylove? Kennt ihr Menschen, die besonders rebellisch oder extravagant gegen gängige Normen angehen, diese bewusst entselbstverständlichen oder andere besonders effektiv sensibilisieren?
Vom 8. bis 10. Juli wollen wir mit euch zusammen versuchen, einen sicheren und respektvollen Raum zu schaffen. Uns abgrenzen von gesellschaftlich produzierten Körpernormen und doch genau diese in den Fokus nehmen und uns über Ansätze für einen alternativen emanzipativen und sensiblen Umgang mit „Pseudo-Makeln“ austauschen. Am Ende des Workshopwochenendes soll ein Fotokalender stehen, aber auch viele Fotografien mit schmucken Fotos von euch und einen herzlichen Stinkefinger an all diejenigen, die uns erzählen wollen, dass unsere Körper nicht wunderschön sind. Der Inhalt des Kalenders wird im Konsens gemeinsam bestimmt. Alles kann, nichts muss. Jede_r bestimmt für sich, ob entstandene Fotos im Kalender veröffentlicht werden sollen. Bringt euch gern mit eigenen Ideen, Deko, Accessoires und Geräten ein. Die Fotos werden von einer erfahrenen Fotografin aufgenommen, aber gern könnt ihr auch eigene Kameras und Knipsen mitbringen. Das ganze Wochenende findet an einem Ort nahe Rostock statt. Für Essen und Schlafmöglichkeiten wird gesorgt sein.
Bei Interesse oder Rückfragen Mail an:
[email protected]
Alle News zur Veranstaltung und zum Verkauf des Kalenders erfahrt ihr hier auf dieser Seite.