Ich kann dir nicht erklären, wie laut es in meinem Kopf ist, während außen alles still wirkt. Wie ich ein einzelnes Wort stundenlang auseinandernehme, jede Betonung analysiere und mir hundert Versionen ausmale, was es bedeuten könnte. Ich kann dir nicht sagen, wie erschöpfend es ist, ständig mit mir selbst zu diskutieren- über Dinge, die nie passiert sind. Wie ich vor einer Entscheidung stehe, als hinge mein ganzes Leben davon ab, obwohl es für andere eine Kleinigkeit ist. Ich kann nicht beschreiben, wie oft ich „alles okay“ sage, obwohl ich seit Stunden in einem Gedankenstrudel festhänge. Wie ich Nachrichten schreibe und lösche, Sätze übe, Gespräche in meinem Kopf führe, die nie stattfinden werden. Ich kann dir nicht erklären, wie schwer es ist, loszulassen- nicht Menschen, sondern Möglichkeiten. Wie ich in jeder Stille etwas vermute, in jedem Blick eine Bedeutung suche, ok jeder Pause eine Gefahr sehe. Ich kann dir nicht erklären, wie oft ich gegen Gedanken kämpfe, die mir Angst machen- obwohl ich weis, dass sie irrational sind. Und am meisten kann ich dir nicht erklären, warum ich so oft das Gefühl habe, „zu viel“ zu sein- dabei will ich nur verstanden werden.