Jonathan Crary, Suspensions of Perception

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Jonathan Crary, Suspensions of Perception
In dem Schatze jener Redewendungen, mit welchen die aus Dummheit und Feigheit zusammengeschweißte Lebensart des deutschen Bürgers sich alltäglich verrät, ist die von der bevorstehenden Katastrophe – indem es ja ‘nicht mehr so weitergehen’ könne – besonders denkwürdig. Die hilflose Fixierung an die Sicherheits- und Besitzvorstellungen der vergangenen Jahrzehnte verhindert den Durchschnittsmenschen, die höchst bemerkenswerten Stabilitäten ganz neuer Art, welche der gegenwärtigen Situation zugrunde liegen, zu apperzipieren. […] Dahingehend wird die Erwartung, daß es nicht mehr so weitergehen könne, eines Tages sich darüber belehrt finden, daß es für das Leben des einzelnen wie der Gemeinschafen nur eine Grenze, über die hinaus es nicht mehr weiter geht, gibt: die Vernichtung.
Walter Benjamin (1928)
Fotoplastikon in Warschau
#Kaiserpanorama in #Warschau: Sonderausstellung: Die geteilte Stadt. #Berlin 1964 #fotoplastikon #polen
Stand: 08.02.2018
⇐ Zur Museumsliste TIPP: Aktuelle Sonderausstellung
Die geteilte Stadt. Berlin 1964
Vom 1. Februar 2018 bis zum 3. März 2018
Mittwoch bis Samstag 10:00 – 18:00 Uhr (sonntags wird die Dauerausstellung gezeigt)
Drei Jahre nach dem Bau der Berliner Mauer kommt die Eigentümerin des Warschauer Fotoplastikons Danuta Szlajmer nach Warschau. Ausgestattet mit…
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Paradoxie
"Eine sonderbare Paradoxie: die Leute haben nur das engherzigste Privatinteresse im Sinne, wenn sie handeln, zugleich aber werden sie in ihrem Verhalten mehr als jemals bestimmt durch die Instinkte der Masse. Und mehr als jemals sind die Masseninstinkte irr und dem Leben fremd geworden. Wo der dunkle Trieb des Tieres - wie zahllose Anekdoten erzählen - aus der nahenden Gefahr, die noch unsichtbar scheint, den Ausgang findet, da verfällt diese Gesellschaft, deren jeder sein eigenes niederes Wohl allein im Auge hat, mit tierischer Dumpfheit aber ohne das dumpfe Wissen der Tiere, als eine blinde Masse jeder, auch der nächstliegenden Gefahr und die Verschiedenheit individueller Ziele wird belanglos vor der Identität der bestimmenden Kräfte. Wieder und wieder hat es sich gezeigt, daß ihr Hangen am gewohnten, nun längst schon verlorenen Leben so starr ist, daß es die eigentlich menschliche Anwendung des Intellekts, Voraussicht, selbst in der drastischen Gefahr vereitelt. So daß in ihr das Bild der Dummheit sich vollendet: Unsicherheit, ja Perversion der lebenswichtigen Instinkte und Ohnmacht, ja Verfall des Intellekts. Dieses ist die Verfassung der Gesamtheit deutscher Bürger." Walter Benjamin
Wer sich der Wahrnehmung des Verfalls nicht entzieht, der wird unverweilt dazu übergehen, eine besondere Rechtfertigung für sein Verweilen, seine Tätigkeit und seine Beteiligung an diesem Chaos in Anspruch zu nehmen. So viele Einsichten ins allgemeine Versagen, so viele Ausnahmen für den eigenen Wirkungskreis, Wohnort und Augenblick. Der blinde Wille, von der persönlichen Existenz eher das Prestige zu retten, als durch die souveräne Abschätzung ihrer Ohnmacht und ihrer Verstricktheit wenigstens vom Hintergrunde der allgemeinen Verblendung sie zu lösen, setzt sich fast überall durch.
Walter Benjamin
Musik, die später Reisen mit dem Film erschlaffend machte, weil durch sie das Bild, an dem die Phantasie sich nähren könnte, sich zersetzt – Musik gab es im Kaiserpanorama nicht.
Walter Benjamin: Berliner Kindheit im Neunzehnten Jahrhundert, in: Gesammelte Schriften, Band IV.1, S. 239.
五、「貧窮不使人丟臉」。真好聽。但是他們使窮人受辱。他們一邊這樣做,一邊還用那些套語安慰窮人。至於那些套語,人們可能曾經同意過,可是現在它們早已失效。這與那句粗暴的「不勞動不得食」沒什麼兩樣。當男人有了賴以糊口的工作,也就有了貧窮,如果造成這種貧窮的原因是歉收和別的命運對他的打擊,那這種貧窮不使他感到丟臉。但是,貧困化的千千萬萬人生來就被捲進去的這種貧窮,可能會使人受辱。骯髒與貧困像牆一樣,在他們周圍高高地升起來,那是看不見的手完成的作品。可是,當他老婆看見他承擔著並且自己也容忍著的時候,他怎能自己忍受這許多卻又感到羞恥是正當的呢?只有單身一人並將一切都隱藏起來,他才可以容忍許多許多。然而,一個人,只要貧窮還像一個巨大的陰影落在他的人民頭上以及他自己的房頂上,他就絕不可以與貧窮媾和。此外,他應該對自己受到的每一次屈辱保持清醒的頭腦。並且應該把那種屈辱管制起來,直到他的痛苦不再沿著傾斜的憂傷之路下滑、而是開闢出一條向上的反叛小道為止。但是在這裡,只要報章雜誌還每天,甚至每時每刻都在討論這種最可怕、最摸不透的命運,分析著各種虛假的原因跟虛假的後果,卻不幫助任何人去認識自己生命所依從的黑暗勢力,那就沒有任何指望。
〈全景幻燈〉,《單行道》,Walter Benjamin(李士勛譯)
Praterkino "Kaiserpanorama", ca 1880
The Kaiserpanorama was a popular turn of the century mass medium where people were shown stereoscopic pictures of exotic places that the general public could not afford to visit.