Neid auf Teilverschonte pflegen klassenbewusste Ausgebeutete nicht, sondern verachten derlei, wie es das verdient.
Dietmar Dath: "Klassenkampf im Dunkeln", S.114

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Neid auf Teilverschonte pflegen klassenbewusste Ausgebeutete nicht, sondern verachten derlei, wie es das verdient.
Dietmar Dath: "Klassenkampf im Dunkeln", S.114
#imschatten #tds #sabe #prolet #klassenbewusstsein #spurloser https://www.instagram.com/p/ChnUKtZLODM/?igshid=NGJjMDIxMWI=
Wir nähern uns heute dem Klassenkampf-Ansatz der marxistischen Theorie mit einigen Punkten, die diese Theorie gegenüber anderen auszeichnet.
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Die Lage bleibt also hoffnungslos
Zürich — Museum für Gestaltung
Escher Wyss
In der Kabine sitzt ein Mensch. Ein Mann. In der für den Spaziergänger unerträglichen Mittagshitze.
Man neigt heute allenthalben zu der Annahme, Klasse sei etwas Konkretes, Reales. Diese Auffassung findet sich in Marx' historischen Schriften nicht; aufgrund dieser falschen Interpretation sind allerdings viele spätere »marxistische« Analysen unbrauchbar. »Sie«, die Arbeiterklasse, existiert, wie es dann heißt, tatsächlich, und man kann diese Existenz nahezu mathematisch definieren: soundso viele Menschen, die in einem bestimmten Verhältnis zu den Produktionsmitteln stehen. Wenn man von dieser Annahme ausgeht, läßt sich das Klassenbewußtsein ableiten, das »sie« haben müßte (aber selten hat), wenn »sie« sich ihrer eigenen Lage und ihrer wirklichen Interessen hinreichend bewußt wäre. Es gibt einen kulturellen Überbau, der diese Einsicht in ungenügendem Maße verbreitet. Da diese kulturellen Verzögerungen und Entstellungen nur Schwierigkeiten mit sich bringen, läßt man sie leicht links liegen und geht zu einer Substitutionstheorie über: Nun sind es Partei, Sekte oder Theoretiker, die das Klassenbewußtsein ans Licht bringen, und zwar nicht wie es ist, sondern wie es sein sollte.
Edward P. Thompson, Die Entstehung der englischen Arbeiterklasse (p. 8)
Die Klassenerfahrung ist weitgehend durch die Produktions-verhältnisse bestimmt, in die man hineingeboren wird - oder in die man gegen seinen Willen eintritt. Klassenbewußtsein ist die Art und Weise, wie man diese Erfahrung kulturell interpretiert und vermittelt: verkörpert in Traditionen, Wertesystemen, Ideen und institutionellen Formen.
Edward P. Thompson, Die Entstehung der englischen Arbeiterklasse (p. 8)
"Die Ergebnisse Carrieros aber zeigen überraschenderweise einen negativen Zusammenhang: Mit Zunahme der Ungleichheit verringern sich die Unterschiede der Einstellungen dazu. Das liege nicht daran, dass die Reichen plötzlich ihr soziales Gewissen entdeckten und sich für mehr Umverteilung starkmachten, sondern vielmehr daran, dass die Ärmeren ebenso für weniger soziale Gleichheit plädieren. Sie denken sozusagen wie die Wohlhabenden und „vergessen“ ihre eigentlichen Interessen. [..] Carriero muss aber feststellen, dass die Höhe der nationalen Sozialausgaben auf seinen Befund keinen Einfluss hat. Der beobachtete Widerspruch zwischen Klassenlage und Klassenbewusstsein ändert sich nicht. Hat es dann etwas damit zu tun, wie die Befragten über die Gründe von Armut denken? In Gesellschaften, wo Armut im Wesentlichen als eine Folge von individueller Faulheit und entsprechendem Mangel an Leistungswillen betrachtet wird, ließe sich soziale Ungleichheit eben auch als individuelle Schuld legitimieren, die nur durch eigene Anstrengungen überwindbar wäre. Aber auch in Kulturen, wo Armut mehrheitlich als inakzeptables Unrecht des ökonomischen Systems gilt, zeigt sich in der EVS der beobachtete Effekt."