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Montagsgedicht
Heimtückisch über Nacht wurde ich krank gemacht Sie streckten mich nieder ein paar fiese Brüder einige sind mir bekannt meist schlummern sie friedlich am Wegesrand Rotz Husten Heiserkeit auch Gleiderschmerzen sind bereit zu fällen den tapfersten Krieger wehrlos lieg ich nun darnieder es riecht nach ehrlosem Verrat den Komplizen beschuldige ich der Tat doch unerkannt schleicht er davon So helft mir doch! (möglichst für Gotteslohn)
in meinem leib steckt
leben - komplizenhaft als
wäre es ewig
EINSAMSICHT
Hätte ich einen Komplizen gehabt
oder auch eine Komplizin
für komplexe Lebenslagen
hätt ich mich selber sicher nicht
so blauäugig verraten müssen
für ein paar unechte
Streicheleinheiten
sondern hätt alles schief
Gewickelte mit ihr geteilt und
mit ihm zurecht gerückt
beispielsweise mein wackliges
Selbstbewusstsein oder
zu komplizierte verrückte
Gedankengänge in denen ich
kreisend als einsamer Wolf nach
Auswegen suche und scheitere
Schreiben und Malen ist wie Kochen
Ein Umfeld, das wir kennen. Eine Küche als Umlaufbahn mit Köchen, Hilfs- und Gelegenheitsköchen bis zur Meisterköchin, die hinter Töpfen und Pfannen ihre Süppchen kochen, brodeln und dampfen lassen. Mit Deckel und Bestecken hantieren, probieren, abschmecken, würzen, mit Pfeffer und Salz oder geheimen Zutaten oder gar erlesenen Gewürzen. Jeder versucht etwas Besonderes, Hervorragendes. Wie Zauberlehrlinge, hier ein bisschen gucken, dort ein wenig nehmen. Aha, so geht das. Leider ist alles längst schon ausprobiert. Deshalb wollen wir dem Fluch der postmodernen Zeit und seiner Beliebigkeit entgehen. Damit werden jedoch alle in der Küche zu heimlichen Komplizen. Aber gerade diese Atmosphäre ist das Geheimnis und der Augenblick, der Neues entstehen lässt.
Kavaliers Leid
Grad noch flirrte das Land von gelb, grün und Rosé.
Schwäne, sonnentrunken, erhoben sich aus dem See.
Doch der Sommer geht bald.
Die Schergen des Herbstes nahn von den Höhn
und es wird kalt.
Dann ist bloß noch Wetter und nicht mehr schön.
Bald sind die Farben verblasst oder „umpf“
bald bückt man sich wieder nach dem wollenen Strumpf.
Doch was mache ich, wenn mein Herz ich verlier'?
Als Kavalier
muss ich die Blumen selber pflücken.
Muss lange wandern und suchen und mich nach ihr bücken.
Wie? Im Blumenladen soll ich kaufen?
Lieber will ich barfuß nach Canossa laufen.
Der Winter kam zu früh, um ganze drei Wochen.
Der Gärtner hat wohl den Winter bestochen.
Die Beiden, ich wett, sind lang schon Komplizen.
Und ich mach jetzt pause und tu Frauen bloß siezen.
Komplize
Mein Messer in deinem Rücken,
Du hast mir schon viel zu lange vertraut.
Verlorene Hoffnung in einem erschreckten Blick,
Ich kann, was ich getan habe, nicht mal genießen.
Lass mich schweigen,
Und ich denke an alles, was war.
„Weil du der erste Mensch warst, dem ich jemals so nah war.“