OP-Aufenthalt in Warburg (OWL) mit ME/CFS, MCS und Histaminintoleranz etc.
Hinweis zu sensiblen Inhalten
Dieser Beitrag enthält eine Beschreibung einer medizinischen Behandlung sowie Hinweise auf Video- und Bildmaterial, in denen eine Operationsnaht und ein herauspräpariertes Atherom zu sehen sind. Diese Inhalte sind nicht für empfindliche Menschen geeignet. Wer nur den Text lesen möchte, ohne Bilder oder Video zu öffnen, kann das tun.
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Der Eingriff in Warburg (Ostwestfalen-Lippe) begann menschlich sehr positiv. Die Ärztin war aufmerksam, geduldig und freundlich. Sie erzählte, dass sie aus Mazedonien stammt und den Ohrid-See liebt. Dadurch kamen wir ins Gespräch über Kroatien, über Slano und besonders über Rab. Diese gemeinsame Verbindung war eine gute Ablenkung und hat mir Ruhe gegeben, obwohl mein Kopf durch die Kunststoff- und Sterilisationsdämpfe der Klinik schon arg schwächer wurde und nicht belastbar war.
Vorbereitet auf mich abgestimmt waren die Ärztin und deren Assistenz-Pflegerin sehr gut.
Körperlich war die Situation gleichzeitig sehr schwierig für mich.
Durch MCS, ME/CFS und die Histaminose reagierte mein Körper ohne frische Luft in den Innenraumfluren sofort stark.
Der Atherom-Ball, der entfernt wurde, war sehr groß. Die Narbe ist deutlich. Der kleine Befund an der Lippe war harmloser, musste aber eingeschickt werden, weil er entzündet war.
Die Betäubung im oberen Bereich hat zunächst nicht ausgereicht. Es musste nachgespritzt werden, aber vorsichtig. Mit dem Quetschball ging es. Der Schnitt an der Lippe tat kaum weh. Der obere Bereich am Hinterkopf brannte dagegen stark, war aber irgendwie auszuhalten.
Mehr konnte aber nicht nachgespritzt werden, auch wenn es teilweise am Kopf sehr doll brannte und stach.
Aber dann war alles vernäht und ich guter Dinge. Beim Verlassen der Praxisräumlichkeiten, wieder im Krankenhausflur, dann der ME/CFS- und MCS-Crash:
Ich hatte Schwindel, Lichtblitze vor den Augen und kurze Ausfälle im Blickfeld. Sprechen war nur leise und sehr verlangsamt möglich. Bewegungen der Hände gingen kaum. Beine, Arme und Haltung mit Hals und Kopf versagten ganz. Es fühlte sich an, als wäre der Körper gelähmt und würde wie Gummi biegsam machen, was er will.
Rolf, mein Mann, erzählte später, dass ich zusammengesackt bin, ohne Kraft und nur mit einem kurzen Röchelgeräusch wie schnarchend, sogar kurzzeitig komplett „weg“ war, gänzlich, kurzzeitig.
Diese Reaktionen kenne ich durch Schadstoffexpositionen mit extrem niedrigem Blutdruck dieser „Vergiftungen“, aber sie bleiben immer neu belastend.
Als Rolf mich mit dem Rollstuhl nach draußen an die Luft brachte, wurde es besser. Die frische Luft half. Puls und Blutdruck beruhigten sich. Wasser trinken und die Beine hochlegen hatten schon vorher etwas geholfen, Messwerte stabilisierten sich vorher natürlich auch schon, aber draußen wurde ich deutlich stabiler.
Die Ärztin kam trotzdem sofort zu mir und blieb ruhig, liebevoll und zugewandt. Ich wollte trotzdem nicht stationär bleiben, weil es langsam aufwärts ging. Mein rechtes Auge war bis heute Morgen noch verschmiert im Blick, aber jetzt ist es fast verschwunden. Nur ein kleiner Druck wie von einer Wimper ist geblieben. Das starke Druckgefühl um die Brust, das sich wie ein Eisenband anfühlte, war ebenfalls schon mit den besseren Werten der Überwachung durch die lieben Pflegerinnen weg.
Beine und Stimme waren weiterhin aber schwach und langsam. Da meine Werte wieder im Normbereich lagen, durfte ich doch nach Hause.
Rolf und eine Pflegerin begleiteten mich bis zur Straße und warteten dort mit mir. Aus dem geliehenen KKH-Rollstuhl hob mich dann Rolf ins Auto, mit dem Versprechen, sofort wiederzukommen, falls sich etwas verschlechtert.
Zuhause konnte ich anfangs nichts allein. Ausziehen, essen, trinken und die Pipilette gingen nur mit Hilfe.
Heute Morgen gegen acht Uhr ging das erste Mal wieder ein kurzer Gang zur Toilette ohne Unterstützung, wenn auch wackelig. Essen und Pipilette funktionieren jetzt wieder.
Heute ist mein Kopf wieder fast klar. Beim Aufstehen oder Sitzen nur noch etwas Verschlechterung. Also PEM von ME/CFS.
Der Schwindel ist weitgehend im Liegen verschwunden. Die große Kopfwunde brennt noch, wahrscheinlich wegen der Nerven in der Region, aber weniger als gestern. Die Lippe fühlt sich noch taub an, sieht aber gut aus. Von dem entzündeten Knötchen ist nur die Naht übrig. Völlig okay.
Jetzt am nächsten Tag abends:
Denken und Schreiben und mein Schnüttchen funktionieren wieder.
Körperlich bin ich jedoch noch sehr eingeschränkt. Langes Sitzen geht nicht. Auch die Toilette belastet schnell durch PEM. Schmerzmittel wie Novalgin wollte ich nicht nehmen, weil mein Körper durch die OP und die nötigen chemisch-medizinischen Mittel genug verarbeiten muss. IBU und Paracetamol kann ich (mit Desinfektionsmittel, Alkohol ist okay) grundsätzlich sowieso überhaupt nicht vertragen.
Trotz allem habe ich das Gefühl, dass es aufwärts geht.
Am Donnerstag werden die Fäden gezogen. Statt im Wartezimmer warten zu müssen, darf ich an ein offenes Fenster auf eine Bank, weil schon kleine Mengen Desinfektionsgeruch oder Kunststoffboden-Ausdünstungen dort bei mir starke Reaktionen auslösen.
Ich hoffe jetzt auf mehr körperliche Stabilität und darauf, dass der mir verordnete Rollstuhl bald zusätzliche Sicherheit gibt. Zum Antrag habe ich bisher zur Verordnung noch keine neuen Informationen.
Trotz der Angst und des Kontrollverlusts bin ich dankbar, dass ich alles überstanden habe. Die frische Luft, die Ruhe, die Ärztin und vor allem Rolf sowie die lieben Grüße meiner Eltern und Kinder haben mir geholfen, stabil durch Emotionen und Resilienz alles zu überwinden und wieder innerlich stark zu werden und zu bleiben.
Achtung 🚨 es folgt der Film:
Dieser Text beschreibt persönliche gesundheitliche Erfahrungen und ersetzt keine medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Er dient ausschließlich der Information über ein individuelles Erleben. Es liegt keine Werbung und kein Auftrag vor.
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